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Bayer: Darum springt die Aktie heute auf Jahreshoch

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der Agrarchemie- und Pharma-Konzern Bayer erhält im Berufungsverfahren gegen einen Schuldspruch wegen angeblicher Krebsrisiken von Glyphosat-haltigen Unkrautvernichtern Unterstützung der US-Regierung. Das Justizministerium reichte vorm Wochenende einen sogenannten Amicus-Schriftsatz beim zuständigen Gericht in San Francisco ein. Die Bayer-Aktie reagiert mit einem ordentlichen Kursaufschlag.

Bei dem Fall geht es um ein Urteil vom März, das Bayer in höherer Instanz aufheben lassen will. Der Kläger Edwin Hardeman hatte ein Unkrautvernichtungsmittel des von Bayer übernommenen US-Saatgutriesen Monsanto für seine Krebserkrankung verantwortlich gemacht.

Eine Jury hatte geurteilt, dass der Konzern haftbar sei und zunächst eine Strafzahlung von gut 80 Millionen Dollar angeordnet. Später war diese auf 25,3 Millionen (22,7 Millionen Euro) reduziert worden. Doch auch dagegen hatte Bayer Anfang dieser Woche Berufung eingelegt.

Die Rückendeckung der US-Regierung kam beim Konzern gut an. "Wir freuen uns, dass die Vereinigten Staaten ihre Sichtweise in diesem Verfahren eingebracht haben, die mit unseren Argumenten in diesem Fall übereinstimmt", teilte Bayer mit.

Die Bayer-Papiere +0,22% setzten sich am Montag-Vormittag mit einem Plus von 3,4 Prozent an die Spitze der Tagesgewinner im DAX. Mit 73,94 Euro stand die Aktie so hoch wie zuletzt im Oktober 2018.

Die Linie der US-Regierung war im Grunde allerdings auch vorher schon klar gewesen. Die Bundesumweltbehörde EPA hatte bereits zuvor betont, das umstrittene Pflanzengift Glyphosat - im Gegensatz zu mehreren US-Gerichtsurteilen - weiterhin nicht als krebserregend einzustufen.

Zuletzt gab es gegen Bayer in den USA rund 42.700 Glyphosat-Klagen wegen angeblicher Krebsgefahren. Der Konzern hatte sich die Probleme 2018 mit dem über 60 Milliarden Dollar teuren Monsanto-Kauf ins Haus geholt und die ersten drei US-Prozesse verloren.

Alle weiteren Verfahren in diesem Jahr wurden verschoben. Die meisten Analysten erwarten, dass sich das Unternehmen über kurz oder lang auf einen milliardenschweren Vergleich mit den zahlreichen Klägern in den USA einigt. Darauf dringen auch die zuständigen Gerichte. (Mit Material von dpa-AFX)

Drei-Jahres-Chart Bayer (in Euro)
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