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Beiersdorf: Jetzt ist der Ausbruch geglückt

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Ein überraschend guter Jahresstart hat am Dienstag die Erholung der Beiersdorf-Aktien -0,42% weiter angeschoben. Die Papiere des Nivea- und Tesa-Herstellers waren bereits kurz nach Handelseröffnung um rund fünf Prozent in die Höhe geschnellt, bevor sie wieder etwas zurückkamen und zuletzt noch um 2,7 Prozent auf 96,66 Euro stiegen.

Mit diesem Kurssprung waren die Anteilscheine von Beiersdorf aber immer noch der klare Favorit im wenig veränderten, deutschen Leitindex Dax -0,92%. Nunmehr bewegen sich die Aktien wieder auf dem Niveau von Anfang Oktober letzten Jahres. Auch charttechnisch sieht es nun wieder besser aus für Beiersdorf (siehe Chart unten).

Beiersdorf steigerte seinen Umsatz im ersten Quartal stärker als von Analysten erwartet. Von Januar bis März zogen die Erlöse um 7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal auf 1,95 Milliarden Euro an. Dabei wirkten sich Wechselkurse und Zukäufe in der Klebstoff-Sparte besonders positiv aus. Aus eigener Kraft kletterte der Umsatz um 6,0 Prozent.

Prognosen bekräftigt

Zu den hohen Erlösen trug vor allem das Geschäft in Afrika, Asien und Australien mit zweistelligen Wachstumsraten bei. Die Kernmarke Nivea sowie die medizinische Hautpflegemarke Eucerin und das Geschäft mit Pflastern entwickelte sich gut. Besonders stark war die Luxusmarke La Prairie, die rund 29 Prozent zulegte.

Beiersdorf bestätigte seine Prognosen für das Gesamtjahr. Der Konzern erwartet für 2019 ein Umsatzwachstum von etwa 3 bis 5 Prozent (Vorjahr: 2,5 Prozent) und eine operative Umsatzrendite für den Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 14,5 Prozent. Ende Februar hatte der neue Beiersdorf-Chef Stefan De Loecker ein großes Investitionsprogramm angekündigt, wofür es zunächst Einschnitte bei der Rendite geben soll.

Experten sind weiter optimistisch

Analysten bescheinigten denn auch einen starken Jahresstart. Beiersdorf habe die Erwartungen auf breiter Basis übertroffen, kommentierte etwa der Experte Iain Simpson von der britischen Investmentbank Barclays. In Westeuropa habe der Konzern seine Marktanteile deutlich ausgebaut.

Der Experte John Ennis von der US-Investmentbank Goldman Sachs schrieb, das Wachstum der Hamburger aus eigener Kraft habe positiv überrascht. Zu verdanken sei dies dem Geschäft mit Konsumprodukten, während die Klebstoffsparte Tesa nicht ganz so gut abgeschnitten habe wie gedacht.

Einige Fachleute blickten zudem positiv in die Zukunft. So sei der Ausblick zwar nur bestätigt worden, doch gebe es bei Umsatz und Gewinn Potenzial nach oben, schrieb Martin Deboo, Experte vom Analysehaus Jefferies.

Auch der Fachmann Andrew Wood vom Analysehaus Bernstein Research sah in dem lediglich wiederholten Unternehmensausblick kein großes Problem. Beiersdorf sei bis zum Bericht zum ersten Halbjahr gewöhnlich zurückhaltend, hieß es.

Delle im Klebstoff-Geschäft

Etwas skeptischer äußerte sich Analystin Pinar Ergun von der Schweizer Großbank UBS. Entscheidend für sie ist die Nachhaltigkeit der Geschäftsentwicklung. Es sei noch zu früh, die Probleme des Konzerns für gelöst zu erklären.

Sorgen bereitet aktuell eine Delle im Tesa-Geschäft in der Region Amerika. Dafür machte der Konzern das unsichere Marktumfeld verantwortlich, insbesondere im Autosektor. Der Konzern bietet für die Branche Klebeprodukte an, die zum Beispiel bei der Befestigung von Anbauteilen oder zum Schutz beim Transport neuer Fahrzeuge zum Einsatz kommen.

Einen regelrechten Schock mussten die Anleger bereits Ende Februar diesen Jahres verkraften. Seinerzeit hatte Beiersdorf Investitionen für das künftige Wachstum angekündigt, die aber erst einmal zu Lasten der Profitabilität gehen. Die Quittung der Aktionäre dafür war ein Kursrutsch von knapp 10 Prozent gewesen.

Diesen Schock haben die Beiersdorf-Aktionäre inzwischen zwar verdaut: Doch seit Jahresbeginn gerechnet steht bei den Papieren nur ein Plus von rund sechs Prozent zu Buche. Der Dax -0,92% hat im selben Zeitraum bereits fast 17 Prozent gewonnen. Da erscheint noch Luft nach oben.

Mit Material von dpa-AFX

12-Monats-Chart Beiersdorf (in Euro)
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