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AKTIE IM FOKUS 2: Marge schickt Carl Zeiss Meditec auf Talfahrt

| Quelle: dpa-AFX (SW) | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
(neu: Experten, Kurs und mehr Hintergrund)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Höhere Kosten und damit ein etwas geringerer operativer Gewinn bei Carl Zeiss Meditec -0,62% im Geschäftsjahr 2018/19 hat am Mittwoch die erfolgsverwöhnte Aktie des Medizintechnik-Unternehmens auf Talfahrt geschickt. Sie brach am Nachmittag um 10,15 Prozent auf 91,20 Euro ein. Bei zeitweise 89,35 Euro markierte das Papier den tiefsten Stand seit Mitte Juli. Allerdings kennt es seit mehreren Jahren fast nur noch den Weg nach oben. Erst Anfang Oktober hatte die Aktie bei 111,50 Euro ein Rekordhoch erreicht. Allein seit Anfang 2017 beläuft sich das Kursplus immer noch auf rund 160 Prozent.

Wegen höherer als anfänglich erwarteter operativer Kosten im vierten Geschäftsquartal falle das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) im Geschäftsjahr nicht ganz so hoch aus, wie Anfang Oktober noch avisiert, hatte der Konzern am Nachmittag mitgeteilt. Begründet wurde dies unter anderem mit bereits angekündigten höheren Investitionen in den Bereichen Chirurgische Ophthalmologie und Digitalisierung.

"Der Kursverlust ist übertrieben, auch wenn die Aktie bereits hoch bewertet ist", sagte ein Analyst. Er wertet das Ganze eher als "Timing-Geschichte": Es seien insbesondere Kosten für Forschung & Entwicklung, die eigentlich erst 2020 hätten verbucht werden sollen, bereits im vierten Quartal verbucht worden.

Dies schrieb auch Berenberg-Analyst Analyst Scott Bardo in einer ersten Reaktion. Er verwies dennoch auf einen "bizarren Widerspruch" zu der erst vor drei Wochen veröffentlichten Pflichtmitteilung des Medizintechnikkonzerns.

Anfang Oktober hatte Carl Zeiss Meditec vorläufige Eckdaten zum abgelaufenen Geschäftsjahr vorgelegt und eine Ebit-Marge von 18,5 Prozent in Aussicht gestellt. Diese wurde nun auf 18,1 Prozent gekappt. "Selbst vor dem Hintergrund der neuen vorläufigen Kennziffern ist die Aktie 2019 extrem gut gelaufen und hat die Erwartungen zu Beginn des Jahres übertroffen", sagte Bardo. Die weiter hoch bewerteten Papiere dürften diese neue Mitteilung dennoch nicht so leicht abschütteln können. Zumindest bis zur Vorlage der endgültigen Zahlen und einem neuen mittelfristigen Ziel für die Marge dürfte die Stimmung für das Papier nun verhaltener sein./ck/bek/jha/


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