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Anheuser-Busch: Ist hier Hopfen und Malz verloren?

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Auch der größte Bierproduzent der Welt hat mit der Abkehr der Konsumenten vom klassischen Massenbier zu kämpfen. Das gilt vor allem für den wichtigen US-Markt. Junge Menschen sind experimentierfreudig, werben auf Youtube, Facebook und Instagram für kleine, lokale Biersorten. Gesundheitsbewusste bevorzugen kalorienämere Biere. Auf diese Trends setzt auch Anheuser-Busch Inbev -1,49% . Zur seit 143 Jahren gebrauten Top-Marke Budweiser greifen die Käufer aber immer seltener.

Masse statt Klasse

Für Branchenriesen wie AB Inbev, Heineken -0,86% und Carlsberg ist Bier ein Massengeschäft. AB Inbev produzierte im vergangenen Jahr 567 Millionen Hektoliter Bier. Das entspricht dem Fassungsvermögen einer größeren deutschen Talsperre. Die drei Top-Marken sind Budweiser, das mexikanische Corona und das belgische Stella Artois. Diese drei Marken trugen 2018 mit etwa einem Drittel zum gesamten Umsatzwachstum bei. In Deutschland steht AB Inbev hinter Marken wie Beck's, Hasseröder und Löwenbräu.

Neue Strategie soll Marktanteile zurückerobern

In Nordamerika war der Ausstoß 2018 rückläufig und auch die Gewinnmargen gaben nach. Der Konzern will nun unter einem neuen Management und mit einer neuen Strategie gegen Stagnation und Rückgang ansteuern. So sollen Premiummarken wie Michelob stärker zulegen. Gleiches gilt für das Segment Core+, in dem sich wachstumsträchtige Sorten wie Bud Light Orange oder das kalorienärmere Michelob Ultra finden. Sie kommen bei jüngeren Käufern deutlich besser an. 

Viele Probleme

Doch der Konzern hat noch andere Baustellen. So drückte eine schwache Konjunktur 2018 in wichtigen Schwellenländern auf Umsatz und Gewinn. Von einem "schwierigen wirtschaftlichen Umfeld" spricht das Unternehmen und nennt Südafrika, Argentinien und Brasilien. Das habe die Konsumenten zu Zurückhaltung bewogen. Brasilien steuert einen beachtlichen Anteil zum Gewinn des Konzerns bei. In Südafrika hatten leere Lager und höhere Steuern belastet. 

Gegenwind bekommt der Konzern auch vom starken US-Dollar. Die US-Währung hat in den vergangenen Jahren vor allem zu den Devisen von Schwellenländern stark aufgewertet. Gerade diese zählen aber zu den wichtigsten Absatzmärkten von AB Inbev. Experten schätzen, dass mehr als die Hälfte der Kosten von Bierbrauern in den Emerging Markets, die unmittelbar mit der Produktion zusammenhängen, in Dollar anfallen. Steigt dieser, steigen auch die Kosten. 

Zudem gärt in der Bilanz ein Schuldenberg. Ende vergangenen Jahres schob das Unternehmen Schulden von mehr als 100 Milliarden Dollar vor sich her. Mit Spannung schauen die Märkte deshalb auf den Börsengang der Asien-Sparte namens Budweiser Brewing Company APAC. AB Inbev will einen Minderheitsanteil an der Börse in Hongkong platzieren und mit dem Erlös die Schulden abbauen und Zukäufe in der Region Asien-Pazifik finanzieren. Mit der Übernahme von SAB Miller Ende 2016 waren die Schulden stark gestiegen. 

Massiver Kursverlust  

In den vergangenen drei Jahren hatten die Aktionäre von AB Inbev selten Grund zum Anstoßen. Vom Herbst 2017 bis Anfang 2019 dürfte sich sogar ein veritabler Kater eingestellt haben. Kosteten die Papiere seinerzeit noch mehr als 100 Euro, so waren sie Anfang dieses Jahres mit gut 56 Euro fast für die Hälfte zu haben. Einen herben Schlag hatte die Aktie Ende Oktober erlitten, als das Management die Dividende kürzte und der Kurs um zehn Prozent abstürzte. 

Aktie im Rallye-Modus

Vom Tief zu Jahresbeginn hat sich der Kurs mittlerweile wieder um mehr als ein Drittel erholt. Ende Februar hatte der Bierspezialist für 2019 wieder Wachstum in Aussicht gestellt. Das sorgte bei Investoren für bessere Laune. Der Optimismus der Anlegern schäumt noch nicht über, aber Besserung könnte in Sicht sein.

Mit Material von dpa-AFX.

12-Monats-Chart ABInBev in Euro
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