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7 Themen, die am Dienstag für DAX-Anleger wichtig sind

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Nach dem Hochkochen der Virusangst zum Wochenstart zeichnet sich am deutschen Aktienmarkt am Dienstag eine Stabilisierung ab. Vor Xetra-Handelsstart wurde der DAX -3,68% am Morgen bei 13.120 Punkten taxiert und damit 0,6 Prozent im Plus. In Asien waren die Kurse am Dienstag zunächst deutlich unter Druck geraten, machten zuletzt aber einen Teil ihrer Verluste wett.

Tags zuvor hatte an den Finanzmärkten die Furcht vor einem deutlichen Konjunkturknick infolge der rasanten Ausbreitung des Coronavirus um sich gegriffen. So rechnen Volkswirte bereits mit einem langsameren globalen Wirtschaftswachstum, weil viele Fabriken in China vorübergehend geschlossen sind, was globale Lieferketten durcheinander bringt. So war der deutsche Leitindex um mehr als vier Prozent eingeknickt und zwischenzeitlich unter die Marke von 13.000 Punkten gerutscht. Dieser Bereich erwies sich vorerst jedoch - wie schon mehrfach seit November als Unterstützung. - Folgende Themen könnten heute Einfluss auf die Kurse nehmen.

Coronavirus

Die Zahl der Opfer und Infizierten durch das Coronavirus ist in China erneut gestiegen. Wie die Pekinger Gesundheitskommission mitteilte, kamen weitere 71 Menschen durch die Covid-19 genannte Krankheit ums Leben. Die Gesamtzahl der Opfer in China stieg damit auf 2.563. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen kletterte auf 77.658. Bis auf drei Todesopfer und neun Infektionen wurden sämtliche neue Fälle in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei gemeldet, wo das Virus ursprünglich in der Millionenmetropole Wuhan ausgebrochen war. Außerhalb des chinesischen Festlands sind im Rest der Welt bislang mehr als 2.300 Infektionen bekannt.

In Südkorea (aktueller Artikel) und in Italien waren die Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 zuletzt sprunghaft gestiegen. In Südkorea wurden 893 Infizierte gezählt, in Italien 229. Angesichts der raschen Ausbreitung des neuen Coronavirus in Italien berät die italienische Regierung heute mit den Nachbarländern und Deutschland die Lage. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn reist dazu nach Rom.

Die Gefahr einer Ansteckung mit dem Virus ist für Europäer nach EU-Einschätzung derzeit "niedrig bis moderat". Alle bisher berichteten Fälle in der Europäischen Union hätten klare epidemiologische Verbindungen, erklärte das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC). Man habe Maßnahmen ergriffen, um die weitere Ausbreitung zu begrenzen. In Italien wurden etwa Sperrzonen eingerichtet.

Weltweit sind mittlerweile 80.149 Menschen mit Covid-19 infiziert, 2.699 von ihnen sind verstorben, 27.683 Patienten gelten als geheilt.

Die Anleger suchen derzeit vor allem Zuflucht in sicheren Häfen wie Gold, Anleihen oder dem US-Dollar. Allerdings notiert der Goldpreis mittlerweile wieder bei 1.643 Dollar und damit gut 50 Dollar unter seinem gestern markierten Hoch. Die Experten der Credit Suisse bestätigten mit Blick auf den Aktienmarkt ihre Zurückhaltung, bis die wirtschaftlichen Folgen von Corona klarer absehbar sind.

Vorgaben aus den USA

Das sich weltweit immer stärker ausbreitende Coronavirus hat am Montag die US-Börsen auf Talfahrt geschickt. Der Dow Jones Industrial -4,06%, der vor rund zwei Wochen bei über 29.500 Punkten Rekordhöhe erreicht hatte, büßte mehr als 1000 Punkte ein und schloss unter der Marke von 28 000 Punkten. Letztlich beendete er den Tag mit minus 3,7 Prozent bei 27 960 Punkten auf dem tiefsten Stand seit Mitte .Dezember.

Handel in Fernost

Die Furcht vor einem Konjunkturknick wegen der Ausbreitung des Coronavirus hat die Börsen Asiens am Dienstag teilweise belastet. Sie gerieten im Sog einer extrem schwachen Wall Street unter Druck, machten allerdings im Verlauf einen Teil ihrer Verluste wett. An der Börse Südkoreas stieg der Kospi, der zum Wochenstart besonders deutlich gefallen war, nun sogar um rund ein Prozent. Mit Blick auf China schaffte der Hang Seng +0,10% in Hongkong zuletzt sogar den Sprung in die Gewinnzone. Auch der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Aktien an den chinesischen Festlandbörsen erholte sich und notierte nur noch wenig im Minus.

Der japanische Leitindex Nikkei 225 +3,88% knickte hingegen um 3,3 Prozent auf 22.605 Punkte. Allerdings holte er damit nach der Feiertagspause vom Montag lediglich die Verluste nach, die anderen Börsen bereits zum Wochenstart erlitten hatten.

Konjunkturdaten

Um 8 Uhr wurden die endgültigen BIP-Daten aus Deutschland veröffentlicht. Die deutsche Wirtschaft ist demnach Ende des vergangenen Jahres wie erwartet nicht vom Fleck gekommen. Im vierten Quartal habe die Wirtschaftsleistung im Quartalsvergleich stagniert, teilte das Statistische Bundesamt mit.

Gegen 16 Uhr könnte das US-Verbrauchervertrauen auf Interesse stoßen.

Pkw-Zulassungszahlen

Die Pkw-Neuzulassungen in der Europäischen Union sind im Januar zurückgegangen. In den 27 Ländern der EU ohne Großbritannien sanken die Zulassungen um 7,5 Prozent auf 956.779 Autos, wie der europäische Branchenverband Acea in Brüssel mitteilte. Gründe seien Vorzieheffekte durch steuerliche Änderungen in einigen Staaten, aber auch die schwächere wirtschaftliche Entwicklung und die durch den Brexit hervorgerufene Unsicherheit. In den größten vier Märkten der EU ging es im Januar spürbar abwärts, Frankreich (-13,4 Prozent) erlitt den größten Dämpfer vor Spanien (-7,6%, Deutschland (-7,3%) und Italien (-5,9%). Im Vereinigten Königreich betrug das Minus 7,3 Prozent.

Von der Marke Volkswagen -8,88% wurden 6,6 Prozent weniger Autos zugelassen, bei Daimlers Stammmarke Mercedes-Benz betrug das Minus nur 0,1 Prozent. Die Marke BMW -5,65% kam auf ein deutliches Plus von neun Prozent, die VW-Tochter Audi -1,01% auf plus 6,4 Prozent. Insbesondere von der VW-Tochter Porsche wurden im Januar gegenüber dem schwachen Vorjahresmonat mit einem Plus von 76,4 Prozent deutlich mehr Autos zugelassen.

Unternehmens-News

Anleger, die dennoch ihre Chance suchen, dürften sich am Dienstag wohl insbesondere auf die größten Verlierer des Vortages konzentrieren. So klettern Lufthansa-Aktien -7,88% nach einem Abschlag von fast neun Prozent nun vorbörslich um gut 2,5 Prozent. Papiere des Tickethändlers und Veranstalters CTS Eventim +2,37% aus dem MDAX -3,77% stabilisierten sich nach fast 10 Prozent Verlust immerhin etwas.

Nach aktuellen Geschäftszahlen ging es für Papiere von Corestate Capital -4,64% aufwärts. Der Immobilienverwalter will auch 2020 vom Immobilienboom profitieren.

Leoni-Aktien -5,51% knickten dagegen weiter ein. Der angeschlagene Kabel- und Bordnetzspezialist war 2019 wegen der Krise der Autobranche, dem Konzernumbau und Problemen bei einem Großauftrag noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht als ohnehin befürchtet.

EU-Verhandlungen wegen Großbritannien

Die EU-Staaten wollen am Vormittag ihre gemeinsame Linie für die anstehenden Verhandlungen mit Großbritannien festlegen. Die Europäischen Union hat den Briten nach ihrem Austritt aus der Gemeinschaft angeboten, ein Freihandelsabkommen ohne Zölle und Quoten zu schließen. Dafür müsste Großbritannien sich aber verpflichten, EU-Normen im Arbeits- und Umweltrecht und für staatliche Beihilfen weitgehend einzuhalten. Entsprechende Vorgaben soll das Mandat enthalten, das die Europaminister der 27 EU-Staaten in Brüssel beschließen wollen. Anfang März könnten die Verhandlungen beginnen. (Mit Material von dpa-AFX)

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