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Aktien Europa: Handelsstreit und Türkei-Krise führen Märkte abwärts

| Quelle: dpa-AFX | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Die Börsen Europas sind am Freitag auf Talfahrt gegangen. Anleger reagierten verunsichert auf die immer zahlreicher werdenden Risiken. So stehen inzwischen nicht nur der Handelskonflikt zwischen den USA und China und die verschärften Sanktionen Washingtons gegen Russland im Fokus. Auch die Krise in der Türkei ist infolge des rasanten Kursverfalls der Lira nun ins Blickfeld der Investoren geraten.

"In der Türkei braut sich schon seit einigen Monaten ein explosiver Mix zusammen", kommentierte Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank in Liechtenstein und verwies auf hohe Kursverluste türkischer Staatsanleihen und vor allem die rasante Abwertung der Lira, die seit Jahresbeginn ein Drittel an Wert eingebüßt hat. Im Falle weiterer Abwertungen könnten die Reserven der türkischen Banken bald aufgebraucht sein, ergänzte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Da vor allem Banken aus Südeuropa in der Türkei engagiert seien, "kann das Thema auch für die Europäische Zentralbank relevant werden", warnte er.

Der EuroStoxx 50 verlor am späteren Vormittag 1,43 Prozent auf 3444,12 Punkte. Der französische Cac 40 gab in Paris zuletzt um 1,11 Prozent auf 5440,69 Zähler nach, während in London der FTSE 100 um 0,61 Prozent auf 7694,84 Punkte fiel.

Im europäischen Branchentableau gab es nur Verlierer. Die Bergbaubranche war am schwächsten mit minus 1,8 Prozent. Um 1,5 Prozent gab der Bankensektor nach. Wie zu Zeiten der Griechenland-Krise fürchten Investoren, dass die sich zuspitzende Krise in der Türkei auf das europäische Bankensystem übergreifen könnte. Dass die Papiere der französischen BNP Paribas mit minus 3,8 Prozent besonders stark reagierten, gefolgt von denen der spanischen BBVA mit minus 3,7 Prozent und der Unicredit mit 3,3 Prozent, begründeten Marktteilnehmer mit dem besonders starken Engagement dieser Banken in der Türkei.

Unter den Einzelwerten im EuroStoxx stachen außerdem die Anteile von Sanofi mit plus 1,3 Prozent hervor. Sie waren neben den nur leicht steigenden Aktien des Immobilienkonzerns Unibail-Rodamco-Westfield die einzigen Papiere in dem 50 Werte umfassenden Index, die zulegten. Eine Citigroup-Studie gab den Ausschlag. Die Bank empfiehlt die Aktie des französischen Pharmaunternehmens nun zum Kauf und hebt das Kursziel von 80 auf 93 Euro an.

Die Papiere des russischen Stahlherstellers Evraz büßten als Schlusslicht in London dagegen 6,7 Prozent ein. VTB Capital äußerte sich nun negativ. Carnival stiegen an der "Footsie"-Spitze zugleich um 1,6 Prozent. Die Kreuzschifffahrtreederei hatte tags zuvor angefangen, entsprechend ihres angekündigten Rückkaufprogramms eigene Aktien zurückzukaufen./ck/fba


Quelle: dpa-AFX
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