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Aurubis: Hoffnungsvolles Projekt ist gescheitert

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der Kupferkonzern Aurubis hat seinen Chef freigestellt. Außerdem hat das MDax-Unternehmen ein großes Investitionsprojekt abgeblasen. Die Aurubis-Aktie befindet sich seit der Meldung vom Mittwoch im Sinkflug.

Der Vorstandsvorsitzende Jürgen Schachler sei mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden, hieß es. Das Investitionsprojekt Future Complex Metallurgy (FCM) sei außerdem gestoppt. Das aktuelle konjunkturelle Umfeld werde zudem das Ergebnis des dritten Geschäftsquartals 2018/19 und das Gesamtjahresergebnis belasten, warnte der Konzern.

Das Projekt FCM war ein Hoffnungsträger des Metallkonzerns. Investitionen von 320 Millionen Euro sollten ab dem Geschäftsjahr 2022/23 einen jährlichen Beitrag zum Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von rund 80 Millionen Euro leisten.

Jetzt habe sich herausgestellt, dass die Investitionskosten deutlich höher wären, teilte Aurubis mit - das Projekt sei nicht mehr wirtschaftlich. Die schon versenkten Kosten würden das Ergebnis des dritten Quartals mit rund 30 Millionen Euro belasten.

"Aurubis hat mit dem Projekt FCM große Erwartungen geknüpft. Es ist schmerzhaft zu erkennen, dass sich die externen und internen Voraussetzungen so verändert haben, dass eine wirtschaftliche Umsetzung des Projektes nicht mehr möglich ist. Zu einem Projektzeitpunkt, an dem die wesentlichen Bestellungen hätten ausgelöst werden müssen, aber eben noch nicht in die Wege geleitet waren, ist eine konsequente Entscheidung dann das Beste", erklärte Roland Harings, der Schachler als Chef beerben wird.

Zuvor hatte Aurubis angekündigt, dass Schachler sein Amt Ende Juni an Harings übergeben werde. Mit der Freistellung des Top-Managers, in dessen Amtszeit die wichtigsten Schritte des Projektes FCM fielen, wird der Übergang nun gut einen halben Monat vorher forciert.

Aurubis halte weiter an seiner Strategie fest, sich zu einem Multimetall-Anbieter weiter zu entwickeln. Der Erwerb der belgisch-spanischen Metallo-Gruppe zu einem Kaufpreis von 380 Millionen Euro, für den Ende Mai der Kaufvertrag unterzeichnet wurde und der noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die zuständigen Kartellbehörden steht, sei ein "wichtiger Baustein in der Umsetzung der Strategie", hieß es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Außerdem prüfe Aurubis interne Wachstumsmöglichkeiten.

Die Aurubis-Aktie < DE0006766504> liegt auf die Nachricht hin nachbörslich bei Tradegate mit 1,8 Prozent im Minus, nachdem sie im regulären Handel schon 0,92 Prozent verloren hatte.

Mit Material von dpaAFX.
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