DAX ®12.633,60-0,17%TecDAX ®2.778,43-0,81%S&P FUTURE2.988,20+0,01%Nasdaq 100 Future7.880,75-0,88%
finanztreff.de

BLOG KLIMAPAKET/VDMA: CO2-Preise in nächsten Jahren zu niedrig

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Die Bundesregierung hat ein umfassendes Maßnahmenpaket für den Klimaschutz beschlossen. Das Paket sieht unter anderem einen CO2-Preis, die energetische Gebäudesanierung, eine Erhöhung der Ticketsteuer auf Flugreisen und eine Reform der Kfz-Steuer vor. Es folgen Kommentare und Einschätzungen zu dieser Entscheidung:


Maschinenbauverband VDMA beklagt zu niederige Bepreisung

Als mutlos kritisiert der Industrieverband VDMA das Klimapaket. VDMA-Präsident Carl Martin Welcker sagte, die CO2-Bepreisung sei "in den kommenden Jahren zu gering". Dem Paket mangele es an "Vertrauen in die technologische Machbarkeit und Entwicklung". Überdies bestehe das Klimapaket "immer noch aus einer Fülle von Einzelmaßnahmen und Subventionen, zum Beispiel für batteriegetriebene Elektrofahrzeuge". Es bleibe die "Gefahr, dass Gelder ineffizient eingesetzt werden".


Handwerk zeigt sich enttäuscht

Auch der Zentralverband des Deutschen Handwerks hat das Klimapaket kritisiert. "Die Beschlüsse des Klimakabinetts sind leider nicht der erhoffte große Wurf", sagte Generalsekretär Holger Schwannecke. Trotz einer Vielzahl sinnvoller Ansätze und einiger richtiger Instrumente fehle ein schlüssiges Gesamtkonzept, das marktwirtschaftliche Möglichkeiten zielgerichtet und effizient für den Klimaschutz nutze und zugleich Fehlentwicklungen der Energiewende mutig begegne. "Wir befürchten, dass so die Komplexität der Energie- und Klimapolitik noch größer, damit noch störanfälliger und voraussichtlich auch teurer wird." Zum geplanten Zertifikatehandel kritisierte er, durch die engen Vorgaben für den Preis könnten sich die marktwirtschaftlichen Steuerungspotenziale nicht entfalten.


Chef der Wirtschaftsweisen sieht keinen großen Wurf

Der Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, Christoph Schmidt, hat sich skeptisch zur Erreichung des Klimaziels durch die Maßnahmen gezeigt. Die Beschlüsse des Klimakabinetts zeigten, "dass die Bundesregierung in der Klimaschutzpolitik ernsthaft um geeignete Schritte bemüht ist, die teilweise in die richtige Richtung weisen", sagte der Präsident des Wirtschaftsforschungsinstitutes RWI. "Der angekündigte 'große Wurf' ist das Paket aber nicht." Dies messe sich nicht an der Fülle der Einzelmaßnahmen oder deren Volumen, sondern daran, ob das Paket dafür sorge, dass die in Europa bis 2030 verbindlich zugesagte Emissionsreduktion wirksam und kosteneffizient erreicht werde. "Hier ist leider Skepsis angebracht", betonte Schmidt.


IfW-Präsident kritisiert Paket als "mutlos"

Der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel, Gabriel Felbermayr, hat das Klimaschutzpaket der Regierung als "mutlos" kritisiert. Das Paket enthalte eine große Anzahl von Initiativen, die schlecht abgestimmt seien und daher mit hoher Wahrscheinlichkeit ineffektiv und teuer würden, erklärte Felbermayr. Es werde eine "große Herausforderung" sein, Mitnahmeeffekte zum Beispiel beim Austausch von Heizungen zu verhindern. Eine explizite Abwrackprämie oder ein Verbot von Ölheizungen etwa sei nicht sinnvoll. "Ein CO2-Preis ist an sich schon ein Anreiz, in CO2-arme Heizungen zu investieren."


HDE: Koalition fehlt der Mut zum großen Wurf

"Es ist gut, dass sich die große Koalition auf einen CO2-Zertifikatehandel einigen konnte", sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. "Allerdings fehlt offenbar der Mut zum großen Wurf. Denn die bisherige Finanzierung der Energiewende durch Abgaben und Steuern bleibt weiter bestehen." Das habe auch weiterhin eine hohe Kostenbelastung für Privathaushalte und Handelsunternehmen zur Folge. "Das ist eine Enttäuschung. Die Politik darf die Finanzierungssysteme nicht noch weiter verkomplizieren und immer mehr bürokratische Pflichten für die Unternehmen einführen", mahnte Genth.

DJG/apo/rio

END) Dow Jones Newswires

September 20, 2019 10:21 ET ( 14:21 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
Werbung

Das könnte Sie auch interessieren

Weitere Nachrichten

Quelle: Dow Jones Newswire Web
06:15 HINWEIS/Abkürzungen bei Dow Jones Newswires Deutschland
05:00 Union, SPD und FDP offen für Änderung Bundestags-Geschäftsordnung
02:30 Impressum
00:00 Massiver Ansehensverlust für Herkunftslabel "Made in Germany"
00:00 Datenschutz für Google Streetview auf dem Prüfstand ALPHABET INC.CL.A DL-,001 1.118,00 -0,85%
00:00 Deutscher Atom-Staatsfonds verdient trotz Niedrigzinsen Geld
19.10. IWF lobt Deutschland wegen Klimapakets
19.10. Grüne verlieren in aktuellem RTL/n-tv-Trendbarometer
19.10. Banken planen Initiative für digitalen Euro
19.10. BMW-Chef sucht Schulterschluss mit Daimler und stichelt gegen VW BMW ST 67,64 +0,77%
Rubrik: Finanzmarkt
10:45 Wochenausblick: So könnte der DAX nun reagieren DAX ® 12.633,60 -0,17%
10:14 Warnstreik der Flugbegleiter - Flüge im Südwesten gestrichen LUFTHANSA 15,44 ±0,00%
10:13 EU-Staaten beraten Lage beim Brexit
10:10 Warnstreik der Flugbegleiter auch in Frankfurt zu spüren LUFTHANSA 15,44 ±0,00%
10:05 ROUNDUP: London bittet um Brexit-Verschiebung - Johnson: 'Persönlich dagegen'
10:05 ROUNDUP: Koalitionsspitzen beraten über Halbzeitbilanz und Syrien
10:05 ROUNDUP: Flugbegleiter streiken bis Mitternacht LUFTHANSA 15,44 ±0,00%
10:04 ROUNDUP/US-Präsident lenkt ein: G7-Gipfel 2020 doch nicht in Trump-Hotel
10:04 ROUNDUP: Keine Briefe mehr an Montagen? Diskussion nimmt Fahrt auf DT. POST 30,77 +0,56%
09:47 Längster Nonstop-Flug: In 19 Stunden von New York nach Sydney BOEING 309,40 -7,05%

News-Suche

Suchbegriff:
Werbung

Werbung
Diese Seite empfehlenschliessen
Interessant, oder?
Teilen Sie diese Seite auf Facebook oder Twitter
Wenn Sie auf die Teilen-Buttons klicken und sich bei den Betreibern einloggen, werden Daten an den jeweiligen Betreiber übermittelt. Bitte beachten Sie die Datenschutzerklärung.
Aktuelle Umfrageschliessen
Wie, glauben Sie, wird der DAX am Ende dieser Woche - KW 43 - stehen?
Jetzt abstimmen!
Alle Umfragen ansehen