XETRA-START/Schwächer - DAX fällt unter 5.500 Punkte
05.02.2010 - 10:05
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Abwärtsbewegung am deutschen Aktienmarkt hält am Freitag im frühen Handel an. Der DAX fiel gleich in den ersten Handelsminuten mit Schwung unter die Marke von 5.500 Punkten. Parallel dazu ist der Euro wieder unter Druck geraten. Dies deutet nach Einschätzung aus dem Handel darauf hin, dass Devisen-Ausländer weiter Gelder aus dem Euroraum abziehen. Der DAX notiert um 9.58 Uhr MEZ mit einem Abschlag von 0,6% oder 34 Punkten bei 5.498, nachdem er im Tief bereits bei 5.457 Punkten gelegen hatte. Charttechnisch werden die nächsten Unterstützungen nun bei 5.300 respektive 5.160 Punkten gesehen.
Für einen Impuls dürfte am Nachmittag der mit Spannung erwartete US-Arbeitsmarktbericht für Januar sorgen. Volkswirte erwarten, dass die Zahl der Beschäftigten auf dem Niveau des Vormonats stagniert hat. Damit würde sich der grundsätzliche Trend der vergangenen Monate einer Verlangsamung des Stellenabbaus fortsetzen. Zu beachten ist, dass die Vorjahresdaten der im Januar üblichen Revision unterzogen werden, was zu Irritationen führen könnte. Das US-Arbeitsministerium hat bereits angedeutet, dass infolge dieser Revision die Beschäftigtenzahlen in den zwölf Monaten bis März 2009 deutlich niedriger gewesen sind als bisher ausgewiesen.
Zyklische Sektoren wie Rohstoffe und Automobile, aber auch die Banken stehen wieder stärker unter Druck. So verlieren Commerzbank 1,1%, K&S 1,5% und ThyssenKrupp 0,7%. MAN können sich dem Trend leicht entziehen. Im Handel wird darauf verwiesen, dass nach Wettbewerber Scania am Donnerstag am Morgen Volvo Quartalszahlen berichtet hat und Anzeichen einer Erholung in einigen Regionen auf Grund des Auftragseingangs sieht. MAN verlieren 0,4% auf 50,37 EUR.
Als defensiver Wert und gestützt von einem Zeitungsbericht können sich Deutsche Telekom der Schwäche am Aktienmarkt entziehen und legen um 1,6% auf 9,38 EUR zu. Auf positive Resonanz trifft im Handel ein Bericht des "Wall Street Journal", dem zufolge die Telekom einen Börsengang ihrer US Mobilfunktochter T-Mobile vorbereitet. "Aus eigener Kraft wird T-Mobile USA es nicht schaffen, zur Nummer zwei zu werden. Daher muss sich das Management eine Lösung für diesen Problemfall ausdenken", sagt ein Marktteilnehmer. Vor diesem Hintergrund sei ein "gut gemachter" Börsengang ein für die Aktionäre sicher positiver Schritt.
Linde profitieren von einer Großfusion in den USA. Dort will der Industriegasekonzern Air Products & Chemicals den Wettbewerber Airgas für insgesamt rund 7 Mrd USD übernehmen. "Das entspricht einer Bewertung von 10,5 hinsichtlich des Verhältnisses von Enterprise Value zu EBITDA", sagt ein Händler. Bei Linde liege diese Kennziffer bei lediglich 8, so dass das Unternehmen unterbewertet erscheine. Linde legen um 1,5% auf 80,80 EUR zu.
Ein vergleichbares Bild wie im DAX zeigt sich im MDAX, der um 1,4% auf 7.350 Punkte nachgibt. Vor allem die zyklischen Werte stehen auf den Verkaufslisten. Im TecDAX verlieren Roth & Rau am stärksten, die Aktie gibt um 5,2% auf 27,37 EUR nach. Wie der Solarzulieferer am Morgen mitteilte, will er die niederländische OTB Solar BV von deren Mutter OTB Group kaufen. Der Kaufpreis belaufe sich inklusive der Übernahme von Schulden auf 35,5 Mio EUR, 30 Mio EUR würden durch die Ausgabe neuer Roth & Rau-Aktien, als Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage, geleistet.
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