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Apple: Diese Zahlen können sich sehen lassen

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die iPhone-Verkäufe sinken weiter, Apple sieht sich aber inzwischen in der Lage, den Rückgang abzubremsen. Zum Ende des vergangenen Quartals habe sich die Lage deutlich gebessert, sagte Apple-Chef Tim Cook bei der Vorlage der Quartalszahlen. Der iPhone-Umsatz sank im Jahresvergleich dennoch um 17,3 Prozent auf gut 31 Milliarden US-Dollar (27,7 Mrd. Euro).

Angesichts insgesamt besser als von Analysten erwartet ausgefallener Zahlen und eines 75 Milliarden Dollar schweren weiteren Aktienrückkaufs legte der Kurs dennoch deutlich zu. Die Apple-Aktie -0,05% legte im US-Handel zeitweise um mehr als fünf Prozent zu. In Deutschland kostete eine Apple-Aktie am Donnerstag zuletzt 188 Euro, was ebenfalls rund fünf Prozent Aufschlag bedeutete.

Nach Berechnungen der Analysefirma IDC ging es bei den iPhone-Stückzahlen mit einem Minus von 30,2 Prozent auf 36,4 Millionen Geräte besonders steil bergab. Ein höherer Durchschnittspreis der verkauften iPhones dürfte das Absatzminus aber abgefedert haben.

Rückgang vor allem in China

Das iPhone ist ein Schlüsselprodukt für Apple: Es macht auch nach dem Rückgang immer noch mehr als die Hälfte des Geschäfts aus. Apple nennt zugleich keine Stückzahlen verkaufter Geräte mehr, sondern nur noch den Umsatz. Apple war bereits im Weihnachtsquartal von einem Rückgang der iPhone-Verkäufe vor allem in China getroffen worden. Das hatte Sorgen um die Nachfrage nach den Telefonen ausgelöst.

Der Quartalsumsatz sank im Jahresvergleich zwar um 5 Prozent auf 58 Milliarden Dollar, lag damit aber über den Prognosen der Analysten, die von rund 55 Milliarden Dollar ausgegangen waren. Auch die Prognose für das laufende Quartal fiel höher aus als von Analysten erwartet. Der Gewinn in dem Ende März abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal fiel im Jahresvergleich um 15,7 Prozent auf 11,56 Milliarden Dollar.

Der Rückgang der iPhone-Erlöse im vergangenen Quartal sei komplett auf die Entwicklung in sogenannten Wachstumsmärkten der Schwellen- und Entwicklungsländer zurückzuführen, so Apple. Man steuere mit Preissenkungen und Rückkauf-Angeboten für alte Geräte gegen und das zeige Wirkung.

Das Apple-Geschäft in China schrumpfte im vergangenen Vierteljahr von gut 13 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor auf 10,2 Milliarden Dollar und damit langsamer als im Weihnachtsquartal. Dazu habe auch die Absenkung der Mehrwertsteuer in dem Land von 16 auf 13 Prozent beigetragen, sagte Konzernchef Cook.

Geschäft mit iPad und Service verbessert

Im iPad-Geschäft wuchsen die Erlöse binnen eines Jahres von rund 4 Milliarden auf 4,87 Milliarden Dollar. Apple hat inzwischen unter anderem ein neues Modell des teureren iPad Pro im Angebot. Mehr als die Hälfte der iPad-Käufer im vergangenen Quartal hätten sich zum ersten Mal ein Apple-Tablet zugelegt, betonte Cook.

Das Service-Geschäft, zu dem unter anderem der Streaming-Dienst Apple Music sowie die Erlöse aus dem App Store und dem Speicherdienst iCloud gehören, wuchs von 9,85 Milliarden auf 11,45 Milliarden Dollar. Apple hat inzwischen 390 Millionen Abo-Kunden in verschiedenen Diensten und will 2020 die Marke von 500 Millionen knacken. Die Dienste werden als ein Weg gesehen, mehr Geld mit bestehenden Kunden zu verdienen.

Mit der Apple Watch und den Ohrhörern AirPods ist Apple außerdem inzwischen der erfolgreichste Hersteller von sogenannten Wearables. Die Sparte mit diesen Geräten steigerte den Umsatz von 3,9 Milliarden auf 5,13 Milliarden Dollar. Bei den Mac-Computern gab es unterdessen einen Rückgang von 5,8 Milliarden auf 5,5 Milliarden Dollar, der dem Konzern zufolge von Engpässen bei Chiplieferungen ausgelöst wurde.

Mehr Ausschüttungen an Aktionäre

Apple hielt zum Quartalsende Reserven von 225 Milliarden Dollar - dem stehen Verbindlichkeiten von rund 112 Milliarden Dollar gegenüber. Der Konzern hatte sich in den vergangenen Jahren mehrfach Geld am Markt für Ausschüttungen an Aktionäre beschafft, um die Auslandsgewinne nicht zum hohen Steuersatz von insgesamt 40 Prozent in die USA bringen zu müssen. Nach der US-Steuerreform hat sich dieses Problem für die Zukunft erledigt.

Apple will die Quartalsdividende um fünf Prozent erhöhen und hat zudem ein großes Aktienrückkaufprogramm über 75 Milliarden Dollar.

Quartalszahlung an Qualcomm geringer als gedacht

Derweil zeichnet sich der erste Hinweis auf die Größenordnung der Apple-Zahlung bei dem vor zwei Wochen erzielten Vergleich mit dem Chipkonzern Qualcomm -0,01%ab. Die Einigung in dem langwierigen Patentstreit mit Apple -0,05% wird Qualcomm im laufenden Quartal 4,5 bis 4,7 Milliarden Dollar (4,0 bis 4,2 Mrd. Euro) einbringen.

Der Streit mit Apple hatte den Chipkonzern finanziell schwer belastet: Qualcomm bekam seit 2017 keine Zahlungen mehr von den iPhone-Auftragsfertigern und hatte die dadurch entgangenen Erlöse auf sieben Milliarden Dollar samt Zinsen beziffert.

Mit Material von dpa-AFX

12-Monats-Chart Apple (in US-Dollar, Stand: 01.05.19)

Hinweis: Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Apple.

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