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Bank-Aktien im Plus – Aufatmen nach EZB-Entscheid

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der Markt hat den Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank verarbeitet und Anleger greifen bei Bank-Aktien wieder zu. Sowohl die Aktien der Deutschen Bank als auch die Aktien der Commerzbank zählen heute zu den Gewinnern. Ein wichtiger Grund dafür: Staffelzinsen.

Ungeachtet einer Verkaufsempfehlung des Bankhauses Metzler legten die Anteile der Deutschen Bank -0,12% als einer der größten Favoriten im deutschen Leitindex Dax um 2,5 Prozent zu. Sie konnten damit ihr Hoch seit April aber nicht überbieten, da sie sich innerhalb der Ausschläge vom Vortag bewegten.

Im MDax der mittelgroßen Werte gewannen die Commerzbank-Aktien -0,86% sogar 4,4 Prozent; bei ihnen reichte es für eine Bestmarke seit Anfang August. Der gesamteuropäische Branchenindex Stoxx Europe 600 Banks kletterte als erneuter Spitzenreiter um 1,9 Prozent. Er bewegt sich auf dem Niveau von Ende Juli.

"Um die unerwünschten Nebenwirkungen des Negativzinses auf Banken abzumildern, kommt die EZB den Banken auf zweierlei Weise entgegen", schrieb Berenberg-Chefvolkswirt Holger Schmieding. Einerseits biete sie langfristige Liquidität zu noch vorteilhafteren Bedingungen, andererseits einen Freibetrag. "Bis zum Erreichen einer Höchstgrenze sind bestimmte Bankeinlagen bei der Zentralbank künftig vom Strafzins befreit", so Schmieding. Er analysiert daraus, dass der Freibetrag offenbar so berechnet wurde, "dass Banken trotz des noch negativeren Einlagensatzes vermutlich insgesamt weniger belastet werden, als es bisher der Fall war."

Insgesamt waren die Entscheidungen der Währungshüter den hohen Erwartungen gerecht geworden, weshalb die im Vorfeld gut gelaufenen Branchenwerte am Donnerstag nach ersten Ausschlägen zunächst nicht mehr weiter angezogen waren. Die Deutsche-Bank-Aktien hatten am Vortag gar ein Prozent schwächer geschlossen, nachdem sie seit Anfang September in der Spitze um fast ein Fünftel geklettert waren. Ausgehend vom Rekordtief im August waren sie sogar um bis zu ein Drittel vorgeprescht.

Eine nicht direkt mit den EZB-Entscheiden zusammenhängende Verkaufsempfehlung durch das Bankhaus Metzler wurde am Freitag bei der Deutschen Bank nicht zur Stimmungsbremse. Analyst Jochen Schmitt gibt sich in seiner Studie nicht optimistisch für die mittelfristigen Erträge. Die Aussichten für das Kredit- und Handelsgeschäft sowie die Konkurrenzsituation in Deutschland machten deren Steigerung zu einer schweren Aufgabe.

Sechs-Monats-Chart Deutsche Bank (in Euro)
Sechs-Monats-Chart Commerzbank (in Euro)
Mit Material von dpaAFX.
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