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Aktien Frankfurt: Dax hält sich trotz Verlusten über 12 500 Punkte

| Quelle: dpa-AFX
FRANKFURT (dpa-AFX) - Ohne klare Richtung hat sich der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag im Verlauf präsentiert. Enttäuschende Konjunkturdaten aus China hätten das Kaufinteresse gedämpft, während der jüngste Rückgang des Euro für Entlastung gesorgt habe, hieß es. Nun mehrten sich die Signale, dass die Gemeinschaftswährung bei 1,20 US-Dollar ihren vorläufigen Hochpunkt erreicht haben könnte. Allerdings sei der Euro noch immer stark genug, um die Exportaussichten hiesiger Unternehmen zu trüben, sagte ein Händler.

Der Dax notierte gegen Mittag 0,20 Prozent niedriger bei 12 528,44 Punkten, nachdem er am Vortag leicht zugelegt und den höchsten Stand seit rund acht Wochen erreicht hatte. Für den MDax , in dem die Aktien mittelgroßer Unternehmen vertreten sind, ging es hingegen um 0,08 Prozent auf 25 262,47 Punkte aufwärts. Der Technologiewerte-Index TecDax stieg um 0,22 Prozent auf 2364,18 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büßte 0,11 Prozent ein.

EXPERTE: DAX-SOMMERSCHWÄCHE KÖNNTE BEENDET SEIN

Laut dem Börsenstatistik-Magazin Index-Radar könnte der Dax seine traditionelle Sommerschwäche beendet haben. Eine zuverlässige Indikation dafür werde sein, wie stark Marktteilnehmer nach der jüngsten Erholung wieder Profite realisierten. "Verkaufen zu viele, so fehlt das Vertrauen in eine nachhaltige Erholung und die Jahresendrally dürfte sich zumindest weiter verzögern", so die Experten von Index-Radar.

Börsenfachmann Jochen Stanzl von CMC Markets sieht auf dem aktuellen Niveau jedoch kein wirkliches Verkaufsinteresse mehr. "Die Anleger erwarten im Dax eine Fortsetzung der Rally in Richtung Allzeithoch", sagte Stanzl.

AUTOWERTE WEITER GEFRAGT

Aus Branchensicht waren Autowerte anlässlich der Internationalen Automobilausstellung (IAA) europaweit mit einem Plus von 0,6 Prozent mit am stärksten gefragt. Die Anteilsscheine von Continental , BMW und Daimler gehörten mit Gewinnen zwischen 0,2 und 2,2 Prozent zu den Top-3-Werten im Dax.

Unter den Einzelwerten zeigten sich die Aktien der Munich Re mittags kaum verändert, nachdem sie vorbörslich noch um rund 3 Prozent abgesackt waren. Der Rückversicherer hatte am Vorabend gewarnt, dass der Jahresgewinn wegen hoher Schäden der Wirbelstürme "Harvey" und "Irma" niedriger als bislang angepeilt ausfallen könnte. Die französische Großbank Societe Generale strich daraufhin ihre Kaufempfehlung. Analyst Vikram Gandhi lobte jedoch gleichzeitig die Kapitaldecke der Münchner und sah kaum Risiken für eine Dividendenkürzung.

PERSONALDISKUSSIONEN BELASTEN DEUTSCHE BANK UND DEUTSCHE BÖRSE

Die Titel der Deutschen Börse und der Deutschen Bank litten unter Nachrichten ihr Führungspersonal betreffend. So will der Börsenbetreiber mit der Zahlung einer Strafe von 10,5 Millionen Euro das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Frankfurt gegen ihren Chef Carsten Kengeter aus der Welt schaffen. Die Vorwürfe wegen angeblichen Insiderhandels und einer angeblich unterlassenen Pflichtmitteilung erstrecken sich neben der Person Kengeters auch auf das Unternehmen. Die Aktien der Deutschen Börse verloren 0,5 Prozent.

Bei der Deutschen Bank sind die Aktionäre offenbar zunehmend unzufrieden mit Vorstandschef John Cryan. Er habe in den zwei Jahren an der Spitze der Deutschen Bank "schlicht zuwenig" verändert, zitiert das "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe) einen namentlich nicht genannten Investor. Auch aus Katar soll zunehmend Gegenwind kommen. Der Großaktionär, der über 9 Prozent an der Deutschen Bank hält, sei verärgert, dass sich Cryan offenbar nicht mit seiner Rolle als "Übergangslösung" zufrieden geben wolle, schreibt das Blatt. Deutsche-Bank-Papiere verbilligten sich am Dax-Ende um 0,8 Prozent.

KRONES AN MDAX-SPITZE

Die Aktien von Krones stiegen mit plus 3,3 Prozent auf den höchsten Stand seit Anfang Juni. Der Hersteller von Getränkeabfüllanlagen habe sich auf einer Kapitalmarktveranstaltung erneut als Innovationsführer herauskristallisiert, schrieb Analyst Peter Rothenaicher von der Baader Bank. Die Krones-Papiere hatten bis Mitte des Jahres mit plus 30 Prozent zu den besten MDax-Werten gezählt, bevor die Anleger einen Gang herausgenommen hatten.

Die zuletzt arg gebeutelten Aktien von Air Berlin schnellten um fast 18 Prozent nach oben. Der frühere Rennfahrer Niki Lauda will nach eigenen Aussagen gemeinsam mit einer Allianz rund um die Fluggesellschaft Condor 100 Millionen Euro für die insolvente Fluggesellschaft bieten. An diesem Freitag endet die Bieterfrist. Es gibt eine Reihe von Interessenten für die Airline, deren Flugbetrieb sich nach zahlreichen Flugausfällen in den vergangenen Tagen am Donnerstag offenbar wieder normalisiert./edh/oca


Quelle: dpa-AFX
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