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Bayer: Hoffnung auf Glyphosat-Vergleich bewegt

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der Pharma- und Agrarchemie-Konzern Bayer muss sich nun doch nicht schon in der übernächsten Woche in den nächsten US-Prozess um den Unkrautvernichter Glyphosat stürzen. "Nach Vereinbarung beider Seiten wird der Prozess auf ein Datum Anfang 2020 vertagt werden", sagte der Chef-Verhandler im Mediationsverfahren zwischen Bayer und den Klägeranwälten, Kenneth Feinberg, dem Handelsblatt.

Bisher war geplant, dass sich beide Seiten ab dem 15. Oktober vor einem Gericht in St. Louis/US-Bundesstaat Missouri ein weiteres Gefecht um das glyphosathaltige Mittel Roundup von Monsanto liefern werden.

Außergerichtlicher Vergleich wird dauern

Die Vertagung eines weiteren Prozesses gilt dem Bericht zufolge als Beleg dafür, dass Bayer und die Anwälte der Kläger auf einen außergerichtlichen Vergleich zusteuern und dabei vorankommen. Dieser Vergleich soll in dem Mediationsverfahren unter Leitung des erfahrenen Anwalts Feinberg ausgehandelt werden.

Zum Stand der Gespräche im Fall Glyphosat wollte sich der Jurist nicht konkret äußern. "Die globalen Vergleichsverhandlungen laufen weiter", sagte er lediglich. In Kreisen der beteiligten Parteien hieß es dem Bericht zufolge aber, ein Termin für eine Einigung stehe nicht fest, es könnte jedoch schon Ende Oktober in der Vergleichssache Neuigkeiten geben.

Bayer-Aktie zuckt hoch

Die Hoffnung der Anleger auf einen außergerichtlichen Vergleich in den US-Prozessen um den Unkrautvernichter Glyphosat hat den Aktien von Bayer +0,23% im frühen Montagshandel Rückenwind verliehen. Die Verschiebung eines bislang für Mitte Oktober angesetzten Prozesses ließ die Papiere des Pharma- und Chemiekonzerns am Vormittag im Vergleich zum Xetra-Schluss vom Freitag zeitweise um 2,5 Prozent steigen und waren damit bester DAX-Wert. Ein Händler zweifelte angesichts der Berufungen in drei erstinstanzlich von Bayer verlorenen Prozessen aber an einer schnellen außergerichtlichen Einigung.

Parallel zu den Verhandlungen fahren die Klägeranwälte ihre Marketingausgaben zum Einwerben weiterer Klagen hoch, um den Druck zu erhöhen und die Vergleichssumme nach oben zu treiben. In den Kreisen heiße es, die Zahl der anhängigen Klagen wegen Roundup dürften mittlerweile bei deutlich mehr als 20.000 liegen. Bayer hatte zuletzt mit Stand 11. Juli von 18.400 Klagen berichtet.

Alternativen zu Glyphosat gesucht

Jenseits der Klagewelle ist Bayer derzeit aber auch dabei, nach Alternativen zu Glyphosat zu forschen. Das wäre der Traum einer jeden Firma, sagte der Agrochemie-Chef Liam Condon vergangene Woche der Börsen-Zeitung mit Verweis auf den riesigen Markt. Dass es für Glyphosat ein Ersatzprodukt mit vergleichbarem Wirkspektrum und zugleich besserem Sicherheitsprofil gibt, glaubt er dennoch nicht. "Über all die Jahrzehnte haben wir viel investiert, aber leider kein besseres Mittel entwickeln können - genauso wenig wie unsere Konkurrenten."

Die Integration des Saatgut-Konzerns Monsanto verlaufe indes schneller als geplant. Bis 2022 will Bayer rund eine Milliarde Euro an Kosten einsparen. Bei den erhofften Kostensynergien für das laufende Jahr sei Bayer "gut unterwegs", sagte Condon der Zeitung. Durch die Übernahme sollen in der Agrochemie-Sparte bis Ende 2021 tausende Stellen wegfallen - die meisten davon außerhalb Deutschlands.

Bayer hatte Monsanto im vergangenen Jahr für rund 63 Milliarden US-Dollar gekauft und dafür viel Kritik eingefahren. Die Bayer-Aktie +0,23% hat seitdem um knapp 40 Prozent nachgegeben. Insbesondere die Klagewelle lastet auf dem Kurs.

Mit Material von dpa-AFX

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