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Anleger und ihre Emotionen: Was taugen die Stimmungsindizes

| Quelle: INV

Die positive Aktienmarktentwicklung der vergangenen Wochen inklusive dem neuen Allzeithoch beim Dax dürfte viele Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß erwischt haben. Schließlich gilt der September als eindeutig schwächster Monat des Jahres. Diesmal traf das nicht zu. Ein Plus von über 6 Prozent bedeutete unter dem Strich eine der besten September-Bilanzen der vergangenen 30 Jahre. Selbst die schönsten und verlässlichsten Börsenregeln werden also immer mal wieder gebrochen. Für Investoren stellt sich damit automatisch die Frage, wie es 2017 mit der „traditionellen“ Jahresendrally aussieht. Immerhin stehen uns jetzt historisch betrachtet die besten Wochen des Jahres bevor. Zumindest was die Aussichten für den Dax angeht. Wird das in diesem Jahr wieder so sein oder gibt es auch hier eine Ausnahme und die Kurse fallen deutlich zurück?

Weil diese Frage nahezu allen Anlegern unter den Fingern brennt, geben zahlreiche vermeintliche Experten regelmäßig Prognosen zu diesem Thema ab. Während die einen dabei auf die konjunkturelle Entwicklung oder die Unternehmensgewinne eingehen, widmen sich andere lieber der Charttechnik. Immer mehr in Mode kommt aber auch, die weitere Börsenentwicklung anhand der Anlegerstimmung zu prognostizieren. Dabei wird eine große Euphorie bei den Investoren stets als gefährlich eingestuft, während die Börsenampel bei ausgeprägtem Pessimismus auf grün springt. Das dürfte damit zu tun haben, dass Privatanleger an der Börse leider oftmals die falschen Entscheidungen treffen, weil diese in zu starkem Maße von Emotionen wie Angst und Gier beeinflusst werden. Zu diesem Thema gibt es zahlreiche Untersuchungen mit einheitlichen Ergebnissen.

Gemessen wird die vermeintliche Stimmung anhand von entsprechenden Indizes, die mehr oder weniger regelmäßig veröffentlicht werden. Eines der bekannteren Barometer ist sicherlich der Börse Frankfurt Sentiment Index, der laut aktuellem Bericht gerade auf neues Jahreshoch gestiegen ist. Allerdings wurden hier institutionelle Anleger nach ihren Aussichten für den Dax befragt. Bei dem gleichnamigen Privatanleger-Index ist der Optimismus nicht ganz so groß. Dennoch äußern sich auch hier mit 44 Prozent die meisten Umfrageteilnehmer zuversichtlich, während nur 32 Prozent davon ausgehen, dass der Dax in den kommenden vier Wochen fallen wird (der Rest geht von einer Seitwärtsbewegung aus). Joachim Goldberg, der die Daten jede Woche analysiert, spricht vor diesem Hintergrund von „deutlichen Warnzeichen“ und der Gefahr „kräftiger Korrekturen“. Alles in allem bewertet er die Stimmung der Anleger als „nicht vorteilhaft für den Dax“.

Zu einem ähnlichen Ergebnis dürfte man kommen, wenn man die jüngst veröffentlichten Daten des Citi-Investmentbarometers zugrunde legt. Hier werden alle drei Monate private und professionelle Marktteilnehmer zu ihren Aussichten für die kommenden drei bzw. 12 Monate befragt. Bezogen auf die Aktienkurse in Europa gehen gut 45 bzw. 61 Prozent der Teilnehmer von steigenden Kursen in diesen beiden Zeiträumen aus. Gerade bei der kurzfristigen Prognose ist der Wert der Optimisten im Vergleich zum zweiten Quartal deutlich angestiegen. Auffällig ist zudem die Sorglosigkeit der Anleger. Sinkende Kurse erwarten sowohl kurz- als auch mittelfristig gerade mal gut 14 Prozent der Umfrageteilnehmer.

Einen gänzlich anderen Eindruck vermitteln hingegen die fortlaufend berechneten Daten des Euwax-Sentiments der Börse Stuttgart. Dieser Stimmungsindex beruht nicht auf Umfragen, sondern auf den tatsächlich durchgeführten Trades der Privatanleger mit Hebelprodukten auf den Dax. Der 20-Tage-Durchschnitt dieses Index liegt tief im roten Bereich, was bedeutet, dass die große Mehrheit der Investoren auf fallende Kurse beim Dax spekuliert. Damit passen die Aussagen der Marktteilnehmer also nicht wirklich zu ihren Aktivitäten. Was vielleicht daran liegt, dass es sich um völlig unterschiedliche Personen und/oder einen abweichenden Anlagehorizont handelt. Genaues weiß man nicht. Eine detaillierte Analyse des Euwax-Sentiments hat jedoch ergeben, dass der Index bei starken Ausschlägen nach oben oder unten und damit einem überdurchschnittlich großen Optimismus oder Pessimismus häufig als richtig guter Kontraindikator genutzt werden kann. Vor diesem Hintergrund erscheint zumindest eine deutliche Korrektur kurzfristig relativ unwahrscheinlich.

Thomas Koch

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