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2009/2019

| Quelle: Hans A. Berneck... | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der soeben vorgelegte Einkaufsmanagerindex in der Version von IHS Markit/BME erreichte den tiefsten Stand seit September 2009.  Alle statistischen  Zahlen in den deutschen Sektoren zeigen zwar negative Vorzeichen, aber allesamt im kleinen einstelligen Bereich, jedoch mit einer Besonderheit, die auf eine Wiederholung früherer Vorgänge hindeutet.

 

Die deutsche Autoindustrie muss umbauen. Mit dem Dieselskandal begann es und von der E-Mobility bis zu den Varianten Brennstoffzelle und Autonomes Fahren sind lt. Umfrage insbesondere die süddeutschen Autozulieferer betroffen. Genauso wie 2009 und zuletzt in einer anderen Version, als die deutschen Werkzeugmaschinenhersteller von den Japanern überfahren wurden.

 

Worin liegen die Parallelen? Die Deutschen gelten regelmäßig als nicht die Schnellsten-  oder umgekehrt, die Langsamsten. So auch jetzt. Sie gelten zudem auch als besonders ängstlich und vorsichtig, worin die beste Brücke zu 2009 liegt. Beiden gemeinsam ist:

 

Der Zusammenbruch von Lehmann löste eine umfangreiche Angstwelle in Deutschland aus, wie sie in anderen Euroländern kaum in dieser Größenordnung zu spüren war.

 

Der ausschließliche Grund lag darin, dass alle Angst hatten, aber nicht wussten, wovor. Der Einbruch des deutschen Automarktes hatte weder technische, noch kreditpolitische Gründe, beruhte auch nicht auf Befürchtungen der Verbraucher, entweder den Job zu verlieren oder weniger Geld zu verdienen, sondern ausschließlich darauf, dass umfangreich von einer Weltkrise gesprochen wurde. Genau das haben wir jetzt zum zweiten Mal vorliegen. In den Medien wird umfangreich darüber diskutiert, wie der Konjunktureinbruch verläuft, wen er trifft, ob Einkommensverluste zu befürchten sind oder der Ferientrip vielleicht doch verschoben werden muss etc. In sämtlichen Sektoren herrscht also Ängstlichkeit bis Angst, die noch zusätzlich täglich umfangreich dargestellt wird.

 

Solche Meinungen haben zwei  Seiten: Eine berechtigte aus der Sicht der unmittelbaren Fakten und eine unberechtigte, woraus die eigentlichen Verhaltensformen in den Märkten resultieren. Mit einem Wort beschrieben: Zurückhaltung.

 

Zurückhaltung ist in der Regel zeitlich begrenzt, aber umfangreich wirksam in allen Bereichen des täglichen Lebens vom Job bis zur Freizeit und bei den Unternehmen in dem Verzicht auf Investitionen und der sorgfältigen Reservebildung in bar, um keinen Fehler zu machen oder kein unnötiges Risiko einzugehen.

 

2009 fiel der damaligen Regierung ein, eine Abwrackprämie für Autos einzuführen. Der Effekt war denkbar bescheiden, aber psychologisch richtig. Alleine der Glaube, dass mit der Prämie der deutsche Automarkt wieder auf die Beine käme, reichte aus. Das Gleiche oder Ähnliches steht jetzt an: In einer solchen psychologisch schwierigen Situation bedarf es einer konkreten Nachricht aus der Politik, wie man in einem solchen Falle als Regierung zum einen die Stimmung deutlich verbessern müsse und eine Faktenlage schafft, die statistisch greifbar wird.

 

Warum das Ganze? Alle Menschen und Gesellschaften funktionieren wie ein Herdenvieh. Es bedarf eines Leitbullen, der wenigstens sagt, wohin es geht. Alles andere macht die Herde von selbst. So auch jetzt oder demnächst.

 

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Hans A. Bernecker

Hans A. Bernecker Hans A. Bernecker ist das Urgestein der dt. Börse. Seit grob sechs Jahrzehnten bietet der Nationalökonom Orientierung bei der Markteinschätzung und der Ableitung von Investmentchancen. Neben seinem Informationsdienst "Die Actien-Börse" stehen diverse Börsenbriefe aus seinem Redaktionsteam. Charakteristisch ist sein Mut, bei Bedarf gegen den Meinungsstrom zu schwimmen. Dabei kommt ihm nicht nur sein langjähriger Erfahrungsschatz zugute, sondern auch unzählige persönliche Kontakte, die ihm besonders intime Einblicke ermöglichen.

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