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Boeing stöhnt – Airbus jubelt

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der Flugzeugbauer Boeing leidet weiterhin unter dem Startverbot seiner neuen 737-MAX-Maschinen: Die US-Fluggesellschaft American Airlines streicht nun den nach zwei Abstürzen mit einem Startverbot belegten Flugzeugtyp für zwei weitere Monate aus ihrem Flugplan. Flüge mit dieser Maschine würden nun bis zum 2. November abgesagt, teilte die Fluggesellschaft am Sonntag mit. Bislang war eine Frist bis zum 3. September vorgesehen, die zuvor bereits verlängert worden war.

Der Ausfall führt nach Angaben von American Airlines zu rund 115 Flugstreichungen am Tag. Es ist eine der größten US-Fluggesellschaften. November könnte allerdings immer noch nicht ausreichen. Immer mehr Mitarbeiter der US-Luftfahrtbehörde FAA sowie Branchenvertreter nehmen mittlerweile an, dass aus einem Neustart in diesem Jahr nichts wird, berichtet das Wall Street Journal (WSJ) unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Software-Update dauert länger als gedacht

Nach den zwei Abstürzen binnen weniger Monate und 346 Toten hatten sowohl die US-Luftfahrtbehörde FAA als auch Boeing-CEO Dennis Muilenburg erklärt, sie erwarten, dass das Flugverbot noch in diesem Jahr wieder aufgehoben werden könne. Dem WSJ zufolge rechnen viele Experten jetzt erst mit der Aufhebung im Januar 2020. Der Grund ist, dass die Entwicklung verbesserter Software länger dauere als gedacht.

Boeing hat nach eigenen Angaben die Entwicklung eines Updates für die Steuerungssoftware des Flugzeugs abgeschlossen, die möglicherweise für die Abstürze verantwortlich ist. Die US-Luftfahrtbehörde FAA muss die Änderungen noch zertifizieren, bevor die Maschinen wieder starten dürfen.

Nach dem Absturz zweier Maschinen der Reihe bei Lion Air und Ethiopian Airlines mit insgesamt 346 Toten müssen alle 737-MAX-Jets seit Mitte März weltweit am Boden bleiben. Bislang ist unklar, wann die Behörden den Flieger wieder in die Luft lassen.

Airbus profitiert

Konkurrent Airbus kann derweil jubeln. Ein optimistischer Kommentar der Bank JPMorgan +2,34% hat die Aktien von Airbus +0,46% zum Wochenbeginn auf ein neues Rekordhoch getrieben. Die Papiere des Flugzeugbauers stiegen am Montag-Vormittag zeitweise um gut eineinhalb Prozent auf 129,78 Euro. Damit setzten die Papiere ihren Rekordlauf fort.

Laut Analyst David Perry dürften die Kursgewinne noch lange nicht das Ende der Fahnenstange sein: In den kommenden 18 Monaten habe die Aktie weitere fast 30 Prozent Aufwärtspotenzial zum neuen, höheren Kursziel von 163 Euro, mit dem Perry unter den Analysten ganz vorn liegt. Das Kursziel basiert auf einer Anpassung der Bewertung auf Basis der Schätzungen für 2021 statt wie bisher für 2020. Der Bau von Zivilflugzeugen sei ein Geschäft mit langen Zyklen, argumentierte Perry.

Mit Material von dpa-AFX

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