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Aktien Europa: Dividendenverzicht und Streit zwischen USA und China belasten

| Quelle: dpa-AFX | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Nach einer Flut von Quartalsberichten europäischer Schwergewichte sind Anleger am Donnerstag mit angezogener Handbremse unterwegs. Der Verzicht auf die Zahlung der Rest-Dividende für 2019 des Versicherers Axa -0,71% und die komplette Streichung der Ausschüttung beim Rohstoffriesen Glencore +0,94% kam bei Investoren nicht gut an. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 -0,99% gab am Vormittag um 0,38 Prozent auf 3256 Punkte nach.

Analyst Jim Reid von der Deutschen Bank führte die Zurückhaltung auch auf die andauernden Spannungen zwischen den USA und China zurück. Diese hätten Kursverluste an den großen asiatischen Handelsplätzen nach sich gezogen. Die US-Regierung will auf breiter Front "nicht vertrauenswürdige" Apps aus China von Smartphones der Amerikaner fernhalten. "Apps aus der Volksrepublik China bedrohen unsere Privatsphäre, verbreiten Computerviren und streuen Propaganda und Falschinformationen", erklärte US-Außenminister Mike Pompeo in der Nacht zum Donnerstag. Sie sollten aus den App Stores in den USA entfernt werden.

In Paris fiel der Cac 40 -1,22% um 0,6 Prozent auf 4904 Zähler. In London büßte der FTSE 100 sogar 1,5 Prozent auf 6014 Punkte ein. Das starke Pfund droht die Exportchancen der britischen Wirtschaft immer mehr zu belasten: Zum US-Dollar stieg das Pfund auf den höchsten Stand seit Anfang März und auch zum Euro legte das Pfund zu.

Verschnupft reagierten Investoren darauf, dass der Versicherer Axa auf die Zahlung einer Rest-Dividende zunächst verzichtet. Angesichts der unsicheren Lage wollen die Franzosen das Geld lieber im Haus behalten. Aktien von Axa lagen mit minus 3,5 Prozent am Ende des EuroStoxx 50. Auch andere Branchentitel wie Allianz und Generali -0,82% gaben nach.

An der Mailänder Börse wurde die Aktie von Unicredit abgestraft nach dem Quartalsbericht der Großbank. Die Papiere verloren 2 Prozent. Analystin Delphine Lee von JPMorgan fand zwar lobende Worte für das Abschneiden der Bank von April bis Juni; sie sprach aber auch von fortdauernder Unsicherheit mit Blick auf die Qualität der Anlagen des Geldhauses.

Erfreut regierten Börsianer dagegen auf die Quartalszahlen des niederländischen Finanzkonzerns ING -2,89%. Der Kurs gewann 3 Prozent und war zweitgrößter Gewinner im EuroStoxx 50 hinter Adidas +0,04%. Analyst Benjamin Goy von der Deutschen Bank lobte ING für eine hohe Kernkapitalquote.

Die in London gelisteten Aktien von Glencore +0,94% büßten 4 Prozent ein, nachdem der Schweizer Bergwerkskonzern die Dividende gestrichen hatte. Stattdessen will das Unternehmen die Schulden schneller abbauen. Die europäischen Rohstoffunternehmen -0,22% waren mit minus 1,9 Prozent der schwächste Sektor./bek/stk


Quelle: dpa-AFX
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