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9 Faktoren, die für Anleger am Dienstag wichtig sind

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Am deutschen Aktienmarkt herrscht auch am Dienstag gespanntes Abwarten. Der Dax +0,26% wurde vor Xetra-Handelsbeginn in etwa auf Vortagsschlussniveau bei 12.082 Punkten taxiert. Der Leitindex hangelt sich seit einigen Tagen an der 50-Tage-Linie entlang, die als Gradmesser für den mittelfristigen Trend gilt. Sie verläuft aktuell bei 12.080 Dax-Punkten.

Möglicherweise kommt aber bald wieder Schwung in den Markt: "Die Rede von Mario Draghi in Sintra und das morgige Fed-Treffen haben beide das Potential, die Börsen ordentlich durcheinander zu wirbeln", erklärte Thomas Altmann, Portfoliomanager bei QC Partners. "Dabei können die Notenbanken fast nur noch enttäuschen. Die Erwartungshaltung der Börsen ist extrem hoch." Anfang Juni hatte der Dax in wenigen Tagen in der Spitze um über 5 Prozent zugelegt - getrieben vor allem von der Hoffnung auf eine wieder lockerere Geldpolitik der US-Notenbank. Die Kursgewinne konnte er bis dato größtenteils verteidigen. Darüber hinaus sollten Anleger folgende Einflussfaktoren heute berücksichtigen.

Iran-Konflikt

Im Auge behalten müssen Anleger auch den Iran-Konflikt: US-Präsident Donald Trump schickt rund 1.000 weitere Soldaten in den Nahen Osten. Zuvor hatte die Führung in Teheran angekündigt, künftig einen Teil ihrer Verpflichtungen aus dem internationalen Atomabkommen nicht mehr zu erfüllen.

Vorgaben aus den USA

An der Wall Street haben die Anleger am Montag ihr Pulver weiter trocken gehalten. Wie so oft vor wichtigen geldpolitischen Ereignissen hielten sie sich zurück, sagte Analyst Craig Erlam vom Währungsbroker Oanda mit Blick auf den am Mittwoch anstehenden Zinsentscheid der US-Notenbank Fed. Der Leitindex Dow Jones Industrial -0,25% fuhr mit 26.112 Punkten ein knappes Plus von 0,09 Prozent ein. Er konnte sich so den sechsten Tag in Folge nicht groß von den 26.000 Punkten absetzen.

Vorgaben aus Fernost

Die Aktienmärkte in Asien haben am Dienstag einen Tag vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank keine klare Richtung gefunden. Der japanische Leitindex Nikkei 225 sank um 0,7 Prozent auf 20.972 Punkte. In China legte der CSI 300 zuletzt hingegen um 0,2 Prozent zu und in Hongkong gewann der Hang Seng 1,2 Prozent auf 27.544 Zähler. Die Investoren warten weiterhin auf den Zinsentscheid der Fed. Anleger hoffen dabei auf Hinweise zu möglichen Zinssenkungen im laufenden Jahr.

Kapitalerhöhung bei Infineon

Hierzulande stehen heute Technologiewerte im Fokus. Der Chiphersteller Infineon hat sich einen Teil der benötigen Milliarden für die Übernahme des US-Konkurrenten Cypress Semiconductor durch eine Kapitalerhöhung besorgt. Es seien knapp 113 Millionen neue Aktien zu je 13,70 Euro in einem beschleunigten Verfahren bei institutionellen Investoren platziert worden, teilte der Dax-Konzern in der Nacht zum Dienstag mit. Das ist ein Abschlag von rund 4,6 Prozent zum Schlusskurs vom Montag. Vor Kosten und Provisionen nahm Infineon 1,55 Milliarden Euro ein. Die Infineon-Aktie -0,35% dürfte den Abschlag heute nachvollziehen. 

Gewinnwarnung von Siltronic

Der Hersteller von Wafern für Halbleiter-Unternehmen Siltronic senkt die Erwartungen an wichtige Kennziffern im laufenden Geschäftsjahr. Die "geopolitischen Unsicherheiten und der negative Einfluss der Exportbeschränkungen der US-Regierung gegenüber chinesischen Technologieunternehmen" würden zu einer Nachfrageschwäche führen, erklärte der MDax +0,42%-Konzern in München. Die Siltronic-Aktie +2,63% sackt im vorbörslichen Geschäft weiter stark ab.

Analysten drücken Lufthansa weiter

Den Aktien der Lufthansa +0,13% drohen derweil nach dem Kurssturz zu Wochenbeginn auf ein neues Tief seit April 2017 zu fallen. Mehrere Analysten hatten sich nach der Gewinnwarnung negativ zu den Papieren des Luftfahrtkonzerns geäußert. Hinsichtlich der Prognosequalität der Kranichlinie, des Managements des Billigflug-Tochter Eurowings und ihrem Bestreben, Marktanteile zu erhalten, gebe es nun einige Fragen, schrieb etwa der Experte Andrew Lobbenberg von der britischen Investmentbank HSBC. Die Lufthansa-Papiere weiteten zuletzt ihre jüngsten Verluste im frühen Geschäft noch etwas aus.

Beratungen über Mieterhöhungsstopp in Berlin

Die zuletzt schwer unter Druck geratenen Immobilienwerte wie Deutsche Wohnen -1,60% und Ado Properties -1,13% sollten heute im Auge behalten werden: Im Berliner Senat wird über einen möglichen fünfjährigen Stopp von Mieterhöhungen beraten. Die rot-rot-grüne Landesregierung beschließt dabei möglicherweise jenes Eckpunktepapier, das zuletzt gerade bei den Konzernen mit Portfolioschwerpunkt Berlin für massive Kursverluste gesorgt hatte. Das Papier könnte nach Beschluss Grundlage für einen Gesetzentwurf werden.

Hauptversammlungen

Eine ganze Reihe von Unternehmen hält heute ihr jährliches Aktionärstreffen ab. Zur Hauptversammlung lädt unter anderem Wirecard ±0,00%. Hauptprogrammpunkt ist der Einstieg des japanischen Technologiekonzerns Softbank -0,15%, der 900 Millionen Euro in das rasant wachsende Unternehmen investieren will. Der Plan sieht vor, die 900 Millionen nach fünf Jahren in Wirecard-Aktien umzuwandeln. Softbank würde damit zu einem bedeutenden Aktionär. Außerdem treffen sich die Aktionäre von Knorr Bremse, Controtec Sustainable, Deutsche Wohnen, Hamburger Hafen und Logistik, Bijou Brigitte und Schaltbau Holding.

Konjunkturdaten

In Japan wurde der bekannte Frühindikator Tankan-Index veröffentlicht. Wie aus der Quartalsumfrage der Bank von Japan (BoJ) unter rund 10.000 Unternehmen hervorgeht, sank der darin ermittelte Stimmungsindex für die großen Produktionsunternehmen zum März von plus 19 drei Monate zuvor auf plus 12.

Um 10 Uhr kommt vom ifo-Institut die Sommer-Konjunktur-Prognose für 2019/2020 und um 11 Uhr werden dann die EU-Verbraucherpreise veröffentlicht. Zur gleichen Zeit wird der ZEW-Index zur konjunkturellen Lage in Deutschland bekannt gegeben. Am Nachmittag stehen noch die US-Baugenehmigungen und Wohnbaubeginne für den Monat Mai an.

mmr mit Material von dpa-AFX


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Porträt - Chart - Indexzusammensetzung
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CONTINENTAL 120,20 +2,82%
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