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6 Themen, die am Donnerstag für DAX-Anleger wichtig sind

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Am deutschen Aktienmarkt zeichnet sich auch am Donnerstag ein eher zäher Handel hab. Bereits tags zuvor war der DAX in einer engen Spanne gefangen, aus der ihn auch der fortgesetzte Rekordlauf der US-Börsen nicht herausziehen konnte. Am Donnerstagmorgen wurde der deutschen Leitindex +0,05% kurz vor Xetra-Handelsstart bei 13.453 Punkten und damit 0,2 Prozent über seinem Vortagesschluss. Damit bleibt aber immerhin das Rekordhoch von knapp 13.597 Zählern in Reichweite.

So lieferte die Unterzeichnung des ersten Handelsabkommens zwischen den USA und China am Mittwoch - die ohne größere Überraschungen blieb - den Aktienmärkten keine frischen Impulse. Es gebe unter Investoren keine einheitliche Leseart des Deals, erklärte Marktstratege Michael McCarthy vom Broker CMC Markets. Die Details erschienen eher wie ein Waffenstillstand, als wie eine richtige Lösung des Konflikts. - Folgende Themen könnten heute Einfluss auf die Kurse haben.

Phase-1-Deal

Die zwei größten Volkswirtschaften der Welt haben sich in ihrem erbitterten Handelskrieg auf einen Waffenstillstand verständigt. Chinas Präsident Xi Jinping, der nicht persönlich anwesend war, ließ in einem Grußwort erklären: "Der Abschluss ist gut für China, für die Vereinigten Staaten und die ganze Welt."

China verpflichtet sich in dem Abkommen, seine Importe aus den USA deutlich zu erhöhen. Zudem soll der Vertrag Probleme beim Schutz von geistigem Eigentum, dem Export von Produktfälschungen und den von China erzwungenen Technologietransfers lösen. Auch sollen US-Finanzdienstleister besseren Zugang zu Chinas Markt bekommen.

Im Gegenzug verzichteten die USA bereits im Dezember auf die Verhängung angedrohter neuer Strafzölle auf Konsumgüter im Wert von 150 Milliarden US-Dollar. Zudem zog Washington den Vorwurf zurück, dass China seine Währung manipuliere, um sich im internationalen Wettbewerb Vorteile zu verschaffen. Weitere strittige Themen sollen erst in einer zweiten Phase des Handelsabkommens geklärt werden.

Vorgaben aus den USA

Die Anleger an der Wall Street haben am Mittwoch die Unterzeichnung des ersten US-chinesischen Handelsabkommens erleichtert zur Kenntnis genommen. Sowohl der Leitindex Dow Jones Industrial -0,52% als auch der marktbreite S&P 500 -0,14% hatten bereits im frühen Handel und damit vor der Besiegelung des Deals Höchststände erklommen, bevor sie etwas an Fahrt verloren und moderat im Plus schlossen. Der Dow Jones gewann am Ende 0,3 Prozent auf 29.030 Punkte und profitierte damit auch von einem Kurssprung bei den Aktien des Gesundheitsdienstleisters und Krankenversicherers UnitedHealth +0,32%. Die Verlaufs-Bestmarke vom Dow liegt nun bei 29.127 Punkten.

Handel in Fernost

Der japanische Leitindex Nikkei -0,91% schloss mit einem kleinen Plus von 0,1 Prozent auf 23.933 Punkte. Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Aktien an den chinesischen Festlandbörsen fiel kurz vor dem Handelsende moderat, während der Hang Seng +0,67% in Hongkong leicht zulegte.

Unternehmens-News

Im DAX richten sich die Blicke auf Beiersdorf -0,75%. Der Konsumgüterkonzern hatte im vergangenen Jahr dank guter Geschäfte mit seinen Hautpflegemarken Nivea, Eucerin und La Prairie beim Umsatz zugelegt. Bereinigt um Wechselkurseffekte sowie Zu- und Verkäufe lag das Plus im Rahmen der Unternehmensprognose. Vorbörslich ging es auf der Handelsplattform Tradegate um ein Prozent nach unten zum Xetra-Schluss.

Dass die Regierung von US-Präsident Donald Trump einem Medienbericht zufolge mal wieder mit Strafzöllen auf Autos aus der EU drohte, um im Atomstreit mit dem Iran Druck auf Europas Regierungen zu machen, könnte den Autosektor belasten.

Barclays hat Infineon -1,13% von "Underweight" auf "Equal Weight" hochgestuft und das Kursziel von 15,50 auf 21,00 Euro angehoben. Innerhalb des 2019 bereits stark gelaufenen europäischen Hardware-Technologiesektors dürfte es 2020 vor allem für die Halbleiter-Industrie weiter aufwärts gehen, schrieb Analyst Andrew Gardiner in einer aktuellen Studie. Die Infineon-Aktie profitiert vorbörslich mit einem Aufschlag von etwa einem Prozent.

Die Papiere von Delivery Hero -0,64% rückten um 0,6 Prozent vor. Der Essenslieferant hatte sich am Kapitalmarkt frisches Geld besorgt. Mit der Platzierung von Wandelschuldverschreibungen sowie durch eine Kapitalerhöhung wurden brutto insgesamt rund 2,3 Milliarden Euro eingenommen.

Der Batteriehersteller Varta -3,44% baut wegen der ungebrochen steigenden Nachfrage nach Lithium-Ionen-Zellen seine Produktion schneller als ursprünglich gedacht aus. Vorbörslich reagierten die Aktien darauf mit einem Plus von etwa vier Prozent.

Besonders deutliche Kursaufschläge von mehr als zehn Prozent auf Tradegate gab es bei den Anteilen des Kochboxenversenders HelloFresh -1,50%, der im abgelaufenen Jahr bei Umsatz und Gewinn die eigenen Erwartungen übertroffen hatte.

Bei einigen Werten könnten zudem neue Analysteneinstufungen bewegen, darunter Infineon, Aixtron, Telefonica Deutschland, Vonovia und Grand City Properties.

Einigung über Kohleausstiegsplan

Die Bundesregierung und die Bundesländer mit Braunkohle-Regionen haben sich auf einen Zeitplan für das Abschalten von Kohlekraftwerken verständigt. Die Regierung habe den Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg einen Stilllegungspfad vorgestellt, dem diese zugestimmt hätten, hieß es am Donnerstagmorgen.

Nun wolle der Bund diesen Pfad mit den Betreibern der Braunkohle-Kraftwerke und -Tagebaue vertraglich festlegen. Noch im Januar soll der Gesetzentwurf für den Kohleausstieg demnach auf den Weg gebracht werden und bis Mitte des Jahres verabschiedet sein. Die Energieversorger-Aktien von RWE ±0,00% und E.on +0,16%, denen Entschädigungszahlungen winken, zeigten sich vorbörslich gut behauptet.

Konjunkturdaten

In Deutschland hat sich der allgemeine Preisauftrieb im vergangenen Jahr abgeschwächt. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte, lagen die Verbraucherpreise im vergangenen Jahr 1,4 Prozent höher als im Vorjahr. Im Jahr 2018 hatte der Anstieg noch 1,8 Prozent betragen. Die Statistiker bestätigten damit vorläufige Zahlen. Zurückzuführen ist der geringere Preisanstieg vor allem auf die Preisentwicklung von Energie.

Um 13.30 Uhr dürfte dann das EZB-Sitzungsprotokoll die Aufmerksamkeit der Börsianer anziehen. Anschließend richtet sich der Fokus erneut auf die Wall Street. Veröffentlicht werden um 14.30 Uhr Daten zum Einzelhandelsumsatz, zu den Im- und Exportpreisen, der Phily-Fed-Index sowie die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Gegen 16 Uhr folgen die Lagerbestände und der NAHB-Index. (mmr mit Material von dpa-AFX)


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DAX ®
DAX ® - Performance (3 Monate) 13.555,87 +0,05%
PKT +6,93
Porträt - Chart - Indexzusammensetzung
Tops Kurs %
FRESENIUS 49,35 +1,81%
DT. BÖRSE 148,60 +1,36%
FMC 69,72 +1,25%
DT. BANK 7,50 +1,02%
MERCK 117,40 +0,95%
Flops
WIRECARD 128,85 -0,58%
BEIERSDORF 105,80 -0,84%
DT. POST 33,92 -1,02%
CONTINENTAL 111,22 -1,78%
LUFTHANSA 14,44 -3,38%
Nachrichten
21.01. NACHBÖRSE/XDAX -0,2% auf 13.534 Punkte CONTINENTAL 110,88 -2,55%

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