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Aktien Frankfurt: Anleger gehen kurz vor EZB-Entscheidungen in Deckung

| Quelle: dpa-AFX (SW) | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (dpa-AFX) - Unmittelbar vor wegweisenden Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) sind die Anleger am deutschen Aktienmarkt wieder vorsichtiger geworden. Weitere Entspannungssignale im Handelskonflikt zwischen den USA und China fanden zuletzt nur noch wenig Beachtung. Am deutschen Aktienmarkt wagte der Dax -0,06% am Donnerstag bislang nicht den Sprung über die 12 400-Punkte-Schwelle.

Bis zur Mittagszeit gab der Leitindex einen Großteil seiner Gewinne ab und zeigte sich nur noch mit 0,09 Prozent im Plus bei 12 369,76 Punkten. Sollte ihm doch noch der Sprung über 12 400 Punkte gelingen, wäre dies das erste Mal wieder seit Ende Juli. Für den MDax -0,07% ging es um 0,06 Prozent auf 26 098,28 Punkte hoch. Der EuroStoxx 50 +0,08% trat ebenfalls auf der Stelle.

Die Erwartungen an die EZB sind hoch, was auch die aktuelle Börsenrally verdeutlicht und viele Anleger nun doch vorsichtig stimmt. In drei bislang starken Wochen war dem Dax die Bodenbildung gelungen und dann ein Anstieg um insgesamt etwas mehr als sechs Prozent.

Die Unsicherheit sei groß, wie weit die EZB in der Lockerung ihrer bereits expansiven Geldpolitik gehen wird, sagte Analyst Thu Lan Nguyen von der Commerzbank. "Insbesondere eine Wiederaufnahme der Anleihekäufe wird von den geldpolitischen Falken kritisch gesehen", sagte er. Das birgt Potenzial für heftige Ausschläge in den Euro-Wechselkursen und auch an den Aktienmärkten. "Wir gehen nach wie vor davon aus, dass die Mehrheit der Zentralbanker angesichts des trüben Wachstums- und Inflationsausblicks ein starkes Signal an die Märkte senden will", was für umfangreiche Schritte wie Zinssenkung, Staffelzins und Wiederaufnahme von Anleihekäufen spreche, sagte er.

Unter den Einzelwerten gaben als schwächste Werte im Dax die Aktien von Wirecard -0,97% um 1,0 Prozent nach. Auch Beiersdorf-Papiere +1,66% standen mit minus 0,9 Prozent unter Druck, nachdem sich die Credit Suisse negativ äußerte. Der Markt sei hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit des Nivea-Herstellers und seiner Ausschüttungspolitik zu optimistisch, hieß es.

Die Vorzüge des Autobauers VW -1,24% drehten nach einem schwachen Handelsstart ins Plus und gewannen 0,6 Prozent. Eine optimistische Studie der britischen Bank Barclays stand neuen Vorwürfen in Sachen Abgasmanipulation gegenüber. Der Rundfunksender SWR berichtete, dass VW auch in neuere Diesel-Motoren mit der Abgasnorm Euro 6 eine Abschaltsoftware eingebaut habe und beruft sich auf vertrauliche VW-Dokumente. Ein VW-Sprecher sagte dazu der Deutschen Presse-Agentur (dpa): Nach aktuellem Stand sei "nichts Illegales passiert". In der Barclays-Studie indes hatte Analystin Dorothee Cresswell den Technologiewandel hin zu Elektrofahrzeugen in den Blick genommen und sieht VW im europäischen Sektor als den "am besten positionierten" Hersteller an.

Im MDax zeigten sich die Anteile von Knorr-Bremse ±0,00% zuletzt fast unverändert mit minus 0,09 Prozent. Umsatz und operativer Gewinne des Bremsen-Spezialisten für Züge und Lkw wuchsen trotz eines schwieriger werdenden Umfelds im ersten Halbjahr 2019 kräftig weiter. Analysten monierten allerdings in ersten Reaktionen den schwachen Auftragseingang.

Die Papiere von Dermapharm -1,95% pendelten zwischen Gewinnen und Verlusten und gaben zuletzt dann um 1,3 Prozent nach. Der Arzneihersteller, der wegen des in Kürze anstehenden übernahmebedingten Ausscheidens von Innogy +0,29% aus der Dax-Familie am 23. September doch noch in den SDax -0,29% aufsteigt, gab Halbjahreszahlen bekannt./ck/jha/


Quelle: dpa-AFX
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