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Biotech-Konzern Qiagen: Grund zur Sorge?

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der mögliche Verkauf des Diagnostik-Konzerns Qiagen löst Unbehagen aus. Einer der Gründer der Firma, der Biophysiker Detlev Riesner, warnte vor einem Personalabbau in der Konzernzentrale in Hilden bei Düsseldorf als Folge einer solchen Transaktion. "Wie stets bei Übernahmen besteht die Gefahr, dass ein Investor die Zentrale schließt oder verkleinert, um Kosten zu sparen und Synergien zu heben", sagte der emeritierte Professor der Rheinischen Post.

Er hoffe sehr, dass ein Investor am Standort Hilden festhalten würde. "Diese Ballung an Forscher-Kompetenz und Biotech-Erfahrung sollte man nicht leichtfertig aufgeben."

Die im MDAX notierten Qiagen-Aktien -0,32% haben sich am Freitag mit einem Plus von 2,4 Prozent auf fast 38 Euro wieder ihrem Hoch vom Wochenanfang bei 38,60 Euro genähert. Das Biotech- und Gendiagnostik-Unternehmen befindet sich offenbar in Gesprächen um eine Übernahme. Neue Spekulationen darüber hatten am Montag den Wert nach oben schnellen lassen auf den höchsten Stand seit 18 Jahren.

Analyst Sven Kürten von der DZ Bank hält eine Übernahme des MDAX +0,71%-Konzerns für sehr wahrscheinlich und rechnet in diesem Fall mit weiterem Kurspotenzial. Den fairen Wert für Qiagen sieht er derzeit bei 45 Euro.

In der Vorwoche hatten Gerüchte die Runde gemacht, der US-Technologiekonzern Thermo Fisher könnte Qiagen kaufen. Analyst Kürten zählt zum Kreis weiterer potenzieller Interessenten auch die Unternehmen Illumina +1,81%, Roche +1,82%, Danaher +1,68% sowie Siemens Healthineers -1,56%. Bei einem sich verschärfenden Bieterkampf könnte der Übernahmepreis seines Erachtens sogar bei über 50 Euro je Aktie liegen.

Der Gendiagnostik- und Biotechkonzern startete 1984 als Ausgründung der Düsseldorfer Universität, Riesner war damals Professor an der Hochschule. Ursprünglich sollte das Unternehmen Diagen heißen als Abkürzung für Diagnostik und Genetik. Da aber bereits eine andere Firma so hieß, entschied man sich für Qiagen als Namen. Der Konzern hat aus rechtlichen Gründen seinen Zentralsitz mit relativ wenigen Mitarbeitern im niederländischen Venlo, der größte Standort ist Hilden mit 1.300 Beschäftigten. Riesner saß lange im Aufsichtsrat des Unternehmens, schied aber vor einigen Jahren aus dem Gremium aus.

Der Konzern kam 2018 auf einen Jahresumsatz von 1,5 Milliarden Euro, weltweit hat die Firma 5.200 Mitarbeiter. Als möglicher Käufer kommt vor allem der US-Technologiekonzern Thermo Fisher Scientific in Betracht.

Als Reaktion auf die Äußerungen von Riesner sagte ein Firmensprecher: "Im Falle eines Verkaufs würden die Hildener Produkte und Entwicklungen weiterhin eine wichtige Rolle spielen in einem neuen Konzern." Qiagen stellt zum Beispiel Instrumente für Labore her sowie sogenannte Verbrauchsmaterialien für DNA-Tests, damit sind unter anderem Pipettenspitzen und Probenröhrchen gemeint. (Mit Material von dpa-AFX)

Sechs-Monats-Chart Qiagen (in Euro)
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