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7 Themen, die am Donnerstag für Anleger wichtig sind

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der deutsche Aktienmarkt hält sich heute Morgen auf hohem Niveau. Vor Xetra-Handelsstart wurde der DAX +0,51% bei 12.645 Punkten taxiert - ein Minus zu Vortagsschluss von 0,2 Prozent. Mit 12.698 Punkten hatte der Leitindex am Vortag einen neuen Höchststand seit August vergangenen Jahres erreicht.

Für leichte Belastung sorgten Umsatzzahlen aus dem Einzelhandel. Am Nachmittag beginnt in Brüssel der EU-Gipfel. Die EU-Staats- und Regierungschefs könnten bei dem zweitägigen Treffen am Donnerstag und Freitag endlich eine Einigung finden, die einen Chaos-Brexit verhindern soll. - Was heute Einfluss auf die Kurse haben dürfte.

Vorgaben aus den USA

An der Wall Street ist nach der jüngsten Rally wieder ein Stück weit Ernüchterung eingekehrt. Die wichtigsten Aktienindizes gaben am Mittwoch etwas nach. Für Belastung sorgten Umsatzzahlen aus dem Einzelhandel: Die Erlöse waren im September erstmals seit gut einem halben Jahr wieder gesunken. Zudem sahen Marktbeobachter angesichts neuer Spannungen zwischen den USA und China die Chancen für ein umfassendes Handelsabkommen beider Länder ein wenig schwinden. Der Dow Jones Industrial -0,18% fiel um 0,1 Prozent auf 27.002 Punkte, nachdem der US-Leitindex am Dienstag noch die Marke von 27.000 Punkten zeitweise deutlich hinter sich gelassen hatte.

Die US-Wirtschaftswachstum hat nach Einschätzung der US-Notenbank Fed etwas an Schwung verloren. Insgesamt habe die wirtschaftliche Aktivität in den vergangenen Wochen in einem "leichten bis gemäßigtem" Tempo zugelegt, teilte die Fed gestern mit ihrem Konjunkturbericht ("Beige Book") mit. Damit hat die Notenbank die Wortwahl leicht verändert.

Vorgaben aus Fernost

Die Börsen Asiens haben am Donnerstag keinen klaren Trend gezeigt. Die Kursentwicklung spiegelte die unklare Gemengelage wider. Für Rückenwind sorgte einerseits der überraschende Rückgang der US-Einzelhandelsumsätze, der Hoffnungen auf weiter sinkende Zinsen in den USA befeuerte. Andererseits sind die Unsicherheiten im Handelsstreit zwischen den USA und China noch immer nicht ganz ausgeräumt. Ein vom US-Repräsentantenhaus verabschiedetes Gesetz zum Schutz von Demokratie und Menschenrechten in Hongkong hatte die chinesische Regierung am Vortag veranlasst, mit Gegenmaßnahmen zu drohen.

Der CSI 300 mit den 300 wichtigsten Aktien an den chinesischen Festlandbörsen stagnierte zuletzt bei 3.921 Punkten. Für den Hang-Seng-Index +1,44% in Hongkong ging es dagegen um 0,5 Prozent nach oben. Der japanische Nikkei-225 -0,53% schloss 0,1 Prozent niedriger bei 22.451,86 Punkten.

Konjunkturdaten

Unter den Vorzeichen einer schwächeren Konjunktur stellt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier dann ab 14 Uhr die Herbstprognose der Bundesregierung vor. Erwartet wird, dass sie ihre Wachstumserwartung für 2019 von 0,5 Prozent nicht ändert - aber fürs kommenden Jahr mit einem schwächeren Anstieg des Bruttoinlandsprodukts rechnet als bislang.

Im Mittelpunkt stehen dann später zahlreiche US-Konjunkturdaten. Die Baubeginne und Baugenehmigungen werden wie auch die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 14.30 Uhr gemeldet. Es folgen die Zahlen zur Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung um 15.15 Uhr. Der wöchentliche Ölbericht folgt um 17 Uhr.

EU-Gipfel

In Brüssel beginnt zudem der zweitägige EU-Gipfel. Nach der Klärung der wichtigsten Brexit-Fragen hoffen die Europäische Union und Großbritannien auf einen Deal beim EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag. Bundeskanzlerin Angela Merkel kommt am Nachmittag mit ihren EU-Kollegen zusammen. Vorher gibt die CDU-Politikerin eine Regierungserklärung im Bundestag ab.

US-Präsident Donald Trump hat im Vorfeld des Gipfels die geplanten milliardenschwere US-Strafzölle auf EU-Importe verteidigt. Der Schritt sei lediglich ein Ausgleich dafür, dass die USA zuvor lange von der EU benachteiligt worden seien, sagte Trump bei einem Treffen mit dem italienischen Präsidenten Sergio Mattarella im Weißen Haus. "Deshalb sollte es keine Vergeltung geben", betonte er mit Blick auf eine mögliche Gegenreaktion der Europäer.

Brexit-Verhandlungen

Nach der Klärung der wichtigsten Brexit-Fragen hoffen die Europäische Union und Großbritannien auf einen Deal bei dem am Nachmittag in Brüssel beginnenden EU-Gipfel. Zwei Wochen vor dem geplanten EU-Austritt der Briten am 31. Oktober hatten Experten beider Seiten am Mittwoch entscheidende Fortschritte in Fragen erzielt, die lange als die größten Hürden galten. Allerdings steht ein weiterer Stolperstein aus: Das britische Parlament soll auf einer Sondersitzung am Samstag über die angestrebte Vereinbarung abstimmen. Außerdem stellt sich Nordirland quer: Die nordirische Protestanten-Partei DUP lehnt Teile der von London und Brüssel ausgehandelten Brexit-Vorschläge ab.

Quartalszahlen

Unter den Einzelwerten könnten am Donnerstag die Aktien von Zooplus ±0,00% einen Blick wert sein. Der Online-Tierbedarfshändler steigerte den Umsatz im dritten Quartal deutlich, wenngleich die Wachstumsrate im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nachließ. An seiner Prognose für das laufende Geschäftsjahr hielt Zooplus fest. Im vorbörslichen Geschäft auf der Handelsplattform Tradegate stiegen die Titel im Vergleich zum Xetra-Schluss vom Vortag um 3,5 Prozent.

Außerdem melden unter anderem folgende internationale Unternehmen ihre Quartalszahlen: Accor, Ericsson, Honeywell, Morgan Stanley, Nestlé, Pernod Ricard, Philip Morris, Unilever und Vivendi.

Unternehmens-News

Die britische Investmentbank HSBC hat das Kursziel für Wirecard +0,62% nach einem weiteren kritischen Bericht der Financial Times von 225 auf 190 Euro gesenkt, aber die Einstufung auf "Buy" belassen. Zwar sei er von den starken Fundamentaldaten Wirecards weiter überzeugt, doch die Schwankungsanfälligkeit der Aktien wolle er nun ebenfalls berücksichtigen, schrieb Analyst Antonin Baudry in einer Studie. Er hält einen "Governance Day" mit Fokus auf Marktbedenken, Unternehmensführung und auf die Beziehungen zu den Partnern des Zahlungsabwicklers für hilfreich. Die Wirecard-Aktie gab vorbörslich nach.

Das Analysehaus RBC hat das Kursziel für BMW +0,90% vor der Berichtssaison der europäischen Autobauer und -zulieferer zum dritten Quartal von 73 auf 74 Euro angehoben und die Einstufung auf "Sector Perform" belassen. Er bevorzuge die Hersteller Volkswagen (VW) und BMW sowie den Nutzfahrzeugbauer Volvo, wohingegen er bei den Zulieferern Vorsicht walten lasse, schrieb Analyst Tom Narayan in einer aktuellen Studie. Das höhere Kursziel für BMW begründete Narayan mit besser ausgefallenen Marktdaten zur Marke Mini.

Die Einstufung für Daimler +0,52% beließ Narayan auf "Outperform" mit einem Kursziel von 59 Euro. Er bevorzuge die Hersteller VW und BMW sowie den Nutzfahrzeugbauer Volvo, wohingegen er bei den Zulieferern Vorsicht walten lasse.

Die Papiere von Zalando +0,49% reagierten auf Tradegate mit einem Gewinn von fast fünf Prozent auf einen positiven Analystenkommentar. Das Investmenthaus Mainfirst stufte die Anteilscheine des Online-Modehändlers von "Underperform" auf "Neutral" hoch und hob das Kursziel von 31 auf 42 Euro an. Analyst Tobias Sittig erhöhte seine Schätzungen für den Umsatz und das operative Ergebnis (Ebit) von Zalando.

Die Aktien von Corestate Capital +1,06% erholten sich auf Tradegate um knapp fünf Prozent vom fast 20-prozentigen Kurseinbruch am Mittwoch. Der Immobilienverwalter bestätigte am Donnerstag seine Jahresziele. Der operative Geschäftsverlauf sei durchweg positiv und die Wachstumsaussichten attraktiv, hieß es. Die Corestate-Papiere waren am Mittwoch nach Informationen über eine Leerverkaufsposition von Muddy Waters Capital auf Talfahrt gegangen. Der Hedgefonds ist berüchtigt dafür, auf fallende Kurse zu wetten und gleichzeitig auf angebliche Schwachstellen in den jeweiligen Unternehmen hinzuweisen.

(Mit Material von dpa-AFX)

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