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Aktien Zürich Schluss: Globale Börsenturbulenzen ziehen SMI weiter nach unten

| Quelle: dpa-AFX | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
ZÜRICH (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag stark an Terrain eingebüsst und damit den vergangene Woche eingeleiteten Sinkflug noch beschleunigt. Der SMI büsste im Sog der weltweiten Börsenturbulenzen allein am Berichtstag gut 250 Punkte oder knapp 3 Prozent ein. Seit vergangenem Donnerstag hat der Leitindex über 500 Punkte nachgegeben. Der massive Einbruch an den US-Börsen vom Vortag hat weltweit die Nervosität an den Finanzmärkten steigen lassen. Entsprechend ist hierzulande auch der entsprechende VSMI-Index um rund 15 Prozent auf über 17 Punkte gesprungen.

Die Gründe für die um sich greifende Verunsicherung seien nicht neu, hiess es im Handel. Hervorgehoben wurden der globale Handelskrieg, der Budget-Streit zwischen Italien und der EU, das verlangsamte Wachstum in China, der Brexit oder der Vorgeschmack auf die Wahlen in den USA im November. Beunruhigt zeigten sich Marktteilnehmer aber weniger wegen des bisherigen Ausmasses der Korrektur an sich, als vielmehr wegen der Frage, ob der seit längerem befürchtete grössere Einbruch nun tatsächlich eingeläutet ist.

Der Swiss Market Index (SMI) rutschte schliesslich um 2,85 Prozent auf 8369,19 Punkte nach unten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gab 2,48 Prozent auf 1381,59 Punkte nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) 2,64 Prozent auf 10 201,83 Punkte. Am Ende gab es bei den 30 Top-Werten mit Sonova und Sika immerhin zwei Gewinner.

Das gesamte Umfeld für die Investoren sei in den vergangenen Monaten herausfordernder geworden, hiess es weiter in Marktkreisen, nicht zuletzt auch wegen der anziehenden Zinsen auf amerikanischen Staatsanleihen. Beunruhigt wurden die Investoren nebst neuerlicher Kritik von Donald Trump an der Zinspolitik des Fed auch durch die Warnung des Internationalen Währungsfonds (IWF) vor Börsenturbulenzen wegen des Zollstreits zwischen den USA und China. Auch wenn nun doch noch nicht der grosse Einbruch kommt, dürfte für die nähere Zukunft doch mit einer wieder erhöhten Volatilität zu rechnen sein.

Wie oft bei steigender Nervosität an den Märkten kamen Finanzwerte mit am stärksten unter die Räder. Grösster Verlierer waren Partners Group (-4,1 Prozent), aber auch UBS (-3,6 Prozent), Julius Bär (-3,7 Prozent) und CS (-3,3 Prozent) fielen markant zurück. Hier trieb insbesondere die Angst vor stärker als erwartet steigenden Zinsen in den USA die Investoren aus den Papieren. Die Versicherer standen ebenfalls unter Druck, am meisten Zurich (-3,8 Prozent), gefolgt von Swiss Life (-3,0 Prozent) und Swiss Re (-2,6 Prozent).

Die Schwergewichte schützten den Gesamtmarkt für einmal nicht vor grösseren Verlusten, sondern zogen mit: Am auffallendsten waren die Abgaben in Roche (-3,8 Prozent), aber auch Novartis (-3,6 Prozent) und Nestlé (-2,5 Prozent) konnten sich dem Abwärtssog nicht entziehen.

Von den Technologie-Aktien, die im frühen Geschäft wegen der sehr schwachen Nasdaq zum Teil massiv abgestraft wurden, haben sich die meisten im Tagesverlauf etwas erholt. Logitech (-2,4 Prozent) verzeichneten von diesen schliesslich die markantesten Verluste, während AMS (-1,5 Prozent) oder Temenos (-1,6 Prozent) letztlich vergleichsweise moderat nachgaben.

Gegen den schwachen Gesamttrend hielten sich Sonova (+0,8 Prozent) und Sika (+0,1 Prozent) mehr oder weniger knapp im Plus, während Kühne+Nagel unverändert schlossen./cf/uh/AWP/fba


Quelle: dpa-AFX
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