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| Quelle: Hans A. Berneck... | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die ersten zwei großen Techs erreichten soeben einen Marktwert von jeweils 1,6 Bio. $, Microsoft und Apple. Amazon folgt dicht darauf mit inzwischen 1,5 Bio. $ und für Alphabet fehlen nur noch 50 Mrd. $ zur ersten Billion. Beeindruckend daran und verwirrend ist:

 

Der größere Teil dieser Kursgewinne beruht offenbar auf den Investments der großen Masse der Privatanleger, wofür es die ersten Blitzumfragen gibt. Diese Investorengruppe wird etwas belächelt und als Robin-Hood- oder als Trump-Investoren beschrieben.

 

Die ersten Erhebungen ergeben folgendes: Gut 76 % dieser Investoren investieren ausschließlich oder vornehmlich in diese großen Techs. Zur Begründung wird angegeben: Wir wollen dabei sein, um an der modernen Wirtschaft zu partizipieren bzw. zu verdienen. Die zweite Antwort: 80 % investieren nicht spekulativ (nach eigener Aussage), sondern vornehmlich in ihre Privatportfolios, die zur Sicherheit ihrer Altersversorgung dienen. Der Altersdurchschnitt dieser Investoren wird zwischen 45 und 65 Jahren angegeben.

 

Die Amerikaner setzen mithin auf die glaubwürdigste Perspektive, die ein modernes Land aufweist. Nicht Sicherheit oder Dividende ist entscheidend, sondern die Zukunft schlechthin.

 

Die zitierten Techs erreichen inzwischen einen Marktwert um 6 Bio. $ von insgesamt rd. 24 Bio. $ für den S&P 500 als Ganzes. Darin steckt das bekannte Klumpenrisiko. Ist es nun ein Risiko oder ist es eine neue Betrachtung, wie die Amerikaner ihre eigene Altersvorsorge zum einen beurteilen und die USA als Ganzes?

 

Das Ganze gab es schon einmal. Mit der Erfindung des ersten Computers durch IBM ab 1961, dem mehr als 30 Firmen folgten, die gleichfalls Bürocomputer bauten, und anschließend dem gesamten Entwicklungsstand des PC, investierten die Amerikaner nach dem gleichen Prinzip: Sie investierten in die Zukunft. Dieses Denken ist in Europa weitgehend unbekannt. Wer bei einer Kapitalanlage zuerst an das Risiko denkt, dann an die Rendite und schließlich an die Chancen, zäumt das Pferd von hinten auf. Darin liegt der Unterschied zwischen den USA und Europa als Ganzes und speziell Deutschland im Besonderen. Lässt sich dies ändern?

 

Der Bundeswirtschaftsminister erfand soeben ein weiteres Weltmeisterziel. Nach der Brennstoffzelle geht es nun um die Batterien. Deutschland soll danach Weltmarktführer oder Nr. 1 in der Batterietechnik werden. Ist das seriös gedacht oder seriös formuliert oder schlicht übergeschnappt? Techniken dieser Art sind im Grundsatz bekannt. Entscheidend ist, dass jemand da ist, der diese Technik aufbaut oder ausbaut und finanziert. Ganz sicher ist, dass der Staat im einen oder anderen Fall indirekte Unterstützung gibt. Zum Beispiel im Falle Apple: Als Steve Jobs seinen berühmten Macintosh vorstellte, war er ein Garagenbetrieb, den er mir selbst noch vorstellte. Das Pentagon erkannte jedoch sehr frühzeitig, was sich damit machen lässt. Vorerst rein militärisch, aber im großen weltweiten Rahmen, indem sämtliche Militärstationen der Amerikaner damit ausgerüstet werden sollten. Dazu gehörte wiederum ein Netzwerk, das in gleicher Weise aufzubauen war, aber von einem anderen Anbieter. So entstanden das Internet und schließlich die Sozialen Netzwerke von heute.

 

Konsequenz: Staatliche Unterstützungen sind richtig, aber die Finanzierung und der Aufbau funktioniert nur privat. Siemens ist das größte Industrieunternehmen Deutschlands mit dem Schwerpunkt Elektrik und Elektronik bis zur Robotertechnik, soweit erkennbar. Es stünde Siemens gut an, in dieser Technologie selbstbewusst eine eigene Produktion aufzubauen, um den Bedürfnissen der Batterietechnik für die deutschen Autokonzerne zu genügen. Meinetwegen im Verbund mit Bosch. Stattdessen beteiligt sich Daimler mit 3 % an einer neuen Batteriefabrik in Sachsen-Anhalt, zusammen mit einem Chinesen als Hauptpartner. So wird man kein Weltmeister in der Batterietechnik.

 

Ihr

 

Hans A. Bernecker

 

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Hans A. Bernecker

Hans A. Bernecker Hans A. Bernecker ist das Urgestein der dt. Börse. Seit grob sechs Jahrzehnten bietet der Nationalökonom Orientierung bei der Markteinschätzung und der Ableitung von Investmentchancen. Neben seinem Informationsdienst "Die Actien-Börse" stehen diverse Börsenbriefe aus seinem Redaktionsteam. Charakteristisch ist sein Mut, bei Bedarf gegen den Meinungsstrom zu schwimmen. Dabei kommt ihm nicht nur sein langjähriger Erfahrungsschatz zugute, sondern auch unzählige persönliche Kontakte, die ihm besonders intime Einblicke ermöglichen.

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