XETRA-MITTAG/Gut behauptet - Automobiltitel ziehen an
03.02.2010 - 13:24
FRANKFURT (Dow Jones)--Der deutsche Aktienmarkt tendiert am Mittwochmittag gut behauptet. Der DAX steigt gegen 13.22 Uhr um 0,2% oder 11 auf 5.720 Punkte. Der Markt profitiert laut Händlern von günstigen Vorlagen der Wall Street und der asiatischen Börsen sowie steigenden Rohstoffpreisen und der Erholung des Euro. Allerdings hat die Dynamik der Erholung deutlich nachgelassen: "Im Vorfeld der EZB-Zinsentscheidung und des US-Arbeitsmarktberichts sollten die Bäume nicht in den Himmel wachsen", sagt ein Händler. Zudem könnte die Griechenland-Krise wieder aufflackern und die Erholung tangieren.
Impulse könnten am Nachmittag aus den USA vom ADP-Arbeitsmarktbericht kommen, der als Indikation auf den Januar-Bericht am Freitag gilt. "Eine überraschend gute Entwicklung am Arbeitsmarkt könnte die Zinserhöhungsspekulation anfachen und die Aktienkurse belasten", warnt ein Händler. Außerdem wird in den USA der ISM-Einkaufsmanager-Index für den Dienstleistungssektor veröffentlicht.
Wieder aufgehellt hat sich laut Analysten allerdings die charttechnische Situation. Der DAX könnte nach einem Überwinden des Widerstandsbereichs um 5.740 die starke Widerstandszone oberhalb von 5.810 Punkten anlaufen. Unterstützt sei er bei 5.650 Punkten. "Derzeit tut sich der DAX mit dem Widerstand schwer", so ein Händler mit Blick auf die gebremste Dynamik. Das Tageshoch von 5.734 Punkten liegt knapp unter der 5.740er Marke.
Gefragt sind Automobiltitel nach für die deutschen Hersteller überwiegend günstigen Januar-Absatzzahlen aus den USA. Daimler steigen um 3,1% auf 34,83 EUR, die Stuttgarter haben im Januar gut 26% mehr Fahrzeuge in den USA abgesetzt als im gleichen Vorjahresmonat. Mit einem Absatzanstieg um 41% ziehen VW um 2,2% auf 62,38 EUR an. BMW laufen mit einem Plus von 0,5% auf 31,34 EUR hinterher. Die Münchener konnten den US-Absatz nur um vergleichsweise magere 7,7% steigern. Angeführt werden die Gewinner allerdings vom Lkw-Hersteller MAN, deren Aktie nach günstigen Geschäftszahlen des schwedischen Scania-Konzerns 3,6% auf 50,96 EUR gewinnen.
Daneben steigen Salzgitter um 2,1% auf 67,73 EUR, nachdem die Analysten der UBS die Aktien auf die Kaufliste genommen haben. K+S steigen gestützt von festen Rohstoffaktien um weitere 2,7% auf 43,11 EUR, nachdem sie schon am Vortag deutlich zugelegt hatten.
Auf der anderen Seite verlieren Münchener Rück 0,4% auf 108,35 EUR. M.M. Warburg und Nomura haben die Aktien des Versicherungskonzerns abgestuft, Goldman Sachs hat sie von einer Liste besonders aussichtsreicher Aktien gestrichen. Deutsche Börse setzen ihre Abwärtsbewegung mit einem Minus von 1,9% auf 48,02 EUR fort. Der Titel wird von einer Herunterstufung durch Morgan Stanley belastet, aber auch übergeordnet sieht ein Händler kaum Potenzial für die Aktie. Der Teilnehmer verweist dabei auf den sich verstärkenden Wettbewerbsdruck und die nur dünnen Handelsumsätze.
Das Minus von 0,6% auf 65,67 EUR bei Siemens ist nach Einschätzung aus dem Handel rein technisch bedingt. Die Aktie sei an der 20-Tage-Linie bei 66,16 EUR gescheitert, nun komme es zu Abgaben.
Im MDAX steigen Hamburger Hafen um 2,7% auf 27,93 EUR, das Unternehmen hat im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben seine Ziele erreicht. TUI steigen um 3,5% auf 7,35 EUR, nachdem Morgan Stanley das Kursziel auf 10,50 EUR erhöht hat. Auch SGL profitieren mit einem Plus von 3,3% auf 21,86 EUR von einem positiven Analystenkommentar.
Im TecDAX profitieren Evotec laut Händlern von der Hoffnung, Pharma-Konzerne könnten zunehmend die Forschung und Entwicklung auslagern, sie gewinnen 5,1% auf 2,14 EUR. Aixtron steigen um 3,3% auf 23,43 EUR, nachdem das Unternehmen laut Marktteilnehmern gute Zahlen für das vergangene Jahr vorgelegt hat. "Betrachtet man die EBIT-Marge für das vierte Quartal von 28%, sieht man deutlich, dass trotz der zurückliegenden Entwicklung immer noch Upside da ist", so equinet-Analyst Adrian Pehl. Auf der Umsatzseite habe das Unternehmen mit 302 Mio EUR seine Prognose deutlich übertroffen, gleiches gelte mit einem EBIT von 62 Mio EUR für die Gewinnseite.
-Von Herbert Rude, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29725 217,
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