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Beendet die Wahl in Frankreich die Korrektur? Mutige steigen jetzt ein!

| Quelle: INV

Für die jüngste Schwächephase an den Aktienmärkten mussten neben den geopolitischen Risiken zuletzt auch regelmäßig die anstehenden Präsidentschaftswahlen in Frankreich herhalten. In einem Marktbericht am Dienstag hieß es zum Beispiel, an den Börsen herrsche „Angst, dass die beiden radikalen Kandidaten von rechts und links, Marine Le Pen und Jean-Luc Melenchon, als Sieger aus der ersten Runde am Sonntag hervorgehen könnten“. Kurz vor dem jetzt am Wochenende anstehenden ersten Wahlgang liegen die insgesamt vier Hauptkandidaten aktuellen Umfragen zufolge tatsächlich recht eng beieinander. Zudem soll ein Drittel der Wähler noch unentschlossen sein, was ein vergleichsweise hoher Wert ist und Vorhersagen entsprechend unsicher macht.

Die vermeintliche Angst der Investoren passt allerdings nicht so richtig zu den Ergebnissen der jüngsten Fondsmanager-Umfrage von Bank of America Merrill Lynch. Demnach kam es zuletzt nämlich zu einer massiven Umschichtung der Gelder, wobei die Anlageprofis vor allem ihre US-Aktien in europäische Werte tauschten. Zahlreiche Vermögensverwalter haben Europa in ihren Aktienportfolios aktuell stark übergewichtet. Mit negativen Überraschungen bei der Wahl scheint also kaum jemand zu rechnen. Oder es überwiegt die Ansicht, dass der Einfluss der Politik auf das Börsengeschehen auch diesmal wieder überschaubar ausfallen wird.

Ganz anders sehen das die Analysten der UBS, die bei einem Wahlsieg der rechtsextremen Marine Le Pen einen Einbruch des Euro Stoxx 50 um sage und schreibe 35 Prozent erwarten. Eher skeptisch äußert sich auch der Verhaltensökonom Joachim Goldberg mit Blick auf den wöchentlich veröffentlichten Sentiment-Index der Börse Frankfurt. Bei einer leicht verbesserten Stimmung der heimischen Investoren (auch das passt also nicht zu der angeblichen Angst, welche die Korrektur verursacht haben soll), wäre „ein plötzlich ausbleibender Kapitalstrom aus dem Ausland“ ein bedrohliches Szenario für den Dax. Dazu dürfte es aber wohl nur (wenn überhaupt) kommen, wenn ein komplett unerwartetes Ereignis eintritt. Schließlich sind die Termine der Wahl (entscheidend wird erst der zweite Wahlgang am 7. Mai sein) allgemein bekannt und die Umfragen deuten wie gesagt auf ein offenes Rennen hin. Wie auch immer die Wähler sich entscheiden, das Ergebnis wird nicht so überraschend sein wie beim Brexit oder dem Sieg von Donald Trump in den USA.

Auch aus diesen Gründen zeigen sich die Redakteure von „Wellenreiter Invest“ („Szenario einer Frühjahr-/Sommerrallye besitzt eine recht hohe Wahrscheinlichkeit“) und der „Finanzwoche“ („Hoffnung auf eine Sommerrallye bleibt bestehen, Wahrscheinlichkeit für eine großen Börsenabsturz in Euro ist extrem gering“) tendenziell optimistisch für die Entwicklung der Aktienmärkte in den kommenden Monaten. Der von dem erfahrenen Fondsmanager Jens Ehrhardt herausgegebene Börsenbrief rechnet sogar „eher schon nach dem ersten Wahlgang in Frankreich in der kommenden Woche“ mit erholten Aktienkursen in Europa.

Die stärksten Reaktionen wird es dann wahrscheinlich in Frankreich selbst geben, wo der heimische Aktienindex CAC 40 aus charttechnischer Sicht zudem gerade sehr spannend aussieht. Der treppenförmige Anstieg seit Anfang Februar hat bei rund 4930 Punkten eine potenzielle Einstiegsmarke hinterlegt, die der Index gestern Morgen fast erreicht hätte. Aktuell ist der Index schon wieder rund 150 Punkte davon entfernt. Das macht die Einstiegsstrategie bei einem potenziellen Long-Trade leider etwas schwierig. Einfacher ist die Platzierung eines sinnvollen Stopps. Damit dieser kleine Trend nicht verletzt wird, sollte die Marke von 4700 Punkten nicht nachhaltig unterschritten werden. Damit bietet sich dieser Bereich für Absicherungen an, wodurch das Risiko überschaubar erscheint. Hinfällig sind solche Überlegungen natürlich, wenn der Markt nach der Wahl mit einem riesigen Abwärts-Gap eröffnet.

Wer hier auf Nummer sicher gehen und das Risiko extrem hoher Verluste umgehen möchte, der setzt auf einen Knock-out-Schein mit einer Barriere im Bereich des charttechnisch sinnvollen Stopps. Passen könnte hier zum Beispiel ein Turbo Bull der HypoVereinsbank, bei dem Basispreis und Knock-out-Marke jeweils bei rund 4623 Punkten liegt. Wird diese Marke verletzt, verfällt der Schein vorzeitig und es kommt zum Totalverlust. Bei einem Hebel von 11 kann der Kapitaleinsatz aber entsprechend gering gehalten und das Risiko damit kalkulierbar gemacht werden. Selbst wenn der Index am Montag tatsächlich 35 Prozent niedriger eröffnen sollte, kann nicht mehr als das eingesetzte Kapital verloren gehen (WKN: HU714V). Genau aus diesem Grund haben einige Emittenten gestern damit begonnen, für Scheine mit einer eng am Indexstand liegenden Knock-out-Marke keine Briefkurse mehr zu stellen oder die Spreads deutlich auszuweiten. Sehr gut möglich, dass andere Anbieter heute ähnliche Maßnahmen ergreifen, um sich gegen das Gap-Risiko am Montag nach der Wahl abzusichern. Interessierte Trader sollten sich die Konditionen also genau ansehen und möglichst schnell handeln.

Thomas Koch

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