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Air Berlin: Der Countdown läuft

| Quelle: FIN_BLOG

In dieser Woche machten sich nicht nur die Aktionäre von Air Berlin Sorgen, sondern auch viele Fluggäste. Es ist schließlich Urlaubszeit. Allein 20,85 Millionen Passagiere über 14 Jahren zählte Statista in den letzten 12 Monaten, welche eine private Flugreise tätigten. Und auch viele Geschäftsreisende sind auf das Flugzeug angewiesen. Ein Verkehrsmittel, was nicht mehr wegzudenken und vor allem aus zeitlichen Aspekten oftmals gar nicht ersetzbar ist.

Finanztreff.de schaut genauer beim Thema Air Berlin hin und klärt in diesem Artikel, auf was Sie jetzt achten sollten.

 

Die Geschichte von Air Berlin

 

Die Geschichte von Air Berlin ging mit der Übernahme von Joachim Hunold im Jahr 1991 erst einmal steil nach oben. Aus zwei Maschinen und 150 Mitarbeitern machte er binnen weniger Jahre die zweitgrößte Fluglinie in Deutschland. Zu Spitzenzeiten gab es 387 Flugziele, 170 Maschinen und 8900 Angestellte. Einen wichtigen Teil des Erfolges machten die Preise und die Präsenz aus. Denn einerseits günstiger als die Lufthansa und anderseits auch auf vielen Events und Partys mit Marketingaktivitäten vertreten, zeigten sich viele Prominente gerne mit der Air Berlin. Dies ging so weit, dass 2004 sogar der Einstieg in die Fluggesellschaft von Niki Lauda vollzogen und 2011 vollendet wurde. Ebenso wurde LTU zugekauft. Doch die Gewinne stiegen nicht mehr mit den Maschinen in die Höhe. In besagtem Jahr wies das Unternehmen nur noch 30 Millionen Euro Gewinn auf, nach 136 Millionen Euro im Jahr zuvor. Es wandelte sich in den Folgejahren in ein stärker werdendes Minus. Dagegen kämpfte man unter anderem mit Finanzspritzen aus den Arabischen Emiraten an. Der Großaktionär „Ethihad“ erlangte dabei insgesamt Unternehmensanteile von 30 Prozent. Doch der Geschäftsbericht 2016 wies 782 Millionen Euro und damit einen Rekordverlust nach Steuern aus. Sie finden diese und weitere Bilanzdaten übrigens hier auf finanztreff.de ->

Zuviel Verlust am Ende und noch einmal 1,2 Milliarden notwendig, um alle Schulden zu tilgen. Air Berlin meldete schließlich am 15. August 2017 Insolvenz an. Der Aktienkurs spricht für sich und spiegelt die wirtschaftliche Lage des Unternehmens deutlich wider:

 

 

 

Quelle: http://www.finanztreff.de/kurse_einzelkurs_charts.htn?i=13353

 

 

Und dies bereits seit Jahren, wie man auch in der Performancetabelle sehen kann:

 

Aufspaltung oder Übernahme?

 

Das Positive: Der Geschäftsbetrieb soll erst einmal in den nächsten drei Monaten weitergehen. Die Bundesagentur zahlt an die aktuell 7200 Beschäftigen ein Insolvenzgeld. Der deutsche Staat springt mit 150 Millionen Überbrückungskredit ebenfalls ein, um den weiteren Betrieb zu garantieren. Einige Maschinen wurden bereits vermietet, um andere Maschinen entbrennt aktuell ein harter Bieterkampf. Vor allem Lufthansa ist an rund 100 Maschinen und Landerechten interessiert, aber auch andere Fluglinien aus Europa wie Condor, EasyJet oder Ryanair. Hier droht auch politische Brisanz, sollte die Lufthansa Vorteile erlangen. Doch entschieden ist derzeit noch nichts.

 

Auch das Thema Komplettübernahme kursiert in den Medien. Hier werden der Nürnberger Unternehmer Hand Rudolf Wöhrl und Ryanair immer wieder genannt. Da jedoch seit vielen Jahren Verluste verzeichnet wurden, ist diese Option auf den ersten Blick weniger attraktiv als eine Aufspaltung und der Verkauf der Einzelteile. Dies äußerte erst jüngst unsere Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries mit Blick auf das Unternehmen.

 

Welche Entscheidung auch zum Tragen kommt, eines ist sicher: Die Zeit wird knapp.

 

Was muss man als Kunde von Air Berlin beachten?

 

Wer vor der Insolvenz einen Flug bei Air Berlin gebucht hat, gehört rechtlich zu den Gläubigern des Unternehmens. Im Falle eines Ausfalls wird diese Gruppe aus der Insolvenzmasse bedient. Und zwar nach einer Quote, die in der Regel sehr niedrig ist. Zudem muss sich diese Kundengruppe selbständig um neue Flüge bemühen und erhält keine Ersatzleistung. Besser stehen alle Kunden da, welche im Rahmen einer Urlaubsreise ein Pauschalangebot genutzt haben. Denn dann steht der Veranstalter in der Pflicht, sie an das jeweilige Ziel (mit welcher Airline auch immer) zu bringen.

Wer jetzt noch einen Flug buchen möchte, kann dies jederzeit tun. Diese Einnahmen sind vom Unternehmen gesondert zu behandeln und gehen nicht in die Insolvenzmasse ein. Allerdings steht dies dem Unternehmen auch erst nach Erbringung der Leistung zu – also nach dem Flugdatum.

 

Nach aktuellen Meldungen ist auch das Air Berlin Bonusprogramm „Topbonus“ insolvent. (Zur Nachricht ->)

Damit können keine gesammelten Meilen mehr gegen Gratisflüge eingelöst werden. Auch alle anderen Prämien entfallen. Wer hier zu lange gesammelt hatte, geht leider leer aus.

 

Für alle Flugreisenden dürfte in Zukunft spannend werden, ob die Preise durch den sinkenden Wettbewerb steigen. Und welche Flugziele hierbei vielleicht von der Urlaubsliste entfernt werden müssen.

 

Das Team von finanztreff.de wünscht Ihnen trotz dieser möglichen Unannehmlichkeiten einen schönen Spätsommer. Und kommen Sie immer gut an!

 

Bildquelle: https://pixabay.com/de/airbus-a320-air-berlin-flugzeug-1699202/

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AIR BERLIN

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