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Aktien Frankfurt: Dax verharrt in der Flaute

| Quelle: dpa-AFX | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (dpa-AFX) - Ohne Rückenwind von der Wall Street herrscht Flaute am deutschen Aktienmarkt. Einem bescheidenen Auftaktgewinn des Dax folgte am Freitag schnell der Rutsch ins Minus - ein zwischenzeitlicher Erholungsversuch verpuffte.

Am Nachmittag stand der hiesige Leitindex 0,45 Prozent tiefer bei 11 704,39 Punkten, womit er an seine Vortagsschwäche anknüpfte. Den sich abzeichnenden Wochengewinn von mickrigen 0,32 Prozent verdankt er vor allem dem starken Montag.

Die US-Börsen hatten am Donnerstag kaum verändert geschlossen. Am Freitag winkt ihnen ein verhaltener Handelsstart, und auch die Aktiennotierungen in Asien gaben überwiegend nach.

ZURÜCKHALTUNG WEGEN DROHENDER HÖHERER US-ZINSEN

In den Tagen zuvor hatten vage Steuerversprechen von US-Präsident Donald Trump die Kurse kräftig angetrieben. Die Frage sei nun, ob die Wette auf eine starke wirtschaftliche Entwicklung unter Trump aufgehe, sagte Analyst Michael Hewson vom Broker CMC Markets. Milan Cutkovic von AxiTrader diagnostizierte eine zunehmende Vorsicht der Anleger wegen der Risiken schnellerer Zinserhöhungen in den USA.

Auch die anderen Indizes nahmen vor dem Wochenende keine Fahrt auf: Der MDax der mittelgroßen Werte verlor 0,33 Prozent auf 23 221,45 Zähler, während der Technologiewerte-Index TecDax um 0,37 Prozent auf 1883,60 Punkte zurückfiel. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büßte 0,63 Prozent auf 3290,28 Punkte ein.

Die Konjunkturagenda ist am Freitag übersichtlich. Am späteren Nachmittag stehen in den USA Frühindikatoren auf der Agenda. Unternehmensnachrichten waren ebenfalls dünn gesät. Neben dem Geschäftsbericht der Allianz zog vor allem der sich abzeichnende Bieterkampf um den Arzneimittelhersteller Stada die Blicke der Anleger auf sich.

STARKE ALLIANZ-ZAHLEN - ABSATZRÜCKGANG BELASTET VW

An der Dax-Spitze gewannen die Aktien der Allianz 2,18 Prozent. Europas größter Versicherer habe gute Jahreszahlen vorgelegt, lobten Börsianer. Zudem falle das Aktienrückkaufprogramm nach dem gescheiterten Kauf des australischen Wettbewerbers QBE erfreulich umfangreich aus. Wegen zunächst geplatzter Übernahmehoffnungen will die Allianz nun für bis zu 3 Milliarden Euro eigene Aktien zurückkaufen und die Dividende stärker anheben als erwartet. Größere Zukäufe schloss Konzernchef Oliver Bäte für die Zukunft dennoch nicht aus.

Beim Autobauer Volkswagen belastete indes die Absatzschwäche in China: Die Vorzugsaktien waren mit minus 2,82 Prozent einer der größten Verlierer im Leitindex. Wegen des abrupten Rückgangs in China, wo die Regierung die Subventionen für Autos mit kleinerem Hubraum gekürzt hatte, war die Kernmarke VW mit einem Verkaufsminus ins Jahr gestartet.

INFINEON NUR OPTISCH SCHWACH - NEUER INTERESSENT FÜR STADA

Nur optisch schwach präsentierte sich der Halbleiterkonzern Infineon . Bereinigt um die ausgeschüttete Dividende von 0,22 Euro je Aktie lagen die Anteilsscheine lediglich moderat im Minus. Der am Veto der US-Behörden endgültig gescheiterte Kauf des amerikanischen Unternehmens Wolfspeed war laut einem Händler keine Überraschung mehr und sollte kurzfristig auch keine großen finanziellen Auswirkungen für Infineon haben.

Im MDax ging es für Stada angesichts eines möglichen weiteren Kaufinteressenten um 1,85 Prozent auf 57,28 Euro hoch. Bei 57,70 Euro stellte die Aktie zu Beginn eine weitere Rekordmarke auf. Der neue Bieter - einem Pressebericht zufolge die Beteiligungsgesellschaft Bain Capital - soll bereit sein, die Offerte des Finanzinvestors Cinven in Höhe von 56 Euro je Aktie um 2 Euro zu überbieten. Der dritte Interessent ist der Finanzinvestor Advent, der Kreisen zufolge Unterstützung vom Staatsfonds von Singapur (GIC) erhält.Advent will laut der Nachrichtenagentur Bloomberg die Offerte von Cinven ebenfalls übertrumpfen.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,12 Prozent am Vortag auf 0,05 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,27 Prozent auf 142,60 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,48 Prozent auf 164,53 Zähler. Der Kurs des Euro sank auf 1,0647 US-Dollar. Am Donnerstag hatte die EZB den Referenzkurs auf 1,0652 (Mittwoch: 1,0555) Dollar festgesetzt./gl/tos

Von Gerold Löhle, dpa-AFX


Quelle: dpa-AFX
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