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An den Märkten drohen weitere Verluste, solange die Fed die Füße still hält

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Historisch betrachtet ist der Oktober für den Dax der zweitstärkste Monat des Jahres. In den vergangenen 30 Jahren verzeichnete der Index hier 22-mal eine positive Performance. Im Durchschnitt ging es mit den Kursen um 2,6 Prozent nach oben. Eine noch leicht bessere Bilanz weist lediglich der Dezember mit einem Plus von 2,7 Prozent aus. Auf der anderen Seite ist der zehnte Monat des Jahres auch bekannt für seine heftigen Einbrüche. 1997 fielen die Kurse hier um über 10 Prozent, 2008 ging es sogar um mehr als 14 Prozent in den Keller. Ähnliche Verluste könnte es auch in diesem Jahr geben. Mit dem gestrigen Rutsch auf 11540 Punkte liegt der Dax aktuell schon fast 6 Prozent unter dem Stand von Ende September. Noch schlimmer sieht es bei den Small- und Mid-Cap-Indizes aus. MDax, TecDax und SDax notieren alle um die 9 Prozent unter Wasser.

Die Dynamik der Kursrückgänge erinnert stark an das Geschehen im Dax rund um den Monatswechsel von Januar zu Februar dieses Jahres. Damals verlor der Index kurz nach Erreichen eines neuen Allzeithochs innerhalb von zwei Monaten fast 2000 Punkte an Wert, davon über die Hälfte in den ersten zwei Wochen. Diesmal hat der Dax in den abgelaufenen zwei Wochen gut 900 Punkte eingebüßt. Demnach könnte hier noch mehr nach unten kommen, zumal die lange Zeit robuste Chart-Unterstützung bei 11700/11900 Punkten diesmal nicht gehalten hat und der Index dadurch auf den tiefsten Stand seit Februar 2017 gefallen ist.

Im „TRADERS´ Briefing“ hieß es gestern Morgen schon, dass „die Bären deutlich an Macht hinzugewonnen“ hätten und beim Dax die Vollendung einer „Schulter-Kopf-Schulter (SKS)-Formation“ immer wahrscheinlicher werde. Bei diesem Chartmuster handelt es sich um eine sehr bekannte Variante der Top-Bildung, die im aktuellen Fall ein kalkulatorisches Kursziel von knapp unter 10000 Punkten mit sich bringt. Genauso argumentieren auch die Charttechniker von HSBC („das rechnerische Abschlagspotential kann auf rund 1800 Punkte taxiert werden), die zudem auf die begleitende Schwäche der amerikanischen Aktienindizes hinweisen.

Und hier könnte tatsächlich das größte Problem für die Aktienmärkte lauern. Denn in den USA sind die Kurse so überdurchschnittlich stark gestiegen, dass das ganz normale Korrekturpotenzial in den intakten Aufwärtstrends noch relativ groß ist. Und es ist kaum vorstellbar, dass sich der deutsche Aktienmarkt in so einem Szenario erfolgreich abkoppeln kann. Auch die Strategen der Commerzbank sind der Ansicht, dass insbesondere am US-Markt weitere Gewinnmitnahmen zu erwarten sind, die auch an den übrigen Regionen nicht spurlos vorbeiziehen dürften. Immerhin machen die Analysten Hoffnung, dass damit dann die letzte Phase des Kursabschwungs eingeläutet sein dürfte und zum Jahresende hin wahrscheinlich wieder eine Erholung anstehe.

Kurzfristige Gegenbewegungen wird es in den kommenden Tagen sicherlich auch immer mal wieder geben. Gestern schoss der Dax intraday auch mal um fast 200 Punkte nach oben. Übergeordnet scheint der Verkaufsdruck aktuell aber größer zu sein, weshalb ein Griff in das fallende Messer für Trades mit einem Anlagehorizont von mehr als ein paar Stunden oder Tage noch zu gefährlich erscheint. Vor diesem Hintergrund kam unser Artikel zu den US-Börsen zu Wochenbeginn gerade noch rechtzeitig (Investmentecke von Dienstag). Der hier vorgestellte Put-Optionsschein der UBS auf den Nasdaq 100 mit einem Basispreis bei 7000 Punkten und einer Laufzeit von zwölf Monaten konnte seitdem bereits 35 Prozent zulegen und notiert jetzt „am Geld“. An Gewinnmitnahmen ist zwar bekanntlich noch niemand gestorben, aber das Potenzial nach unten scheint aktuell noch relativ groß zu sein. Wobei man immer bedenken muss, dass im Vorfeld der US-Zwischenwahl ein Eingreifen der amerikanischen Notenbank in den Markt nicht unwahrscheinlich ist. Das würde dann wohl unmittelbar zu einem Kursfeuerwerk führen. Von daher darf man auch nicht zu gierig werden.

Thomas Koch

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Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

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