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AKW-Rechtsstreit zwischen Eon und Vattenfall geht im Mai weiter

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
BERLIN (Dow Jones)Der milliardenschwere Rechtsstreit zwischen den Energiekonzernen Eon und Vattenfall um Reststrommengen im stillgelegten Kernkraftwerk Krümmel wird noch in diesem Monat fortgesetzt. Für den 27. Mai ist die mündliche Verhandlung beim Landgericht Hamburg angesetzt, wie Eon-Chef Johannes Teyssen bei einer Telefonkonferenz anlässlich der Quartalszahlen sagte.

Weil die Eon-Kernkrafttochter PreussenElektra eine Wettbewerbsverzerrung sieht, wird ihre Klage gegen den Konkurrenten nun vor der Kartellkammer geführt und nicht mehr im Zivilrecht. Gegenüber dem Gericht habe das DAX-Unternehmen mit Blick auf die Corona-Krise nochmals dargestellt, "wie absurd die Rechtspositionen der anderen Seite sind", sagte Teyssen. Eon setzt "möglichst zeitnah" auf Entscheidungen.


50-50-Beteiligung am AKW Krümmel

Die Eon-Tochter PreussenElektra und Vattenfall sind beide je zur Hälfte an der Krümmel-Betreibergesellschaft beteiligt. Deshalb will PreussenElektra auch die Hälfte der Reststrommengen am 2011 stillgelegten Atomkraftwerk im schleswig-holsteinischen Geesthacht kostenfrei nutzen - und verklagte Vattenfall im Januar 2019. Insgesamt geht es um 44 Terawattstunden, die PreussenElektra dann für das Kernkraftwerk Grohnde in Niedersachsen nutzen will. Der Wert wird auf 1,2 Milliarden Euro taxiert. Vattenfall weist eine entschädigungslose Übertragung jedoch zurück.


Reststrommengen - Ein Konstrukt des Atomausstiegs

Bei der Reststrommenge handelt es sich um die Elektrizitätsmenge, die Krümmel hätte produzieren können, wäre es nicht durch die Atomkatastrophe in Fukushima 2011 zum Ende der Betriebserlaubnis gekommen. Mit dem Atomkonsens 2002 war den Betreibern bereits zugestanden worden, dass sie Strommengen innerhalb ihres Konzerns verschieben dürfen, so dass die Übertragung von älteren auf jüngere Kraftwerke möglich war.

Das Problem der Eon-Tochter: Das Kernkraftwerk Grohnde soll erst Ende 2021 vom Netz gehen, aber die zugesprochene Reststrommenge dort ist bereits jetzt fast aufgebraucht. Das Unternehmen will all seine Kernkraftwerke bis zum endgültigen Atomausstieg weiter betreiben. PreussenElektra fordert auch aus dem Kernkraftwerk Brunsbüttel Reststrommengen von Vattenfall, um sie auf Grohnde zu übertragen.

Für einen Teil der Reststrommengen hatten die Streitparteien bereits im vergangenen Sommer eine Einigung erreicht. Der schwedische Energiekonzern hatte sich bereiterklärt, 10 Terawattstunden Produktionsrechte an Krümmel zu verkaufen. Im Gegenzug erhielt Vattenfall laut seinem Geschäftsbericht 1,5 Millionen schwedische Kronen ausgezahlt (rund 141 Millionen Euro).

Kontakt zur Autorin: petra.sorge@wsj.com

DJG/pso/kla

END) Dow Jones Newswires

May 12, 2020 05:23 ET ( 09:23 GMT)

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