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Aktien Frankfurt: Dax stabilisiert sich - Stimmung bleibt angegriffen

| Quelle: dpa-AFX | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem Vortagesrutsch am deutschen Aktienmarkt hat sich die Lage am Freitag zunächst etwas beruhigt. Langfristig orientierte Investoren nutzten die tieferen Kurse wieder zum Einstieg, hieß es aus dem Handel. Dank der Schnäppchenjäger notierte der deutsche Leitindex Dax -0,92% gegen Mittag um 0,58 Prozent höher bei 12 777,68 Punkten. Große Bewegung kam aber nicht in den Handel. Börsianer warnten, dass die Stimmung unter den Investoren angesichts von viel Unsicherheit angegriffen sei. Es herrsche eine "trügerische Ruhe vor dem Sturm", schrieb Marktbeobachter Timo Emden.

Der MDax -0,44% der 60 mittelgroßen Börsentitel stieg um 0,71 Prozent auf 27 657,81 Zähler. Auch an Europas Börsen ging es wieder voran, der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 -0,27% notierte zuletzt mit 0,69 Prozent im Plus bei 3214,71 Zählern.

Am Vortag war der Dax mit einem Minus von rund zweieinhalb Prozent deutlich unter die runde Marke von 13 000 Punkten zurückgefallen. Aus Angst vor den steigenden Corona-Zahlen und den wirtschaftlichen Folgen weiterer Einschränkungen hatten sich die Anleger zurückgezogen. Die bisherige Wochenbilanz sieht für den deutschen Leitindex trotz der aktuellen Gewinne daher nicht gut aus: Es ergibt sich aktuell ein Minus.

Und die Lage bleibt fragil. Nach Einschätzung der Marktexperten der Hessischen Landesbank (Helaba) dürfte die Verunsicherung der Marktteilnehmer angesichts weiter steigender Corona-Fallzahlen und politischer Unwägbarkeiten wie der Präsidentschaftswahl, dem Ringen um das US-Hilfspaket und die Hängepartie beim Brexit erhöht bleiben, "wenngleich bei den heute anstehenden US-Zahlen Verbesserungen zu erwarten sind."

Auf Unternehmensseite griffen die Anleger am letzten Handelstag der Woche vor allem bei zyklischen Werten zu. Nach zuletzt hohen Kursverlusten hauchte eine Übernahmeofferte für die kriselnde Stahlsparte des Thyssenkrupp +6,36%-Konzerns den unter Druck stehenden Aktien neues Leben ein. Das britische Unternehmen Liberty Steel hat ein nicht bindendes Angebot für das Stammgeschäft des Traditionskonzerns vorgelegt, dessen Höhe aber nicht näher beziffert. Zuvor hatte es bereits entsprechende Medienspekulationen gegeben.

Die Thyssenkrupp-Aktien waren zum Handelsauftakt um rund ein Viertel in die Höhe geschnellt, zuletzt notierten sie noch mit einem Aufschlag von rund 14 Prozent an der MDax-Spitze. Branchenwettbewerber Salzgitter profitierte mit einem Aufschlag von rund fünf Prozent, für die Papiere des Stahlhändlers Klöckner & Co +1,40% ging es an der SDax-Spitze um mehr als sechseinhalb Prozent nach oben.

Im Dax standen im Einklang mit dem europaweiten Trend Finanz- und Immobilienwerte am deutlichsten unter Druck. Die deutlich längere Riege der Index-Gewinner führten Daimler +0,59%-Papiere mit einem Kursaufschlag von mehr als drei Prozent an. Hier durften sich die Investoren über gute Nachrichten aus Stuttgart freuen: Der Autobauer hatte am Vorabend auf ein unerwartet starkes drittes Quartal eingestellt. JPMorgan-Analyst Jose Asumendi sprach von einer "hervorragenden" Entwicklung. Die übrigen Autowerte erholten sich mit moderaten Gewinnen etwas von ihrem Vortages-Kursrutsch. Volkswagen +0,54%-Vorzüge standen nach Absatzzahlen rund ein halbes Prozent höher.

Continental +1,09%-Papiere profitierten - ebenfalls als einer der größten Dax-Favoriten - mit einem Kursplus von fast zweieinhalb Prozent von einer Kaufempfehlung der britischen Investmentbank HSBC. Mit seinem auf 120 Euro angehobenen Kursziel traut Analyst Henning Cosman den Papieren der Hannoveraner ein Aufwärtspotenzial von einem Fünftel zu.

Im SDax -0,65% stachen noch die Aktien von Zooplus -2,95% mit einem Aufschlag von mehr als fünf Prozent hervor. Der Tierbedarfshändler kann in der Corona-Krise weiter bessere Geschäfte machen und hatte daher seine Jahresprognose abermals angehoben./tav/jha/

Von Tanja Vedder, dpa-AFX


Quelle: dpa-AFX
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