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Ausblick 2018: Vieles spricht für eine Trendwende beim Euro/Dollar-Kurs

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Obwohl das Börsenjahr 2017 noch ein paar Wochen zu bewältigen hat, sind unsere E-Mail-Postfächer bereits prall gefüllt mit Einschätzungen von Analysten und Volkswirten bezüglich der Entwicklungen in 2018. Wir werden uns die zum Teil sehr umfangreichen Studien in den kommenden Tagen im Detail ansehen und hier einige interessante Eckpunkte vorstellen. Dabei geht es uns nicht um Vollständigkeit, sondern um das Herausfischen von konkreten, mutigen und vielleicht auch etwas ungewöhnlichen Meinungen. Die Konsensschätzungen, die am Ende ohnehin sehr selten eintreffen, werden rund um den Jahreswechsel sicher in anderen Medien veröffentlicht.

Nach Ansicht nahezu aller Banken wird sich die Konjunktur bei uns in Deutschland, in Europa und auch weltweit in 2018 erneut positiv entwickeln. Und das, obwohl der wirtschaftliche Höhenflug nun schon einige Jahre lang anhält und wir irgendwann im Studium oder der Berufsschule doch mal gelernt haben, dass es so etwas wie Konjunkturzyklen gibt, bei denen sich Auf- und Abschwungphasen regelmäßig abwechseln. Die Credit-Analysten der LBBW verweisen in ihren 10 Thesen für 2018 allerdings darauf, dass ein konjunktureller Aufschwung in der Vergangenheit nicht am Alter gestorben ist, sondern entweder an einer deutlich restriktiveren Geldpolitik oder an einem Ölpreisschock. Da die Experten beides im kommenden Jahr nicht erwarten, die Frühindikatoren auf hohen Niveaus liegen, das günstige Zinsumfeld ihrer Meinung nach erhalten bleibt und die politische Risiken eher zurückgegangen sind, spricht aus Sicht der LBBW tatsächlich vieles für eine Fortsetzung des Aufschwungs.

Eine sehr konkrete und so gar nicht zum aktuellen Trend passende Prognose liefern die Analysten beim Wechselkurs des Euro zum US-Dollar. Obwohl die Kaufkraftparität aktuell für einen bis rund 1,27 Dollar steigenden Euro sprechen würde, rechnen die Strategen bis Mitte des kommenden Jahres mit einem Rückgang von aktuell rund 1,19 auf 1,12 Dollar. Wichtiger sei zurzeit das Argument der Zinsdifferenz, die sich am kurzen Ende sogar noch ausweiten sollte. Bei zweijährigen Staatsanleihen bekommen Anleger in den USA aktuell eine Jahresverzinsung von rund 1,8 Prozent, während Bundesanleihen eine Rendite von minus (!) 0,7 Prozent ausweisen. Es ist demnach attraktiver, sein Geld in den USA anzulegen. Die LBBW geht darüber hinaus davon aus, dass die „Erleichterungsrally“ nach der Wahl des französischen Präsidenten Macron erstmal beendet sei und die Euro-Euphorie spätestens mit den Wahlen nächstes Jahr in Italien wieder in Frage gestellt werden könnte.

Sehr interessant ist vor diesem Hintergrund die Saisonalität des Euro bzw. früher der D-Mark gegenüber dem Dollar. Bei Seasonax (hier kann man den Chart abrufen) heißt es dazu „Auffallend ist das Verhalten um den Jahreswechsel. Von Anfang bis Ende Dezember stieg der Kurs, bis Ende Januar fiel er dann genauso scharf“. Die Haack-Börsenbriefe hatten dieses Phänomen zuletzt damit begründet, dass die europäischen Exportfirmen ihre erwarteten Dollar-Erlöse des Folgejahres im Dezember absichern, indem sie die Fremdwährung auf Termin verkaufen. Im Anschluss an diese den Dollar belastenden (und damit den Euro stärkenden) Transaktionen könnte der Rutsch des Euro/Dollar-Kurses im Januar dann als eine gewisse Normalisierung interpretiert werden.

In den vergangenen zwei Jahren blieb dieser Effekt zwar aus, aber da war der Euro zum Jahresende hin auch nicht so stark gestiegen wie zuletzt wieder. Sollte der positive Trend in den kommenden 3-4 Wochen also anhalten, könnten Anleger mit Blick auf die Saisonalität und die Einschätzung der LBBW einen Währungstrade mit gehebelten Short-Knock-out-Produkten auf den Euro/Dollar-Kurs riskieren (zum Beispiel WKN: TD945A mit einer Knock-out-Marke bei rund 1,3075 Dollar und einem ca. zehnfachen Hebel).

Thomas Koch

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Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

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