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Bargeld war gestern

| Quelle: Marcus Landau | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Zeiten ändern sich. Während hierzulande früher häufig das Motto „Nur Bares ist Wahres“ galt, stellen inzwischen immer mehr Verbraucher auf bargeldloses Bezahlen um. Im vergangenen Jahr wurde laut dem Handelsforschungsinstitut EHI im stationären Einzelhandel erstmals mehr Geld per Giro- und Kreditkarte ausgegeben als in bar. Laut der Studie zahlten die Deutschen 2018 bei ihren Einkäufen gut 209 Milliarden Euro per Karte. In bar wurden 2018 „nur“ noch Rechnungen in Höhe von rund 208 Milliarden Euro bezahlt.

Kaffee per Smartphone zahlen

Der Trend zum bargeldlosen Bezahlen ist etwa in den USA, Großbritannien, den Niederlanden oder Skandinavien viel ausgeprägter als in Deutschland. Dort zahlen Verbraucher mal eben im Handumdrehen selbst für die kleinen Dinge des Lebens wie Kaffee, Brötchen und Zeitung per Smartphone. Die gängigste Bezahlmethode per Handy ist die Near Field Communication (NFC). Diese Übertragungstechnologie ermöglicht den kontaktlosen Austausch von Daten über kurze Distanzen. Zur Zahlung benötigt man zwei NFC-fähige Geräte, etwa ein Kassenterminal und ein Smartphone. So können Kunden schneller und bequemer als mit Bargeld und herkömmlicher Kartentechnologie zahlen. Niklas Arvidsson, Dozent an der Königlichen Technischen Hochschule Stockholm, geht in der Studie „The Cashless Society“ davon aus, dass das Bargeld in Schweden ab dem Jahr 2030 verschwinden und durch elektronische Bezahlsysteme ersetzt wird. Er glaubt, dass es künftig einen „tipping point“ gibt, an dem Bargeldverkehr zu aufwendig wird.

Mastercard als Profiteur

Zu den großen Profiteuren des bargeldlosen Bezahlens gehört Mastercard. Als Bindeglied zwischen Geldinstituten, Betrieben, Händlern, Karteninhabern und der öffentlichen Hand bietet der Finanzkonzern eine Vielzahl an Zahlungsdiensten an. Vor allem die Kreditkartentypen Mastercard, Visa, Maestro (auf PIN basierend) und Cirrus (Bargeldbezug) zählen zu den weltweit anerkannten und vielgenutzten Kreditkarten. Mastercard arbeitet bereits seit einigen Jahren an innovativen Möglichkeiten, um den Bezahlvorgang zu vereinfachen. Als Wegbereiter der Near-Field-Communication sind die US-Amerikaner beim kontaktlosen Bezahlen ein technologischer Vorreiter. Wie stark das Unternehmen wächst, zeigen die signifikant steigenden Umsätze der vergangenen Jahre. Während 2014 der Erlös bei rund 9,5 Milliarden USD lag, betrug dieser 2018 bereits 15 Milliarden USD. Für 2019 werden 18,4 Milliarden USD erwartet. Die Aktie hat in diesem Jahr um mehr als 50 Prozent zugelegt. Aktuell notiert sie bei rund 280 USD.

Gehebelt an Kursbewegungen teilnehmen

Anleger, die für Mastercard weiteres Aufwärtspotenzial sehen, können sich Call-Optionsscheine auf die Aktie genauer anschauen. Zum Beispiel den Schein mit einem Basispreis von 280 USD, der bis Mitte Januar 2021 läuft (WKN DF3347). Der Hebel beträgt aktuell knapp 7,3. Ein gänzlicher Verlust des eingesetzten Kapitals ist möglich (Totalverlustrisiko).

Auch wenn der jüngste Aufwärtstrend für steigende Aktienkurse spricht. Garantien dafür gibt es auch bei Mastercard nicht. So ist das Papier mit einem aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 50 schon sehr hoch bewertet. Auch ist womöglich die zu Jahresbeginn verhängte Strafzahlung noch in den Köpfen einiger Anleger. Die EU-Wettbewerbshüter brummten dem US-Unternehmen eine Geldstrafe von 570 Millionen Euro auf, weil es jahrelang überhöhte Gebühren verlangt hatte. Für Anleger, die daher fallende Kurse erwarten, bieten sich Put-Optionsscheine an. Etwa das Papier mit einem Basispreis von 275 Dollar, das bis Mitte Januar 2021 läuft (WKN DF4HLC). Der Hebel liegt aktuell bei ungefähr 9,2. Notiert die Aktie bei Fälligkeit auf oder über dem Basispreis von 275 USD, kommt es zum Totalverlust.

Wie bei allen Optionsscheinen gilt auch hier: Anleger können bereits vor dem Laufzeitende die Scheine verkaufen. Etwa um erzielte Buchgewinne zu realisieren oder um Verluste zu begrenzen.

Stand: 24.07.2019

Autor: Marcus Landau, Derivate-Sales-Experte bei der DZ BANK

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Marcus Landau

Marcus Landau Marcus Landau, Derivate-Experte bei der DZ BANK, schreibt zu aktuellen Markt- und Produktthemen. Als Abteilungsdirektor Public Distribution ist er bei der DZ BANK für die Bereiche Vermarktung und Emission von Hebelprodukten und Zertifikaten mitverantwortlich und besitzt rund 15 Jahre Branchenerfahrung. In seinen Kommentaren beleuchtet er regelmäßig verschiedene Märkte und zeigt Handlungsmöglichkeiten für Anleger und Trader auf.

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