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Analysten sehen Trendwende bei Hightech- und Nebenwerten

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der Wochenstart war an den Aktienmärkten von Gewinnmitnahmen geprägt. Auffällig war dabei vor allem, dass die in den vergangenen Monaten besonders gut gelaufenen Werte verkauft wurden. Der TecDAX rutschte im regulären Handel fast 3 Prozent in den Keller, während der Dax weniger als 1 Prozent abgab. Zu den größten Verlierern zählten Aktien wie Siltronic und Aixtron, die bis zu 8 Prozent an Wert verloren. Beide Aktien hatten sich seit Jahresbeginn aber auch verdoppelt, so dass zahlreiche Anleger auf dicken Gewinnen sitzen und einen Teil davon jetzt mal mitgenommen haben dürften. Ein ähnliches Bild hatte sich am Freitag bereits an der US-Hightechbörse gezeigt. Der Nasdaq 100 verlor zum Wochenschluss 2,4 Prozent, obwohl der Dow Jones Industrial Index sogar leicht zugelegt hatte. Die relative Schwäche setzte sich gestern bei allerdings nachlassendem Druck weiter fort.

Nachdem die Aktien von Amazon und Alphabet (Google) vor kurzem jeweils die „magische“ Marke von 1000 US-Dollar überschritten hatten, häuften sich zuletzt die Analystenstimmen, die vor einer Übertreibung warnten. Durch den Kurseinbruch am Freitag, der nach einem zunächst noch recht freundlichen Auftakt und unter vergleichsweise hohen Umsätzen stattfand, rechnen viele Marktteilnehmer nun mit einer Topbildungsphase und damit einem Ende des steilen Anstiegs vieler Tech-Aktien. Ähnlich ist die Erwartungshaltung auch bei deutschen Nebenwerten, die zuletzt ebenfalls stark nachgefragt wurden. Aktie wie Hypoport oder bet-at-home liegen seit dem Jahreswechsel zwischen 60 und 80 Prozent im Plus. In den Nachrichtentickern wurde gestern ein Händler mit diesen Worten zitiert: „Nun trifft es endlich auch diese ganzen SDAX-Werte und Micro Caps mit ihren aufgeblasenen Bewertungen, wo wir schon die ganze Zeit auf eine Korrektur gewartet hatten“. Aufgrund der relativ geringen Liquidität bei kleineren Aktien reichen oft schon wenige Käufe oder Verkäufe, um starke Kursbewegungen auszulösen. Der SDAX (gestern -2,1 Prozent) konnte im laufenden Jahr mit einem Anstieg von 16 Prozent stärker zulegen als der Dax, der „nur“ knapp 10 Prozent im Plus liegt.

Die zu dem Szenario einer Topbildung passenden Produkte wie Discount-Puts oder Stay-Low-Optionsscheine sucht man für die beiden angesprochenen deutschen Indizes leider vergeblich. Fündig geworden sind wir aber beim Nasdaq 100, der aktuell bei rund 5700 Punkten steht und sein Hoch vergangene Woche bei ca. 5900 Punkten markiert hatte. Ein Stay-Low-Optionsschein der Société Générale mit einer Knock-out-Barriere bei eben diesen 5900 Punkten war daraufhin am Freitag im Tief bis auf 0,16 Euro (Geldkurs) gefallen. Zum Knock-out kam es jedoch nicht, weil der Index gut zwei Pünktchen unter der kritischen Marke wieder gen Süden drehte. Aktuell kostet der Schein schon wieder um die 5 Euro. Trotz dieser Kursexplosion ist bis zur Fälligkeit Mitte September immer noch eine Kursverdoppelung möglich, wenn die allerdings keine 200 Punkte entfernte Barriere bis dahin unverletzt bleibt. Ansonsten endet ein Investment im Totalverlust (WKN: SC2YR6). Bei einer leicht höheren Knock-out-Barriere (bei 6000 Punkten) und damit etwas größerem Puffer müssen bei identischer Laufzeit aktuell knapp sieben Euro bezahlt werden, wodurch die Renditechance auf gut 40 Prozent sinkt (WKN: SC2YR7).

Thomas Koch

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Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

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