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7 Themen, die heute für Anleger wichtig sind

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Nach der starken Vorwoche mit ordentlichen Gewinnen dürfte es am deutschen Aktienmarkt zum Wochenstart zunächst gemächlich zugehen. Der Dax +0,11% wurde vor Xetra-Handelsbeginn 0,2 Prozent tiefer taxiert bei 12.322 Punkten. Seit dem Zwischentief vor drei Wochen bei 11.620 Punkten war der Dax getrieben von der Aussicht auf eine lockerere Geldpolitik der Notenbanken um bis zu sieben Prozent nach oben gelaufen. Anleiherenditen auf Rekordtiefs treiben die Anleger förmlich in Aktien.

Zwei Aspekte bremsen aber nun ihren Drang: der immer näher rückende G20-Gipfel und die Eskalation im Konflikt der USA mit dem Iran. Heute will US-Präsident Donald Trump "bedeutende zusätzliche Sanktionen" verkünden. Mehr dazu weiter unten.

Der deutschen Wirtschaft droht angesichts der wachsenden globalen Risiken nach Expertenprognosen eine weitere Verlangsamung des Konjunkturtempos. Selbst die moderaten wirtschaftlichen Prognosen von vor wenigen Monaten seien inzwischen schon wieder Makulatur, berichteten Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. "Insgesamt läuft die deutsche Wirtschaft nur noch auf drei von vier Zylindern", formuliert es Commerzbank-Volkswirt Marco Wagner. - Welche Einflussfaktoren am Montag von Geldanlegern beachtet werden sollten.

Vorgaben aus den USA

An der Wall Street haben die Anleger nach den jüngsten Kursgewinnen wieder einen Gang zurückgeschaltet. Der marktbreite Aktienindex S&P 500 -0,03% hatte zwar im Handelsverlauf am Freitag mit Mühe ein Rekordhoch bei gut 2.964 Punkten geschafft, schloss aber wie die anderen viel beachteten Börsenbarometer auch leicht im Minus. Für eine gewisse Zurückhaltung sorgte die Zuspitzung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran. Der S&P 500 büßte schließlich 0,1 Prozent auf 2.950 Punkte ein. Der Dow Jones Industrial +0,01% fiel ebenfalls leicht auf 26.719 Punkte, nachdem er im Handelsverlauf auf ein Jahreshoch gestiegen war. Damit schaffte der US-Leitindex ein Wochenplus von 2,4 Prozent.

Vorgaben aus Fernost

Die Anleger an Asiens Börsen haben sich zum Wochenbeginn weitgehend zurückgehalten. Die wichtigsten Aktienindizes der Region bewegten sich am Montag nur wenig. Angesichts der Signale der großen Notenbanken für eine lockerere Geldpolitik bleibt die Stimmung zwar grundsätzlich gut. Andererseits aber stimmte der Konflikt zwischen den USA und dem Iran mit der Ankündigung neuer Sanktionen gegen den Iran durch US-Präsidenten Donald Trump die Investoren vorsichtig. Zudem richten sich die Blicke bereits auf den G20-Gipfel ab Freitag, in der Hoffnung einer Annäherung im Handelsstreit zwischen den USA und China.

Der CSI 300, der die 300 größten börsennotierten Unternehmen vom chinesischen Festland beinhaltet, legte kurz vor Handelsschluss minimal zu. An der Hongkonger Börse, wo auch ausländische Marktteilnehmer uneingeschränkt handeln können, trat der Hang-Seng-Index +1,15% zuletzt ebenfalls auf der Stelle. In Japan schloss der Nikkei 225 +2,00% 0,1 Prozent verbessert auf 21.286 Punkten. In Tokio waren Aktien der als recht konjunkturrobust geltenden Energieunternehmen besonders gefragt. Zudem griffen die Anleger bei Firmen aus dem Gesundheitswesen und dem Nicht-Basiskonsumgüterbereich zu.

Iran-Konflikt

US-Präsident Donald Trump will die Führung in Teheran an den Verhandlungstisch zwingen. An diesem Montag würden "bedeutende zusätzliche Sanktionen" verkündet, kündigte Trump am Wochenende per Twitter an. In einem am Sonntag ausgestrahlten Interview des Senders NBC sagte Trump allerdings auch, er sei "ohne Vorbedingungen" zu Gesprächen mit dem Iran bereit. "Ich will keinen Krieg." Sollte es aber doch dazu kommen, "wird es Vernichtung geben, wie man sie vorher nicht gesehen hat".

Am Wochenende wurde bekannt, dass es einen Cyber-Angriff gegen die iranischen Revolutionsgarden gegeben hat. Die Washington Post berichtete unter Berufung auf informierte Kreise, der Angriff habe Computersystemen der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) gegolten, die zum Abschuss und zur Kontrolle von Raketen genutzt würden. US-Präsident Donald Trump habe den Cyber-Angriff genehmigt. Aus Teheran verlautete heute jedoch, dass es keinen gelungenen Angriff gegeben habe. Die USA beantragten zudem eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats.

Der Streit bleibe ein Pulverfass auch für die Börsen, sagte Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners. Doch solange sich neue Eskalationsstufen im Bereich wirtschaftlicher Sanktionen bewegten, können die Aktienmärkte damit noch recht gut leben.

Unternehmens-News

Auf Unternehmensseite rückt zu Wochenbeginn der Autobauer Daimler +0,53% mit einer Gewinnwarnung in den Fokus. Wegen hoher Rückstellungen im Zusammenhang mit der Affäre um mutmaßlich manipulierte Dieselmotoren sehen die Stuttgarter ihren operativen Jahresgewinn nun nur noch auf Vorjahresniveau. Vorbörslich stieß das den Anlegern bereits bitter auf und die Aktien gaben deutlich nach. Die Papiere der Konkurrenten BMW und Volkswagen fielen ebenfalls.

Die Umstellung der Dividendenpolitik durch die Lufthansa +0,60% kam dagegen gut bei den Investoren an. Auch eine neue strategische Partnerschaft in Großbritannien für das Biotechunternehmen Evotec -0,23% traf vorbörslich den Geschmack der Investoren. Noch deutlicher ging es für die Morphosys +0,70%-Aktien nach Daten einer wichtigen Blutkrebsstudie nach oben - sie schnellten zuletzt auf der Handelsplattform Tradegate um fast siebeneinhalb Prozent im Vergleich zum Xetra-Schluss nach oben.

Weiterhin einen Blick wert sein dürften Metro-Aktien. Der angeschlagene Lebensmittelkonzern sieht sich durch ein bereits vor dem Wochenende bekannt gewordenes Übernahmeangebot als zu niedrig bewertet. Der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky will gemeinsam mit seinem slowakischen Kompagnon Patrik Tkac Metro komplett übernehmen.

Nach aktuellen Studiendaten zum Blutkrebsantikörper Tafasitamab sind die Aktien von Morphosys +0,70% am Montagmorgen kräftig angesprungen. Vorbörslich schossen die Papiere des Antikörper-Spezialisten um über acht Prozent auf 94,20 Euro nach oben. Sie schafften es damit zurück über ihre 200-Tage-Linien, die als Indikator für den längerfristigen Trend gelten.

Index-Änderungen

Zum Wochenstart gibt es zudem noch einige Veränderungen in den Indizes hinter dem Dax, die für Bewegung sorgen können. So steigt Wacker Chemie +0,40% aus dem Index der mittelgroßen Werte MDax +0,37% ab. Nachrücker ist der Leasingspezialist Grenke -0,34%. Im Kleinwerteindex SDax +0,60% müssen Vossloh -0,31% und Hapag Lloyd -0,28% ihre Plätze für Eckert & Ziegler +2,18% und DMG Mori +0,12% räumen.

Konjunkturdaten

Die Woche startet hierzulande mit der Veröffentlichung des vielbeachteten ifo-Geschäftsklimaindex, der um 10 Uhr bekannt gegeben wird. Die Veröffentlichung beinhaltet sowohl die aktuelle Lageeinschätzung, als auch den Geschäftserwartungsindex in Deutschland.

Autobranche zum Ideenaustausch im Kanzleramt

Branchenvertreter und Spitzenpolitiker kommen heute Abend ab 20 Uhr im Kanzleramt in Berlin zu einem Treffen über die Zukunft der Autoindustrie zusammen. Erwartet werden mehrere Minister, die Spitzen von Union und SPD sowie Verantwortliche von Unternehmen, Verbänden und Gewerkschaften. Es handele sich um einen "informellen fachlichen Austausch", hieß es vorab aus der Regierung. Unter anderem geht es um Konzepte, mit denen die Klimaschutzziele im Bereich Verkehr erreicht werden können.

Der CDU-Bundesvorstand berät zuvor über ein Konzept, das auf neue Antriebsformen und einen besseren Mix von Mobilitätsangeboten zielt. Darin heißt es zum Beispiel, der Staat solle nicht vorgeben, ob künftig mit synthetischen Kraftstoffen, Elektro-Batterien oder Wasserstoff gefahren werde.

mmr mit Material von dpa-AFX

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