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Baumot Group: Darum explodiert die Aktie

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Nach langer Wartezeit können die ersten Besitzer von Diesel-Pkw mit der Abgasnorm Euro 5 ihre Auto nachrüsten, um so Fahrverbote in Deutschland zu vermeiden. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) erteilte nach monatelangen Verzögerungen die erste Allgemeine Betriebserlaubnis zur Diesel-Nachrüstung.  

Diese betrifft nach Darstellung des Bamberger Technologie-Anbieters Dr Pley Nachrüstsätze zunächst für Volvo-Modelle. Demnächst seien Genehmigungen auch für Fahrzeuge von Daimler +0,23% und BMW -1,19% zu erwarten. Die Systeme werden vom Zulieferer und Pley-Partner Bosal produziert und vertrieben. Das Bundesverkehrsministerium bestätigte, dass das erste Abgas-Nachrüstsystem vom KBA gebilligt worden sei und weitere folgten. Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer erwartet aber keinen Ansturm.  

Hoffnung für Baumot? 

Die erste Genehmigung führte jedoch zu einem Ansturm auf Aktien der Baumot Group +1,33%: Der Small Cap schoss zeitweise um mehr als 25 Prozent nach hoben. Die Firma arbeitet gleichfalls an Diesel-Abgas-Nachrüstsystemen und die Anleger machen sich nun Hoffnung, dass auch die Baumot-Geräte durch das KBA zugelassen werden. 

Letzten Informationen zufolge liegen von der Baumot Group allerdings noch keine Zulassungsanträge für die eigenen Systeme beim Kraftfahrt-Bundesamt vor. Das solle nach der Hauptversammlung am 12. August geschehen. Anfang Juni informierte das Unternehmen, dass Anträge vorbereitet werden. Die Käufe der Baumot-Aktie sind also rein spekulativ.

Verbraucher könnten auf Kosten sitzenbleiben

Der ADAC forderte, dass nach den ersten Genehmigungen schnell weitere Systeme "für möglichst alle betroffenen Fahrzeuge" folgen. "Die Unsicherheit der betroffenen Dieselfahrer dauert schon viel zu lange an", sagte eine ADAC-Sprecherin in München: "Wichtig ist es nun, dass die Kostenfrage schnell geklärt wird. Es kann nicht sein, dass der Verbraucher auf den Kosten sitzen bleibt." 

In Deutschland sind weit mehr als fünf Millionen Diesel-Pkw mit der Abgasnorm Euro 5 auf den Straßen unterwegs. Wegen des hohen Ausstoßes von Stickoxiden (NOx) sind sie an vielen Orten von Fahrverboten bedroht. Auch mit Nachrüstungen der Abgasreinigung direkt am Motor soll dies verhindert werden. Die Kosten für die Umrüstung wurden in der Vergangenheit auf etwa 3.000 Euro pro System geschätzt. Einige Autobauer haben zugesagt, sich an den Kosten zu beteiligen. 

Dudenhöffer sprach von einem wichtigen Beitrag - mit allerdings überschaubaren Effekten. "Es wird keinen großen Run auf Nachrüstungen geben", sagte der Direktor des CAR-Instituts an der Universität Duisburg-Essener der Deutschen Presse-Agentur. Die Nachrüstung helfe Autofahrern und Städten. Auch für Händler seien positive Effekte zu erwarten, weil ein stärkerer Wertverfall bei Pkw verhindert werde: "Wir hätten das zwölf Monate früher haben können, wenn sich der Verkehrsminister nicht so umständlich angestellt hätte."

Weitere KBA-Erlaubnisse in der Pipeline 

Die Umrüstungen am Motor sind Teil eines Maßnahmenpakets der Regierung für bessere Luft. Nach den Vorgaben des KBA dürfen die umgerüsteten Autos im Realbetrieb noch 270 Milligramm Stickoxid je Kilometer ausstoßen, um von Fahrverboten verschont zu werden. 

Das KBA habe dem Nachrüstsatz für Volvo-Modelle mit 2,0- beziehungsweise 2,4-Liter-Dieselmotoren der Abgasnorm Euro 5 eine Betriebserlaubnis erteilt, bestätigte der Anbieter Dr Pley. Dies umfasse die Volumenmodelle XC60, XC70, S60, V60. Für Daimler-Modelle werde eine KBA-Erlaubnis zum 31. Juli erwartet, für BMW-Modelle zum 15. August. Bundesweit gibt es von Gerichten verhängte Fahrverbote für Dieselfahrzeuge - unter anderem in Hamburg und Stuttgart.

Die Bundesregierung versucht unter anderem mit Förderprogrammen, die Luftverschmutzung in Städten zu senken und Fahrverbote zu vermeiden. Die deutschen Hersteller haben Updates der Motor-Software älterer Diesel zugesagt. Zudem sollen Autobesitzer mit Prämien zum Kauf saubererer Wagen bewegt werden. Für Nachrüstungen der Abgasreinigung direkt am Motor hatte die große Koalition die rechtlichen Grundlagen gelegt, sie sind für Pkw aber bisher noch nicht angelaufen.

Mit Material von dpa-AFX

12-Monats-Chart Baumot Group (in Euro)
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