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Anleihen-Analyse: DEAG Deutsche Entertainment AG - starke Covenants, attraktiver Kupon

| Quelle: fixed-income | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Die im Prime Standard notierte DEAG Deutsche Entertainment AG, Berlin,
emittiert eine Unternehmensanleihe in Höhe von bis zu 25 Mio. Euro (ISIN
DE000A2NBF25). Die Emission wird begleitet von der IKB Deutsche Industriebank
AG. Die Schuldverschreibungen werden in Deutschland und Luxemburg öffentlich
angeboten und können vom 22. Oktober bis 26. Oktober 2018 über die
Zeichnungsfunktionalität „DirectPlace“ der Deutschen Börse AG gezeichnet werden
(Zeichnung via Kauforder am Börsenplatz Frankfurt). Daneben wird die Anleihe
auch im Rahmen einer internationalen Privatplatzierung qualifizierten Anlegern
angeboten, die direkt über die IKB Deutsche Industriebank AG zeichnen können.
Der Kupon liegt innerhalb der Zinsspanne von 5,25% bis 6,00% und wird am Ende
des Angebotszeitraums auf der Grundlage der Zeichnungsaufträge im Rahmen eines
sogenannten Bookbuilding-Verfahrens voraussichtlich am 26. Oktober 2018
festgelegt. Verwenden möchte die Gesellschaft die Mittel aus der
Anleiheemission zur Finanzierung des weiteren Wachstums. Für ein Investment
sprechen neben dem attraktiven Kupon in erster Linie die hohe Transparenz,
umfangreiche Garantien von Konzerngesellschaften, eine solide Cash Position und
vorbildliche Covenants.

Umfangreiche Garantien und Covenants
Die Schuldverschreibungen werden unbedingt und unwiderruflich durch die DEAG
Concerts GmbH, die Concert Concept Veranstaltungs-GmbH Berlin, die Global
Concerts GmbH, die Grünland Family Entertainment GmbH, die River Concerts GmbH
und die Christmas Garden Deutschland garantiert.

Neu bei Mittelstandsanleihen, nicht aber bei klassischen High Yield-Anleihen:
Der Zinssatz erhöht sich um 0,5 Prozentpunkte, wenn die Eigenkapitalquote in
der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2018 unter 10%, in der Konzernbilanz zum 31.
Dezember 2019 unter 12,5% oder in der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2020 oder
in den Konzernbilanzen zum 31. Dezember der auf 2020 folgenden Jahre unter 15%
fällt. Zum Vergleich: Am 30. Juni 2018 betrug die Eigenkapitalquote knapp
12,6%.

Unternehmen
Die DEAG Deutsche Entertainment AG ist ein Entertainment-Dienstleister und
Anbieter von Live-Entertainment in Europa. Zu den Tätigkeitsgebieten der Gruppe
gehören die Planung, Produktion, Organisation und Durchführung von
Veranstaltungen jeder Art, die Erbringung von Dienstleistungen im Zusammenhang
mit solchen Veranstaltungen, insbesondere in den Bereichen Vermittlung,
Vermarktung, Merchandising und Gastronomie. Ferner gehören der Vertrieb und die
Vermarktung von Eintrittskarten im In- und Ausland sowie der Besitz und Betrieb
von Veranstaltungsstätten im In- und Ausland zu den Geschäftsbereichen. Im
Live-Geschäft ist die DEAG-Gruppe als Tourneeveranstalter und als örtlicher
Veranstalter aktiv.

Prof. Peter Schwenkow, Vorstandsvorsitzender und Gründer der DEAG: „Wir haben
die DEAG in den vergangenen Jahren rund um unser Kerngeschäft als
Konzertveranstalter erfolgreich strategisch weiterentwickelt. Als
diversifizierter Entertainment-Dienstleister mit 40 Jahren Branchenerfahrung
veranstalten wir heute mit über 800 Künstlern rund 4.000 Events pro Jahr. In
unseren Geschäftsfeldern Rock/Pop, Classics & Jazz, Family-Entertainment und
Arts+Exhibitions bieten wir erstklassige Veranstaltungen, für die wir jährlich
über fünf Millionen Tickets verkaufen. Zu unseren internationalen Künstlern und
Shows zählen unter anderem beispielsweise Ed Sheeran, Kiss oder Disney on Ice.
Diese Top-Veranstaltungen können wir in unserem fünften Geschäftsfeld Ticketing
über unsere eigene Plattform MyTicket zusätzlich vermarkten.“

Geschäftsentwicklung
Im ersten Halbjahr 2018 verzeichnete der DEAG-Konzern einen Umsatzanstieg um
34,2% auf 118,0 Mio. Euro nach 87,9 Mio. Euro im Vorjahr. Das Ergebnis vor
Zinsen und Steuern (EBIT) betrug 8,1 Mio. Euro gegenüber 2,2 Mio. Euro im
Vorjahr. Bereinigt um den Effekt aus dem Erwerb von 49% an der DEAG Classics AG
und dem Verkauf der Raymond Gubbay Limited mit einem Entkonsolidierungsgewinn
von 5,3 Mio. Euro liegt das operative EBIT bei 2,8 Mio. Euro nach 0,3 Mio. Euro
im Vorjahr unter Berücksichtigung des Geschäftsfeldes Österreich. Zur positiven
Entwicklung trug eine Reihe an Veranstaltungs-Highlights bei. So konnte die
DEAG mit den veranstalteten Open-Airs, Rock-/Pop-Tourneen, Klassikevents,
Theaterproduktionen und Events für die gesamte Familie sowie mit dem
Ticketing-Geschäft in ihren Kernmärkten ein erfolgreiches erstes Halbjahr
verbuchen.

Damit liegt die DEAG, nach einigen schwächeren Jahren, operativ für das
Gesamtjahr 2018 wieder sehr gut im Plan. Neben der positiven Entwicklung wurden
Maßnahmen ergriffen, um das auf die Aktionäre entfallende Ergebnis pro Aktie
durch die Reduzierung von Minderheitsbeteiligungen zu steigern, was für
Bondinvestoren nicht wichtig ist. So erwarb DEAG 49% an der DEAG Classics AG
und hält damit nun 100% der Anteile. Zusätzlich kaufte DEAG 24,9% der Anteile
an der MyTicket AG zurück und hält nun 75,1% der Gesellschaft. Darüber hinaus
konnte DEAG den Wachstumsfokus des Geschäfts auf Großbritannien unterstreichen,
indem 100% der Anteile an dem Festival „Belladrum“ in Schottland erworben
wurden, das 2018 bereits das neunte Jahr in Folge ausverkauft war. Mit der gut
gefüllten Pipeline an Veranstaltungen mit bereits über 2 Mio. fest verkauften
Tickets verfügt die DEAG über eine solide Basis für die weitere Entwicklung im
Geschäftsjahr.

Vor diesem Hintergrund rechnet der Vorstand weiterhin mit einem Umsatzwachstum
von mindestens 20% bei einem überproportionalen Anstieg des EBIT von mindestens
40%.

Mittelverwendung:
Die Emittentin beabsichtigt, den Netto-Emissionserlös zur Finanzierung des
organischen und anorganischen Wachstums sowie zur allgemeinen
Unternehmensfinanzierung zu verwenden, u.a.:
- zur Finanzierung von ausgewählten Akquisitionen im deutschsprachigen Raum
und im europäischen Ausland
- zur Finanzierung von Investitionen für den Ausbau sämtlicher
Geschäftsbereiche
- zur Diversifizierung der Finanzierungsstruktur und Verlängerung des
Fälligkeitenprofils
- zur allgemeinen Finanzierung der DEAG-Gruppe

Stärken:
- hohe Transparenz durch Notierung der Aktie im Prime Standard
- umfangreiche Garantien von Konzerngesellschaften
- vorbildliche Covenants
- derzeit kein Net Debt

Schwächen:
- hoher Wettbewerbsdruck durch z.T. finanzstarke Mitbewerber
- Geschäfts- oder Firmenwerte sowie sonstige immaterielle Vermögenswerte
machen 25% der Bilanzsumme aus

Fazit:
Die DEAG Deutsche Entertainment AG ist operativ auf Kurs. Neben der positiven
operativen Entwicklung und dem attraktiven Kupon sprechen insbesondere die hohe
Transparenz sowie umfangreiche Garantien und die vorbildlichen Covenants für
ein Investment. Kritisch sind der in Teilbereichen hohe Wettbewerbsdruck sowie
hohe immaterielle Vermögenswerte zu sehen. Insgesamt erscheint die Anleihe
attraktiv, vieles spricht für eine erfolgreiche Entwicklung der Anleihe.

Christian Schiffmacher, https://www.fixed-income.org/

DEAG – Geschäftsentwicklung



2016

2017

2018e

2019e

2020e

Umsatz

179,5

159,8

191,7

212,9

223,6

EBITDA

5,2

6,5

14,7

12,9

15,4

EBIT

3,7

5,1

12,4

10,5

12,8

Net Income

-3,6

-2,3

6,6

4,8

6,4

Net Debt

-2,4

-14,9

-18,4

-21,6

-28,9

Angaben in Mio. Euro, Quelle: Hauck & Aufhäuser Research (Stand: 27.09.2018)

Eckdaten der DEAG-Anleihe 2018/23

Emittentin

DEAG Deutsche Entertainment AG

Kupon

5,25%–6,00%

Zeichnungsfrist

22.10.–26.10.2018

Laufzeit

31.10.2023 (5 Jahre)

Emissionsvolumen

25 Mio. Euro

Stückelung

1.000 Euro

ISIN / WKN

DE000A2NBF25 / A2NBF2

Segment

Open Market, Börse Frankfurt

Sole Lead Manager

IKB Deutsche Industriebank AG

Internet

https://www.deag.de/ir




Quelle: fixed-income.org - Die Plattform für Investoren und Emittenten am
Anleihenmarkt.
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