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Berlin und Paris bündeln Kompetenzen im Energiebereich

| Quelle: Dow Jones Newswire Web | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
PARIS (Dow Jones)Um der im internationalen Vergleich lahmenden Batteriezellenproduktion in ihren Ländern auf die Sprünge zu helfen, haben Deutschland und Frankreich eine Kooperation für Forschung und Entwicklung in diesem Bereich vereinbart. Ein entsprechendes Papier unterzeichneten Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und der französische Umweltminister Nicolas Hulot am Donnerstag in Paris. Auch bei der Nutzung von Wasserstoff wollen beide Länder ihre Erfahrungen und Kompetenzen zusammenführen

Beide Länder stellen in der Erklärung fest, dass es bei der Stromspeicherung zwar an Ideen nicht mangele, es aber Defizite bei der industriellen Umsetzung gebe. Altmaier und Hulot vereinbarten, die in beiden Ländern vorhandene Expertise zu sammeln und zu bündeln.

Weitere Bestandteile der Vereinbarung sind unter anderem die Zusammenarbeit bei einem grenzübergreifenden "eHighway", bei der Offshore-Windenergie in der Nordsee sowie ein grenzüberschreitendes Projekt bei der Abwärmenutzung.



Arbeitsgruppe zum Kohlepreis


Hulot bekräftigte, dass Frankreich seine Kohlekraftwerke bis 2022 schließen werde. Bis dahin wolle Frankreich CO2-neutral sein. Auch die Atomkraftwerke würden nach und nach geschlossen. Sein Land habe Abkommen für den "ökologischen Übergang" geschlossen, damit es keine Verlierer gebe. Frankreich sei auf der Höhe seiner Klimaziele.

Was die deutschen Klimaziele angeht, konnte Minister Altmaier kein so zufriedenes Fazit ziehen. Die europäischen Ziele für 2020 würden von Deutschland sehr wohl erreicht, sagte der CDU-Politiker. Die selbstgesteckten deutschen Ziele allerdings nicht. Dies sei bedauerlich. Aber Deutschland habe den Willen zum Ausdruck gebracht, dass es die Ziele für 2030 erreichen werde.

Frankreich habe zwar eine andere Einstellung zum Atomstrom, gleichwohl wolle man eng zusammenarbeiten, sagte Altmaier. Wie unterschiedlich die Positionen sind, wird sich im Spätsommer weisen: Im September soll zur Kohlebepreisung eine Arbeitsgruppe eingerichtet werden, wie Hulot erklärte.

Dabei wird es im Grundsatz darum gehen, über den Emissionshandel hinaus Aufschläge für den durch Kohle bedingten CO2-Ausstoß eines jeden Landes festzulegen. Wie Altmaier anmerkte, hat es Frankreich dabei leichter als Deutschland. Denn während Frankreich den Anteil der Atomkraft langsam senke, werde Deutschland alle Atommeiler in den kommenden drei Jahren abschalten - wenn man dies tue, sei der Anteil der Kohle in Deutschland (und damit der CO2-Ausstoß) für einen gewissen Zeitraum höher als in Frankreich.



"Airbus-Projekt" für KI


Zuvor hatte Altmaier bei einer Diskussionsveranstaltung seinen Vorschlag erneuert, beim Thema Künstliche Intelligenz (KI) analog zur Airbus-Entwicklung ein deutsch-französisches Projekt zu starten. Ziel müsse es sein, auf internationaler Ebene "Weltmeister bei Innovationen" zu werden. Vor allem die deutsche Regierung müsse dabei Tag und Nacht dafür arbeiten, dass neue Technologien akzeptiert würden. In Frankreich sei die Skepsis auf diesem Gebiet geringer, machte der Minister deutlich.

Am Mittwoch hatte Altmaier bereits seinen französischen Amtskollegen Bruno Le Maire getroffen. Beide verabredeten ein gemeinsames, geschlossenes Vorgehen Deutschlands und Frankreichs bei der Lösung des Handelsstreits mit den USA.

Kontakt zum Autor: stefan.lange@wsj.com

DJG/stl/bam

END) Dow Jones Newswires

July 12, 2018 09:21 ET ( 13:21 GMT)

Copyright (c) 2018 Dow Jones & Company, Inc.
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