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BECHTLE IM FOKUS: IT-Dienstleister wächst wie am Schnürchen

| Quelle: dpa-AFX | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
NECKARSULM (dpa-AFX) - Beim IT-Dienstleister Bechtle -0,37% stehen die Zeichen weiter auf Wachstum. Das Unternehmen hatte sich vergangenes Jahr noch einmal im Online-Handel mit einem Zukauf gestärkt - und kann der flauen Konjunktur weitgehend Paroli bieten. Wie die Lage im Unternehmen ist, was Analysten sagen und wie die Aktie zuletzt gelaufen ist.

LAGE DES UNTERNEHMENS:

Während die trübere Konjunktur vielen Unternehmen die Laune vermiest, kann Bechtle das mauere Umfeld nahezu komplett abschütteln. Der IT-Dienstleister wird bei Umsatz und Ergebnis wohl auch dieses Jahr prozentual zweistellig zulegen, wenn die Prognosen von Vorstandschef Thomas Olemotz Bestand haben.

Nachdem sich Bechtle zu Jahresbeginn noch über den ersten Quartalsumsatz von mehr als einer Milliarde Euro freuen konnte, legte der Erlös im dritten Quartal um ein gutes Fünftel auf 1,28 Milliarden Euro zu. Dabei waren auch Zukäufe im Spiel, aber auch aus eigener Kraft konnte Olemotz ein zweistelliges Wachstum präsentieren.

Bechtle profitiert davon, dass die IT-Ausstattung und -Nutzung auch von kleinen und mittleren Betrieben immer weiter zulegt, auch Behörden bis in die Kommunen gehören zum Kundenkreis des Unternehmens aus Neckarsulm. Mittlerweile hat Bechtle mehr als 11 000 Mitarbeiter. Bis 2030 will Olemotz die Umsatzmarke von 10 Milliarden Euro jährlich knacken.

Bechtle bietet den Kunden das Einrichten und Verwalten ihrer IT-Systeme und Netzwerke an und betreibt zusätzlich einen Online-Shop für IT-Produkte. Dank Zukäufen wuchs die Handelssparte - vor allem dank der übernommenen französischen Inmac Wstore - zuletzt schneller als das Systemhausgeschäft. Allerdings schnitt die Systemsparte beim Ergebnis besser ab und konnte die Margen wegen eines höheren Dienstleistungsanteils steigern. Im Handelsgeschäft belasteten dagegen stark gestiegene Abschreibungen infolge der Zukäufe.

DAS MACHT DIE AKTIE:

Die Bechtle-Papiere haben in den vergangenen zehn Jahren einen beeindruckenden Lauf hinter sich. Diese Woche stiegen sie auf ein neues Rekordhoch von über 121 Euro. Abgesehen von einer größeren Delle Ende 2018 kannten die Papiere über Jahre hinweg eigentlich nur eine Richtung: Ende 2009 waren sie noch unter 10 Euro zu haben, im Oktober 2013 gewann die Rally mit dem Sprung über die 20-Euro-Marke so richtig an Fahrt.

Im September 2018 war dann bei 90 Euro, also dem Neunfachen von 2009, vorübergehend die Luft knapp geworden. Ein Rücksetzer bis auf etwa 62 Euro wurde dann zum Jahreswechsel aber wieder zur Kaufgelegenheit. In diesem Jahr liegt die Aktie mit einem Plus von rund drei Vierteln in der Spitzengruppe des MDax - allerdings leicht hinter dem kleineren Wettbewerber Cancom, der sich stärker auf schneller wachsende Cloudangebote verlagert.

Bechtle ist mittlerweile an der Börse mehr als 5 Milliarden Euro wert. Die Leichtgewichte im Leitindex Dax, Covestro und die Lufthansa, kommen auf gut 8 Milliarden. Großaktionär bei Bechtle ist die Familie des Mitgründers Gerhard Schick mit 35 Prozent. Der Streubesitzanteil von Anlegern mit weniger als 3 Prozent Anteil beträgt rund 40 Prozent.

DAS SAGEN ANALYSTEN:

Mit dem neuen Rekordhoch in dieser Woche hat die Bechtle-Aktie nun luftige Höhen erreicht. Von den im dpa-AFX-Analyser seit Anfang November erfassten Experten hat Independent-Research-Analyst Markus Jost mit 120 Euro das höchste Kursziel - das hat das Papier aber schon erreicht. Zwei dieser Experten empfehlen den Kauf des Papiers, Vier raten zum Halten.

Expertin Alina Köhler von Hauck & Aufhäuser hingegen rät dazu, die Bechtle-Titel abzustoßen. Ihr Kursziel liegt denn auch bei pessimistischen 60 Euro. Angesichts stagnierenden Wachstums erscheine die Bewertung des Unternehmens zu ambitioniert, schrieb sie Mitte November. Ins gleiche Horn stieß Thorsten Reigber von der DZ Bank - im Vergleich mit der Konkurrenz sei die Bewertung hoch.

Andere sehen das zuversichtlicher. Ein Vergleich mit dem Wettbewerber Cancom zeige, dass beide Marktanteile gewönnen, schrieb Baader-Bank-Analyst Knut Woller jüngst. Gustav Froberg von Berenberg zeigte sich von der Profitabilität von Bechtle überrascht, er hob seine Umsatz- und Gewinnprognosen bis 2021 an./men/eas/jha/


Quelle: dpa-AFX
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