UPDATE: Audi im Januar auf der Überholspur
08.02.2010 - 12:36
(NEU: Details, Hintergrund)
Von Nico Schmidt und Barbara Millner
DOW JONES NEWSWIRES
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Audi AG ist mit einem satten Absatzplus in das Jahr 2010 gestartet und hat den Wettbewerber Mercedes-Benz überholt. Im Januar verkaufte die Volkswagen-Tochter nach Angaben vom Montag rund 77.800 Fahrzeuge. Das entspricht einem Plus von 39% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Damit ließ Audi im Januar den Konkurrenten aus Stuttgart hinter sich. Die Daimler-Tochter Mercedes-Benz verkaufte weltweit etwa 67.000 Wagen, fast ein Viertel mehr als im Vorjahresmonat. Inklusive des Kleinwagens Smart lag der Absatz bei 72.600 (+16,6%). Branchenprimus BMW wird die Absatzzahlen am Dienstag veröffentlichen.
Besonders profitierte die Audi AG auch im Januar vom Wachstum in der Region Asien-Pazifik. Dort stiegen die Auslieferungen um 101% auf rund 20.850 Automobile. Neben einem Plus von 114,9% in China (inklusive Hongkong) auf 16.798 Einheiten fiel auch die Zunahme in Japan von 33,6% auf 991 Autos ins Gewicht.
In Europa lagen die Verkaufszahlen der Marke mit den vier Ringen in allen großen Absatzmärkten über denen des Vorjahresmonats. Auf dem deutschen Heimatmarkt setzten die Ingolstädter 11.657 Oberklassewagen ab, ein Plus von 9,3%. In Großbritannien lag der Zuwachs bei 42,9% auf 9.004 Einheiten.
Dass sich zum Jahresauftakt auch der besonders krisengebeutelte US-Markt erholte, spürten auch die Ingolstädter: Auf dem ehemals größten Automobilmarkt der Welt stiegen die Verkäufe um 37,9% auf 6.510 (4.722) Wagen.
Auf Modellseite verkauften sich vor allem der Q5-Geländewagen sowie die A5-Familie gut. Viele Kunden entschieden sich für den A5 Sportback, der erstmals voll verfügbar war.
Aufgrund der aktuellen Auftragslage rechnen wir mit einem starken ersten Quartal", sagte Audi-Vertriebsvorstand Peter Schwarzenbauer. "Mit diesem erfolgreichen Start nehmen wir wieder Kurs auf unser Rekordergebnis 2008 von 1 Mio Auslieferungen, die wir 2010 wieder erreichen wollen", ergänzte er. Im Rekordjahr 2008 hatten die Ingolstädter 1.003.469 Fahrzeuge an die Kundschaft gebracht, 2009 waren es aufgrund der Branchenkrise nur noch knapp 950.000 Autos.
Weil Audi in den USA vergleichsweise schwach aufgestellt ist und in den (asiatischen) Wachstumsmärkten von der Präsenz der Muttergesellschaft VW profitiert, traf der Einbruch die Ingolstädter im vergangenen Jahr allerdings nicht so hart wie die größten Wettbewerber BMW und Mercedes-Benz. Trotzdem lagen die Konkurrenten am Ende des vergangenen Jahres gesehen noch vor Audi: Branchenprimus BMW verkaufte 2009 knapp 1,07 Mio Premiumwagen und die Daimler-Tochter Mercedes-Benz 1,01 Mio.
Dabei half vor allem die geradezu explodierende Nachfrage im Reich der Mitte den drei Premiumherstellern, die schwerste Branchenkrise seit dem zweiten Weltkrieg einigermaßen schadlos zu überstehen. China ist bei weitem der größte der so genannten BRIC-Staaten, in denen sich in den kommenden Jahren nach Einschätzung von Branchenexperten das Wachstum hauptsächlich abspielen wird. Neben China, wo die Kunden nicht zuletzt durch staatliche Subventionen in die Verkaufsläden gelockt wurden, gehören dazu auch Russland, Brasilien und Indien.
Webseite: www.audi.de
-Von Nico Schmidt und Barbara Millner, Dow Jones Newswires,
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