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Bank-Aktien heute unter den Gewinnern – warum?

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die von der US-Notenbank Fed angedeutete Aussicht auf weniger starken Zinssenkungsdruck in den USA ist am Donnerstag nach dem Geschmack der Bankenanleger. Der Branchenindex Stoxx Europe 600 Banks -0,15% stieg um 1,7 Prozent und knüpfte so nach drei Tagen Pause wieder an seine bisherige Rally im September an.

Im DAX -0,17% stiegen die Papiere der Deutschen Bank um 1,5 Prozent. Jene der Commerzbank -0,08% rückten im MDAX -0,40% sogar um vier Prozent vor. Dabei wurde auch die 50-Tage-Linie bei 5,64 Euro wieder überwunden. Ein seit Frühjahr intakter Abwärtstrend wäre erst nach Überwindung der 6-Euro-Marke geknackt.

Am Markt hieß es, die Bank-Aktien profitierten davon, dass die Erwartungen einiger Experten nach einem verschärften Zinskurs, den US-Präsident Donald Trump vehement einfordert, sich nicht bestätigten. Weiter fallende Zinsen gelten im Bankensektor als kontraproduktiv für das Alltagsgeschäft der Institute mit Krediten und festverzinslichen Anleihen.

"Es fehlten Hinweise dafür, dass es nun zu einem langanhaltenden Zinssenkungszyklus kommen wird", ordnete Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank die Begleitaussagen der Währungshüter zu ihrem Zinsentscheid ein, der wie erwartet die nächste Leitzinssenkung um 0,25 Prozentpunkte brachte. Er verwies dabei auf die Erwartung der US-Notenbank einer weiterhin robusten US-Wirtschaft als Gegengewicht gegen die Argumente für weitere Zinssenkungen.

Sechs-Monats-Chart Commerzbank (in Euro)

Außerdem dämpfte eine Uneinigkeit unter den Notenbankern über den weiteren geldpolitischen Kurs die Erwartungen an weitere Zinssenkungen. "Im Median rechnen die FOMC-Mitglieder weder dieses noch nächstes Jahr mit einer weiteren Senkung der Fed-Funds-Rate", schrieben die Devisenexperten von HSBC in einem Kommentar.

Die Bankenbranche ist seit einigen Tagen wieder in der Gunst der Anleger gestiegen. Mitte August war der Stoxx Europe 600 Banks noch auf ein Tief seit acht Jahren gefallen, dann aber setzte eine Erholung ein, die vor allem in den ersten Septembertagen an Fahrt gewann. Das Verlangen nach Bankentiteln wurde dabei auch von Europäischen Zentralbank (EZB) gestärkt, die zur Entlastung der Branche vom Niedrigzinsniveau ein Staffelzinsmodell eingeführt hatte.

Neben der Nachlese der Fed standen am Donnerstag derweil weitere beachtenswerte Notenbankentscheide auf der Agenda. Entgegen der Erwartung einiger Analysten lockerte die japanische Zentralbank ihre Geldpolitik nicht weiter, während auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) die Zinsen nicht antastete. Später wird noch der Entscheid der Bank of England erwartet.

Mit Material von dpa-AFX

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