XETRA-MITTAG/DAX richtungslos - Warten auf Impulse
01.02.2010 - 13:22
FRANKFURT (Dow Jones)--Der deutsche Aktienmarkt notiert nach Abschlägen zum Handelsstart am Montagmittag wenig verändert. Marktteilnehmer berichten von gezielten Käufen in denjenigen Aktien, die jüngst deutliche Abschläge hinnehmen mussten. Zudem ist nach der schwachen Kursentwicklung seit Jahresbeginn weiter Verunsicherung zu spüren. Momentan herrscht die Stimmung vor, dass in den kommenden Wochen noch zu niedrigeren Kursen am Aktienmarkt eingestiegen werden kann. Auf breiter Front hielten sich die Investoren daher mit Käufen zurück, heißt es.
Bis 13.19 Uhr sinkt der DAX um 0,1% oder 5 auf 5.604 Punkte. Charttechnisch ist der Leitindex im Bereich von 5.540 Punkten unterstützt, auf Widerstand trifft er auf dem Niveau von 5.676 Punkten. In der zweiten Reihe geht es für den MDAX um 0,2% auf 7.519 Zähler nach oben, der TecDAX legt um 0,1% auf 808 Punkte zu.
Wichtig für die Richtung der Aktienkurse dürfte nach Einschätzung von Händlern am Nachmittag der ISM-Index aus den USA sein. Ökonomen erwarten im Mittel ihrer Prognosen einen leichten Anstieg im Januar auf 55,3 von 54,9 Punkten im Dezember. Aus der größten Volkswirtschaft der Welt sind darüber hinaus die Bauausgaben im Dezember avisiert.
Commerzbank und Deutsche Bank liegen mit an der Spitze der Kursgewinner, Commerzbank gewinnen 1,8% und Deutsche Bank 1,3%. Händler berichten von technischen Käufen auf niedrigem Kursniveau. Commerzbank haben in der dreiwöchigen Korrektur rund 18% verloren und Deutsche Bank knapp 17%.
Gesucht werden zu Wochenbeginn zudem defensive Werte. Deutsche Telekom verteuern sich um 0,4% auf 9,39 EUR und E.ON um 0,4% auf 26,78 EUR. Für Infineon, die um 1% auf 4,06 EUR vorrücken, haben die Analysten der Citigroup und UBS ihre Kursziele auf 5,40 (5,07) EUR respektive 4,50 (4,20) EUR erhöht.
Schwächer zeigen sich hingegen Fresenius-Vorzüge, die bei hohen Umsätzen um 1% auf 48,65 EUR nachgeben. "Das Interview mit Gesundheitsminister Rösler in der 'ARD' belastet die Kurse", sagt ein Händler. Zwar habe Rösler schon vor kurzem in einem "Spiegel"-Interview Kostensenkungsmaßnahmen auch bei Medikamenten thematisiert. Neben den Preisen rücke nun aber offensichtlich auch die Dauer des Patentschutzes auf Medikamente in den Blick.
Anders sieht dies ein Analyst: Der zunehmende Druck auf eine Verringerung der Gesundheitskosten in Deutschland sei "kein Thema" aus Sicht der Investoren. Zum Einen setzte sich mit sinkenden Preisen für Medikamente nur ein jahrelanger Trend fort. Zum Anderen sei gerade der deutsche Absatzmarkt stark von Generika geprägt - ein Grund für die Tendenz nachgebender Preise. Und schließlich komme dem deutsche Markt für die Pharmakonzerne im weltweiten Maßstab nur eine untergeordnete Rolle zu. Bayer verbilligen sich um 0,8% auf 49,10 EUR, Exane BNP senken ihre Anlageempfehlung auf "Neutral" von "Outperform".
Im MDAX ziehen Krones um 6,6% auf 38,18 EUR an. "Wir werden im ersten Halbjahr 2010 eine auskömmliche Auslastung haben und damit definitiv die Rückkehr zum Gewinn schaffen", sagte Hans-Jürgen Thaus, Finanzvorstand des Herstellers von Getränkeabfüllanlagen, der "FAZ".
Im TecDAX machen die Umstufungen der Analysten die Kurse. So steigen Manz Automation um 4,3% auf 63,10 EUR, nachdem die Credit Suisse die Aktien auf "Outperform" von "Neutral" angehoben hat. Die Analysten rechnen in den kommenden Monaten mit positiven Meldungen beim Auftragseingang, womit sich die Entwicklung aus dem vierten Quartal fortsetzen dürfte.
centrotherm verbilligen sich um 1,9% auf 39,53 EUR, auch hier ist eine Umstufung der schweizerischen Großbank der Auslöser. Die Analysten bewerten den Titel nunmehr nur noch mit "Neutral" nach "Outperform". Die Mitteilung, dass der erste Dünnfilmkunde des Unternehmens die Produktion aufgenommen habe, sei der letzte wichtige positive Katalysator gewesen.
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