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5G-Auktion bald beendet – Anleger atmen auf!

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Das Ende der 5G-Auktion rückt dank einer Regeländerung näher. Der neue Mobilfunkstandard ist unglaublich wichtig für die Telekom-Konzerne Deutsche Telekom, Vodafone oder Telefónica – auch wenn er Milliarden verschlingen dürfte. Eine Investitions-Last, die insbesondere auf den Aktienkurs von 1&1 Drillisch +8,25% und United Internet +12,50% drückt.

Zähe 5G-Auktion

"Es zieht sich", kommentierte ein Drillisch-Sprecher die andauernde Frequenz-Versteigerung der fünften Mobilfink-Generation. Die Bieter, zu denen neben 1&1 Drillisch auch die Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica zählen, haben mittlerweile weit über 450 Runden hinter sich und dabei inzwischen fast 6,3 Milliarden Euro geboten.

Das ist weit mehr als Fachleute erwartet hatten. Zum Vergleich: Der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2010 lag bei 224 Runden. Damals kamen aber nur rund 4,4 Milliarden Euro in die Staatskasse. Die Auktion endet erst, wenn keines der beteiligten Unternehmen mehr ein Gebot abgibt. Um den Vorgang zu beschleunigen, entschied die Bundesnetzagentur am Mittwoch, das Mindest-Zusatzgebot deutlich zu erhöhen. So soll die Schmerzgrenze der Teilnehmer schneller ausgereizt werden.

"Wir hätten auch gedacht, dass es schon längst vorbei sein müsste", sagte der Sprecher weiter. Aber es geht nun mal um 5G, einen Mobilfunkstandard, der nicht einfach nur eine schnellere Datenübertragung ermöglichen soll, sondern den Unternehmen auch völlig neue Geschäftsfelder im Bereich des Internets der Dinge eröffnen dürfte. Und für Drillisch, der Telekommunikationstochter von United Internet, bedeuten die neuen Frequenzen noch etwas: Die Möglichkeit, ein eigenes Netz aufzubauen. Denn das hat das Unternehmen bislang noch nicht. Stattdessen mietet es Kapazitäten vor allem bei der O2-Mutter Telefonica Deutschland und auch bei Vodafone.

Um unabhängiger zu werden, muss Drillisch also bei der Auktion am Ball bleiben. Dafür hatte das Unternehmen im Winter mit einem europäischen Bankenkonsortium Kreditlinien in Höhe von 2,8 Milliarden Euro vereinbart. Zudem beschloss der Vorstand - mit Zustimmung der Aktionäre - fast den gesamten Gewinn von 2018 im Unternehmen zu belassen und nur die gesetzliche Mindestdividende von fünf Cent je Aktie auszuschütten.

Drillisch mit Potenzial

Trotz der Unsicherheiten rund um die 5G-Versteigerung und die damit verbundene Zukunft von 1&1 Drillisch glaubt der Großteil der Analysten an das Potential des Mobilfunkers. Das durchschnittliche Kursziel von 46,93 Euro liegt rund zwei Drittel über dem aktuellen Aktienkurs. Die Experten machen dennoch darauf aufmerksam, dass es bei Drillisch viel zu klären gibt.

Für LBBW-Analyst Thomas Hofmann stellen sich vor allem folgende Fragen: Wie hoch werden die Kosten für die Frequenzen sein und welche Summe wird das Unternehmen künftig für den Netzaufbau aufwenden müssen? Wie werden sich die Ergebnis- und Cashflow-Margen entwickeln? Und: Mit welcher Dividende können die Aktionäre mittelfristig wieder rechnen? Vor dem Hintergrund dieser zahlreichen Fragen sei die Bewertung der Aktie daher aktuell nur sehr vage darstellbar. Hofmann rät dennoch zum Kauf.

Drillisch und United Internet unter Druck

Sowohl die Papiere von Drillisch als auch die von United Internet leiden seit geraumer Zeit stark unter den Unsicherheiten rund um die 5G-Auktion. War die Drillisch-Aktie etwa Anfang 2018 noch über 70 Euro wert gewesen, kostete sie zuletzt keine 30 Euro mehr, ein Minus von fast 60 Prozent. United-Internet-Titel verloren im gleichen Zeitraum über 40 Prozent. Der MDAX -Konzern hält knapp drei Viertel der Anteile an Drillisch.

Mit Material von dpaAFX.

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