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Anleger schockiert: Henkel steht vor weiterem Sorgenjahr

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der scheidende Konzernchef Hans Van Bylen hat die Aktionäre von Henkel auf ein weiteres schwaches Geschäftsjahr vorbereitet. Die Ergebnisse dürften 2020 weiter sinken, der Umsatz im besten Fall nur geringfügig wachsen. Anleger zeigten sich von den schlechten Nachrichten vom Donnerstagabend schockiert und wandten sich von der Henkel-Aktie +0,31% ab.

CEO Van Bylen verlässt einen Konzern in Schieflage

Henkel erwarte auch 2020 ein schwieriges und schwer vorhersehbares Marktumfeld, erklärte Van Bylen. Der Manager nimmt Ende des Jahres seinen Hut und übergibt sein Amt an den bisherigen Finanzchef Carsten Knopel. Die trübe Lage gilt Van Bylen vor allem für die Nachfrage aus der Industrie. Daher rechnet Henkel besonders im hochprofitablen Klebstoffgeschäft mit negativen Auswirkungen, während er für die Konsumgüterbereiche eine "gute Umsatzentwickung" erwartet.

Die konjunkturabhängige Klebstoffsparte leidet derzeit unter der Schwäche der Autoindustrie. Das Kosmetikgeschäft kämpft weiter mit dem hohen Wettbewerbsdruck vor allem in Westeuropa sowie Problemen in China. Zuletzt büßte das Haut- und Haarpflegegeschäft an Umsatz und Ergebnis ein. Gegenmaßnahmen wie die Einführung neuer Produkte, für die Henkel mehr Geld verlangen kann, greifen bislang nur bedingt.

Henkel will rund 300 Millionen Euro im Jahr in die Stärkung seines Konsumgeschäfts investieren und die digitale Transformation beschleunigen. Doch die Anstrengungen drohen zu verpuffen und der Konzern verliert weiter Marktanteile.

Eine besorgniserregende Prognose

Das schwache Industrieumfeld sowie die weiter geplanten Investitionen in Marketing, Werbung sowie die Digitalisierung wird die Ergebnisse auch weiter belasten. Auch im kurz vor dem Ende stehende Geschäftsjahr 2019 wird Henkel daher wohl nur das untere Ende seiner bereits im Sommer gesenkten Prognose erreichen.

So rechnet das Management mit einer stagnierenden organischen Umsatzentwicklung. Die Marge, für die Henkel bereits einen Rückgang auf 16 bis 17 Prozent avisiert hatte, wird den Angaben zufolge bei etwa 16,2 Prozent liegen.

Insgesamt geht das Management auch für 2020 nur von einem mauen Wachstum aus. Die Prognose orientiert sich dabei an der des laufenden Jahres. Bestenfalls zwei Prozent organisches Umsatzplus dürften die Düsseldorfer erreichen.

JPMorgan-Analysten streichen die Empfehlung

JPMorgan-Analystin Celine Pannuti senkte ihr Kursziel für das Papier und kürzte ihre Prognosen für 2020 um zehn Prozent. John Ennis von Goldman Sachs nahm seine Einstufung für die Aktie auf "Neutral" zurück. Die Entwicklung des Konzerns sei seit dem Sommer enttäuschend, erklärte er. Die Erholung des Geschäfts sei auch in der zweiten Jahreshälfte ausgeblieben. Die Prognose für das neue Jahr deutet seiner Ansicht nach darauf hin, dass die Schwierigkeiten für einen längeren Zeitraum anhalten dürften als erwartet. Die Lösung der Probleme könnte zudem teurer werden als gedacht.

Pannuti erhofft sich vom neuen Chef Knobel ein Strategie-Update im März. Die Ernennung des Finanzchefs zum neuen Mann an der Spitze könnte darauf hindeuten, dass Henkel mehr auf Veränderungen seines Portfolios ziele als auf einen Umbau des operativen Geschäfts.

Mit Material von dpaAFX.
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