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Bitcoins: ein Umweltsünder?

| Quelle: FIN | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Wie soll man den Wert der Kryptowährung Bitcoin für die Menschheit beurteilen? Sie kann Anlegern dank ihres sehr volatilen Kurses extreme Gewinne bescheren (und hohe Verluste). Als eine Alternative zu klassischen Währungen wie Euro, US-Dollar oder Yen eignet sie sich aufgrund der Volatilität aber schon deutlich weniger. Und wenn man die oben gestellte Frage ernst meint, wird man auch andere Aspekte der Kryptowährung wie die Umweltauswirkungen des Bitcoins thematisieren müssen. Die sind nicht ganz unproblematisch. Aber es gibt Lösungsansätze.

Bitcoin: der Star der Kryptowährungen

Bitcoins sind ja keineswegs die einzige Kryptowährung. Es gibt beispielsweise Bitcoin Cash, Ripple oder Ethereum und sehr viele weitere Kryptowährungen und die sichern sich zunehmend Marktanteile auf dem Markt für die virtuellen Währungen. Bitcoin bleiben bisher aber die bekannteste Variante und deutlicher Marktführer. Die von der Privatbank Berenberg veröffentlichte Studie „Die Zukunft des Geldes – Das Geld der Zukunft“ bescheinigte dem Bitcoin im Mai 2017 einen Marktanteil von rund 80 Prozent.

Faszinierend am Bitcoin (wie auch an anderen Kryptowährungen) ist: Man kann durch Spekulation sehr reich werden, allerdings auch verarmen. Der Kurs schwankt stark. So lag der Kurs der Kryptowährung Bitcoin am fünften Februar 2018 bei 7.025,04 US-Dollar und erreichte am 20. Februar 2018 den Wert von 11.705,51 US-Dollar.

In diesem Zeitraum hätte sich durch eine Kursspekulation also ein attraktiver Gewinn realisieren lassen. Und in der Vergangenheit gab es noch sehr viel stärkere Kursanstiege. Verschwiegen werden darf dabei jedoch nicht, dass es auch starke Abwärtsbewegungen gegeben hat. So lag der Kurs des Bitcoins am 17. Dezember 2017 knapp über der Marke von 20.000 US-Dollar. Damit verglichen sind die Kurse im Februar 2018 allesamt eher bescheiden.

Schadet der Bitcoin der Umwelt?

Für viele Anleger mit Gewinninteresse sind Fragen wie die nach seiner möglichen Rolle in der globalen Wirtschaft unter Berücksichtigung von Vor- und Nachteilen eher irrelevant. Sie interessieren sich vor allem für die oben skizzierten Kursanstiege und -abstürze.

Wer sich aber auch abseits eigener Gewinninteressen professionell mit Wirtschaft und der Finanzbranche auseinandersetzt, hat zwangsläufig einen anderen Blickwinkel auf Kryptowährungen wie den Bitcoin. Und hier rücken dann auch Umweltaspekte ins Blickfeld, wenn man die Auswirkungen von Kryptowährungen bilanziert.

Bitcoin-Mining erfordert eine immense Rechenleistung

Letztlich geht es bei Umweltaspekten rund um Kryptowährungen stets um den mit ihnen verbundenen Stromverbrauch. Bei Kryptowährungen wird ja jede Transaktion in der sogenannten Blockchain festgehalten. Für die Blockchain und die Bitcoin-Transaktionen wird Rechenleistung benötigt und von den sogenannten Minern zur Verfügung gestellt.

Die benötigte Rechenleistung wird immer größer und größer, sodass auch der mit den Bitcoin-Transaktionen verbundene Strombedarf steigt. Focus Online berichtete in dem im Dezember 2017 veröffentlichten Artikel „Verbraucht mehr Strom als Irland: Warum Bitcoins echte Klimakiller sind“ auf Basis von Daten des Portals „Power Compare“, dass der Stromverbrauch für Bitcoin-Mining mittlerweile höher liege als der jährliche „Durchschnittsverbrauch von Irland und den meisten afrikanischen Ländern“. Das ist ein zumindest bedenklich.

Hinzu kam vor allem in der Vergangenheit, dass sich viele Mining-Pools in Regionen Chinas niederließen, in denen sie mit billigem, aber aus Umweltsicht problematischen Kohlestrom rechnen konnten. Mittlerweile ist Island verstärkt in den Fokus der Miner gerückt. Der Strommix ist dort viel stärker von Geothermie und Wasserkraft geprägt und damit ökologisch unbedenklicher, aber der hohe Strombedarf fürs Bitcoin-Mining bleibt problematisch und findet nicht wenige Kritiker. Wo ist die Lösung des Problems?

Lösungen werden bereits gesucht

Am 19. Februar 2018 berichtete bizz energy, das Wirtschaftsmagazin für die Energiezukunft, über das Projekt Lightning Network, das möglicherweise eine Lösung für das Energieproblem des Bitcoin bietet. Entwickelt wird das Projekt laut bizz energy von den beiden US-Unternehmen Blockstream und Lightning Labs in Zusammenarbeit mit dem französischen Start-Up Acinq.

Einfach ausgedrückt, soll das Lightning Network individuelle Bezahlkanäle für Partner beinhalten, die häufig miteinander Geschäfte tätigen und Bitcoins zum jeweils anderen transferieren. In der Blockchain, so berichtet bizz energy weiter, werde dann nicht jede einzelne Transaktion vermerkt, sondern das Öffnen und Schließen des Kanals sowie die Endsumme. Durch die reduzierte Anzahl an Einträgen in der Blockchain würde sich dann auch der Energiebedarf reduzieren.

Erste Transaktionen seien bereits erfolgreich getestet worden. Allerdings stehe das Projekt dennoch noch ganz am Anfang, schließt bizz energy den Artikel. Es bleibt also vorerst unklar, ob das Lightning Network sich tatsächlich dafür eignet, den Energiehunger der Kryptowährung Bitcoin zu reduzieren.

Und letztlich betrifft die Problematik ja nicht alleine den Bitcoin, sondern sämtliche Kryptowährungen. Welche Rolle man ihnen auch immer im globalen Finanzgefüge zugestehen mag: Wer Kryptowährungen befürwortet und hier mit Vernunft argumentiert, kommt um das Thema „Energie“ in Zukunft kaum herum.

Bildquellen:
Bild 1: https://pixabay.com/en/bitcoin-digital-electronics-3d-1368256/
Bild 2: https://pixabay.com/en/lap-clouds-high-voltage-line-wire-1809237/

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