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Aufgepasst! Der türkischen Lira droht die nächste Abwertungswelle

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die im Wochenverlauf revidierte Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) für die Weltkonjunktur hat nicht gerade zu einer Verbesserung der Stimmung an den Aktienmärkten beigetragen. Für 2018 und 2019 erwarten die Experten nur noch ein globales Wirtschaftswachstum von 3,7 Prozent, nachdem sie vor einem halben Jahr noch von 3,9 Prozent ausgegangen waren. Für Deutschland rechnet der IWF mit einem BIP-Anstieg von jeweils 1,9 Prozent, was im Einklang mit der OECD oder dem Ifo-Institut liegt. Die Bundesregierung hingegen hält offiziell noch an ihren Ende April aufgestellten Zielwerten von 2,3 bzw. 2,1 Prozent fest.

Die Gründe für die nicht mehr ganz so optimistische Prognose sind ebenso vielfältig wie bekannt. Der IWF nennt konkret die wachsenden Handelsspannungen, den zunehmenden Protektionismus sowie steigende Schuldenstände in verschiedenen Staaten. Vor allem in Schwellenländern könnte die hohe Verschuldung in Zeiten steigender Zinsen und ungünstiger Wechselkursentwicklungen schnell zu einem größeren Problem werden. Erfahrene Marktteilnehmer raten aktiven Anlegern daher auch dazu, immer mal wieder einen Blick auf die Entwicklung des Euro zur türkischen Lira zu werfen. Mehrere Währungsstrategen rechnen in den kommenden Wochen mit einem erneuten Abwertungsschub der Lira, weil der von der Zentralbank erhoffte Effekt der jüngsten Zinsanhebung wahrscheinlich ausbleiben und ein weiterer Anstieg der bereits sehr hohen Inflation nicht verhindert werden dürfte. Bei der UniCredit geht man aktuell davon aus, dass die Geldentwertung im Oktober Werte von 28 Prozent und im ersten Quartal 2019 sogar von 30 Prozent erreichen könnte. Gestern hat sich dann auch noch S&P Global Ratings pessimistisch in Bezug auf die wirtschaftliche Lage in dem Land geäußert. Die Experten gehen davon aus, dass die Türkei in der zweiten Jahreshälfte in die Rezession schlittert und die Wirtschaft im kommenden Jahr um 0,5 Prozent schrumpft. 2017 gab es hier noch ein Wachstum von 7,4 Prozent.

Der zu beobachtende Wechselkurs ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Lag der Euro-Kurs vor drei Jahren noch bei gut 3 Lira, stieg er im Sommer dieses Jahres in der Spitze auf über 8 Lira. Aktuell zahlen Anleger für einen Euro ca. 7 türkische Lira. Schon ein Anstieg auf das jüngste Hoch würde daher einen Anstieg von 14 Prozent bedeuten. Wer darauf spekulieren möchte, findet eine ganze Reihe an passenden Knock-out-Produkten mit den unterschiedlichsten Hebelkräften. Den geringsten Spread haben wir gestern im Tagesverlauf bei den beiden französischen Emittenten (BNP Paribas, Société Générale) gesehen, wobei die BNP im Abendhandel noch etwas günstiger war. Sinnvoller dürfte es aber ohnehin sein, während der normalen Börsenzeiten zu handeln.

Die Mini Long Futures mit einer charttechnisch sinnvoll erscheinenden Knock-out-Marke bei aktuell 5,79 bzw. 5,89 Lira und einem Hebel von 5,6 bzw. 5,7 haben die WKN ST3L9G bzw. PX1D74. Eine allzu lange Haltedauer sollten Anleger bei dieser Spekulation aber nicht anstreben. Dafür sind die Finanzierungskosten einfach zu hoch. Der bei der Société Générale veröffentlichte Anpassungszinssatz (wichtig für die Veränderung des Basispreises, der wiederum den Kurs des Scheins mitbestimmt) liegt aktuell bei über 30 Prozent p.a., was mit den hohen Zinsen in der Türkei zusammenhängt.

Thomas Koch

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WKN Bezeichnung Hebel
DS52DZ EUR/TRY, SPOT RAT WaveXXL L 6.055 (DBK) 8,376
DS58T9 EUR/TRY, SPOT Wave S 8.08 2018/12 (DBK) 7,042
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Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

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