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Anfänge einer deutschen Klageindustrie nach Wirecard zu sehen

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Anfänge des Entstehens einer Klageindustrie in Deutschland sieht Steffen Salvenmoser, Anwalt und viele Jahre Experte für forensische Untersuchungen beim Prüfungs- und Beratungsunternehmen PWC. Auslöser sei, dass viele geschädigte Aktionäre von Wirecard sich nun eine Kompensation ihrer Verluste auf dem Klageweg erhoffen.

Im Gespräch mit der Börsen-Zeitung sieht Salvenmoser derzeit aber wenig Erfolgsaussichten und brandmarkt die Mandantensuche mancher Anwälte als unseriös. Viele Kanzleien sind aus seiner Sicht vor allem aus Marketinggründen mit Anlegerklagen "wie im Windhundrennen" losgeprescht, um möglichst viele Mandanten anzuwerben und Gebühren einzusammeln.

Die Situation sei zwar nicht vergleichbar mit den USA, denn dort würden Anwälte in Sammelklagen erfolgsabhängig vergütet, es seien aber auch hierzulande Anfänge einer "Klageindustrie" zu erkennen, meint er: "Es macht auch in Deutschland einen Unterschied, ob ich 100 Mandanten eine Rechnung schicke oder 2.000."

Salvenmoser macht den Klägern in Zivilverfahren nicht viel Hoffnung. "Von wem soll das Geld kommen?", sagte er gegenüber der Zeitung. Von der Gesellschaft und den handelnden Personen werde kaum etwas zu holen sein. Auch Schadenersatzklagen von Anlegern gegen den Wirecard-Abschlussprüfer EY hält er für wenig erfolgversprechend.

Nach Einschätzung von Anwalt Bernd Geier, Partner der Kanzlei Bryan Cave Leighton Paisner, dürfte auch bei der BaFin kaum etwas einzufordern sein. Der Rahmen für ein amtshaftungsrechtlich relevantes Fehlverhalten der Aufsichtsbehörde sei eher begrenzt.

Kontakt zu Autor: unternehmen.de@dowjones.com

DJG/mod

END) Dow Jones Newswires

August 02, 2020 04:38 ET ( 08:38 GMT)

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