DAX ®11.364,17-1,61%TecDAX ®2.641,57-1,22%Dow Jones25.502,32-1,77%NASDAQ 1007.326,06-2,23%
finanztreff.de

Adidas: Warum die Aktie so stark fällt

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der Sportartikelhersteller Adidas hat seine Zahlen für das vierte Quartal und das Jahr 2018 vorgelegt. Der Konzern verdiente zwar im vergangenen Jahr dank der Fußball-WM und guter Geschäfte in Nordamerika und China glänzend. Für 2019 allerdings stellt sich der Dax-Konzern auf ein etwas gemächlicheres Tempo ein.

"Die Jahreszahlen sind ok, aber das Umsatzziel 2019 ist das wichtigste und das enttäuscht etwas", sagte ein Händler. Aussagen zur künftigen Geschäftsentwicklung sorgten am Mittwoch-Vormittag dafür, dass die Aktien von Adidas +0,52% kräftig unter Druck gerieten. Zeitweise betrug das Tagesminus mehr als fünf Prozent auf 197,50 Euro. Damit unterschritt der Dax-Wert sogar seine 200-Tage-Linie, die derzeit bei knapp 200 Euro verläuft (siehe Chart unten).

Das ist los bei Adidas

Der Sportartikelhersteller kann sich über gute Geschäfte freuen. Adidas profitiert derzeit von einer guten Nachfrage der Konsumenten in den USA und Asien und hier insbesondere in China. Die Fußball-Weltmeisterschaft steuerte 2018 trotz des frühen Ausscheidens der deutschen Fußballnationalmannschaft ebenfalls positiv bei. Die Gewinnprognose hoben die Herzogenauracher im vergangenen November an.

Das Betriebsergebnis stieg im Jahresvergleich um 14 Prozent auf knapp 2,37 Milliarden Euro, wie der Dax -1,61%-Konzern am Mittwoch in Herzogenaurach mitteilte. Der für die Konzernprognose maßgebliche Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen lag bei rund 1,71 Milliarden Euro und damit 20 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Die Umsätze stiegen binnen Jahresfrist währungsbereinigt um 8 Prozent, nach der Umrechnung der Auslandserlöse in Euro blieb ein Plus von 3 Prozent auf 21,92 Milliarden Euro übrig. Die Aktionäre sollen am Erfolg mit einer erneuten Dividendenerhöhung beteiligt werden: Sie erhalten für das Jahr 2018 nun 3,35 Euro, damit zahlt Adidas 75 Cent mehr als ein Jahr zuvor. Mit seiner Bilanz traf der Konzern die eigenen Prognosen.

Dennoch ist die Bilanz von Adidas-Chef Kasper Rorsted nicht makellos ausgefallen. So wächst das erfolgsverwöhnte Konzern deutlich langsamer als die Konkurrenz von Puma -0,50% oder Nike -2,65%. Neben negativen Währungseffekten bremst ein lahmendes Geschäft in Westeuropa, wo Adidas dem nachlassenden Hype um frühere Schuh-Bestseller wie Stan Smith oder Superstar nicht schnell genug etwas entgegensetzen konnte. Zudem arbeitet Adidas weiter am Umbau der Fitnessmarke Reebok, die bis 2020 profitabel gemacht werden soll.

Ihre Kosten hatten die Franken zuletzt gut im Griff. Obwohl die Marketing-Ausgaben jüngst stiegen und auch Währungseffekte belasten, kann der Dax -1,61%-Konzern dies mehr als ausgleichen: Indem er neue Produkte in den Markt bringt, die sich zu höheren Preisen verkaufen lassen, Rabatte zurückfährt und zugleich Vertriebskanäle wie den Online-Handel stärkt.

Das erwartet Adidas

Rorsted hatte seine Gewinnprognose für 2018 zuletzt erhöht. Adidas erwartete einen Anstieg des Gewinn aus fortgeführtem Geschäft um 16 bis 20 Prozent. Im besten Fall entspricht dies einem Wert von 1,72 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis sollte um 12 bis 16 Prozent klettern und die operative Marge auf 10,8 Prozent ansteigen.

Für das neue Jahr stellt sich der Konzern auf ein etwas gemächlicheres Tempo ein: Der Umsatz soll nunmehr währungsbereinigt zwischen 5 bis 8 Prozent klettern, für den Gewinn aus fortgeführtem Geschäft wird ein Plus zwischen 10 bis 14 Prozent erwartet. Das ist deutlich weniger als bei Konkurrent Puma – der Lokalrivale hatte für 2018 ein währungsbereinigtes Wachstum von fast 18 Prozent erzielt.

Das erwarten Analysten

Marktexperten haben 2018 bereits weitgehend abgehakt und schauen schon auf das neue Geschäftsjahr. Hier gehen die Analysten von einer leichten Abschwächung des währungsbereinigten Wachstums aus. 2019 steht kein sportliches Großereignis auf dem Programm. Analysten sehen derzeit ein Plus von 7 Prozent. Puma traut sich hier mit rund 10 Prozent Wachstum erneut mehr zu, auch wenn der Konzern mit der Raubkatze damit ebenfalls eine Abschwächung erwartet.

Adidas-Chef Rorsted hatte sich in Zeitungsinterviews zuletzt zuversichtlich gezeigt, auch 2019 Umsatz und Gewinn zu steigern und dabei Marktanteile zu gewinnen – aller internationalen Unsicherheiten zum Trotz. Die Sportbranche wird seiner Ansicht nach weiter wachsen, weil Fitness, Gesundheit und damit vor allem Sport Trends seien, die weltweit immer wichtiger werden.

Die Analysten zeigten sich zuletzt weitgehend positiv gestimmt. Bei den im dpa-AFX Analyser  zusammengefassten Marktexperten empfehlen zwölf die Aktie zum Kauf. Allerdings raten auch neun Analysten zum Abwarten. Auf der Verkaufsliste steht die Aktie lediglich bei einem.

Das macht die Adidas-Aktie

Die Adidas-Aktie +0,52% konnte im bisherigen Jahresverlauf deutlich zulegen. Mit einem Plus von knapp 16 Prozent entwickelte sich das Papier fast doppelt so stark wie der Dax. Mit dem aktuellen Kursrückfall ist jedoch die 200-Tage-Linie gefährdet, die bei 199,86 Euro verläuft.

Mit Material von dpa-AFX

Sechs-Monats-Chart Adidas in Euro
Schlagworte:
, , , , , , , , , , ,
Werbung

Passende Hebelprodukte von

WKN Bezeichnung Hebel
DC0V0X ADIDAS WaveUnlimited L 183.9673 (DBK) 8,011
DS7LGS ADIDAS WaveXXL S 226.7 (DBK) 7,020
Werbung

Das könnte Sie auch interessieren

Werbung

News-Suche

Suchbegriff:

Aktuelle Videos

zur Mediathek
Werbung

Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclubschliessen
Börse Stuttgart

Wir machen Sie fit für die Börse!

Aktuelle Nachrichten, umfangreiche
Hintergrundinformationen und essentielles
Finanzwissen rund um das Thema Börse.

Jetzt kostenfrei zum Anlegerclub anmelden.
Diese Seite empfehlenschliessen
Interessant, oder?
Teilen Sie diese Seite auf Facebook, Google+ oder Twitter
Aktuelle Umfrageschliessen
Wie, glauben Sie, wird der DAX am Ende dieser Woche - KW 13 - stehen?
Jetzt abstimmen!
Alle Umfragen ansehen