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| Quelle: BIALLO | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Dividenden-Saison



Die Schallmauer ist durchbrochen. Deutschlands Aktiengesellschaften schütten 2018 erstmals über 50 Milliarden Euro an Dividenden aus. Das geht aus der Dividendenstudie 2018 hervor, die das isf Institute for Strategic Finance der FOM Hochschule und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) kürzlich veröffentlicht haben. Die Dividendenzahlungen der rund 600 untersuchten Unternehmen belaufen sich insgesamt auf 52,6 Milliarden Euro. Im Vergleich zum bisherigen Rekordjahr 2017 ein Plus von 11,6 Prozent.



Das Gros der Dividenden kommt mit 35,8 Milliarden Euro wie üblich von den 30 Dax-Konzernen. Spitzenreiter sind die Allianz, Daimler und Siemens mit insgesamt rund zehn Milliarden Euro. Letztere haben ihre Dividenden bereits ausgeschüttet. Die Allianz lädt ihre Aktionäre am 9. Mai zur Hauptversammlung in die Münchner Olympiahalle.



Grund zum Jubeln haben auch die Aktionäre von RWE. Nach zwei Nullrunden will der Energieversorger seinen Anteilseignern auf der Hauptversammlung am 26. April in der Essener Grugahalle eine Dividende von 50 Cent vorschlagen - zuzüglich ein Euro Sonderdividende je Aktie infolge der Rückzahlung der Brennelementesteuer.



Der Blick auf die zweite Reihe


Eine weitere interessante Info aus der Dividendenstudie 2018 betrifft die Nebenwerte, die sogenannten Small Caps. Nachdem dieses Segment 2017 erstmals die Dividenden-Milliarde geknackt hat (1.340 Millionen Euro), kratzt es jetzt an der Zwei-Milliarden-Marke (1.956 Millionen Euro). Eine Steigerung von fast 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr.



Bei Top-Dividendenzahler Puma (200 Millionen Euro) ist es in diesem Jahr nicht mehr möglich, an der Dividende teilzuhaben. Die Hauptversammlung fand bereits am 12. April statt. Doch es gibt in diesem Jahr noch zahlreiche Möglichkeiten für Dividenden-Jäger im Nebenwerte-Segment. Der Autovermieter Sixt etwa plant eine Ausschüttung von 1,95 Euro je Stammaktie beziehungsweise 1,97 Euro je Vorzugsaktie - zuzüglich einer Sonderdividende von jeweils 2,05 Euro für beide Aktiengattungen durch den Verkauf der Beteiligung am Carsharing-Unternehmen Drive Now. Dadurch belaufen sich die Dividendenrenditen aktuell auf 4,5 Prozent für die Stammaktie und 6,3 Prozent für die Vorzüge. Die Hauptversammlung findet am 21. Juni in der Alten Kongresshalle München statt. Auch der Telekommunikationsanbieter Freenet lockt mit einer attraktiven Dividendenrendite von 6,1 Prozent. Das Unternehmen will der Hauptversammlung am 17. Mai in der Hamburger Messehalle A eine Dividende von 1,60 Euro je Aktie vorschlagen.



Magere Ausbeute bei Bankentiteln


Lange Gesichter gibt es bei den Anteilseignern von Banken. Die weitere Nullrunde der Commerzbank - die neunte in Folge - verhindert, dass erstmals in der Dax-Geschichte alle 30 Mitglieder eine Dividende auszahlen. Enttäuschend ist auch die Entwicklung der Deutschen Bank. Diese kürzt als einziges Top-Unternehmen der Frankfurter Börse ihre Dividende um gut 40 Prozent auf nur noch elf Cent je Aktie. Die Dividendenrendite liegt trotz des Kurssturzes in den vergangenen Monaten derzeit nur bei 0,9 Prozent.



Viele Unternehmen knausern

Auch wenn die deutschen Börsenunternehmen in diesem Jahr so viel ausschütten wie nie zuvor, gibt es auch kritische Töne von Seiten der Anlegerschützer: "Trotz der Rekordsumme und einem Zuwachs von 11,6 Prozent könnte und müsste es eigentlich deutlich mehr sein", kommentiert DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler die Ergebnisse der Studie."Das mag zunächst seltsam klingen, aber wir sind nach wie vor mit der Pay out-Ratio, also dem Anteil des Gewinns, der an die Aktionäre ausgeschüttet wird, nicht zufrieden". Der Anlegerschützer hält "eine Quote von 50 Prozent als Risikoprämie für die Aktionäre für durchaus gerechtfertigt".



Legen die Unternehmen Geld für schlechte Zeiten zurück? Oder sind die Vorstände und Aufsichtsräte der Auffassung, dass die Dividendenrenditen aufgrund der aktuellen schlechten Zinsen im Sparbereich ausreichend ausfallen? Diese Fragen bleiben vorerst offen. "Hier wird die DSW auf den kommenden Hauptversammlungen ebenfalls sehr kritisch nachfragen", sagt Tüngler. "Zum Beispiel wird in diesem Zusammenhang interessant sein zu erfahren, ob die Dividende in der gleichen Relation gestiegen ist wie das Ergebnis und – ebenfalls nicht unerheblich - wie die Vorstandsvergütung."


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Quelle: Biallo & Team GmbH
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