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Börsen-Jüngling TeamViewer markiert neues Allzeithoch

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der seit kurzem an der Börse notierte Software-Konzern TeamViewer ist im dritten Quartal dank seiner internationalen Expansion und neuer Anwendungen rasant gewachsen. Das Unternehmen profitiere stark von der Digitalisierung, sagte der Konzernchef Oliver Steil am Montag in einer Telefonkonferenz. Die höchste Wachstumsrate erzielte TeamViewer in Nord- und Südamerika. Die Zahl der kostenpflichtigen Abonnements belief sich zum Ende des dritten Quartals insgesamt auf mehr als 430.000 und damit auf doppelt so viel wie vor einem Jahr.

Die Anleger reagierten positiv: Der TeamViewer-Aktienkurs +3,85% stieg zeitweise auf das neue Allzeithoch von 27 Euro. Am Nachmittag notierten sie noch 4,3 Prozent im Plus bei 26,18 Euro. Damit lagen sie etwa auf dem Niveau des Ausgabepreises vom Oktober (bei 26.25 Euro), nachdem die Anteilsscheine zwischenzeitlich um rund ein Fünftel bis auf 21,38 Euro abgerutscht waren.

Analysten-Erwartungen übertroffen

Die in Rechnung gestellten Umsätze stegen in den drei Monaten bis Ende September im Vergleich zum Vorjahr um 63 Prozent auf 83 Millionen Euro. Damit übertraf TeamViewer die Erwartungen von Analysten.

Im laufenden Jahr peilt der Hersteller von Software zur Computer-Fernwartung und Videokonferenzen bei diesem Wert weiter ein Wachstum von 35 bis 39 Prozent auf 310 Millionen Euro bis 320 Millionen Euro an. Dafür müssten die in Rechnung gestellten Umsätze im vierten Quartal um 23 Prozent zulegen, rechnet RBC-Analyst Sherri Malek aus. Das sei allerdings leicht zu erreichen.

Kräftiger Gewinnsprung

Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei im dritten Quartal um 95 Prozent auf 46 Millionen Euro geklettert. Auch für diesen Werte bestätigte TeamViewer die Prognose. Demnach soll der operative Gewinn auf 177 Millionen Euro bis 183 (2018: 121) Millionen Euro steigen. Unter dem Strich verdiente TeamViewer im dritten Quartal 14 Millionen Euro und damit 40 Prozent mehr als vor einem Jahr.

TeamViewer entwickelt seine Software stetig für neue Anwendungen weiter. Entsprechend investiert der Konzern auch in Forschung und Innovation. Privatnutzer könnten die Software zunächst kostenlos nutzen und sollen so überzeugt werden, die Anwendungen später dann auch geschäftlich einzusetzen, erklärte Konzernchef Steil.

MDAX-Kandidat - später...

TeamViewer hat im September mit einem Emissionsvolumen von gut 2,2 Milliarden Euro den größten deutschen Tech-Börsengang seit dem Platzen der Dot-Com-Blase hingelegt. Profiteur war dabei der Finanzinvestor Permira, der das Unternehmen 2014 für 870 Millionen Euro gekauft hatte. Er hält auch nach dem Börsengang noch rund 60 Prozent an dem zuletzt mit rund 5 Milliarden Euro bewerteten Unternehmen.

Das Unternehmen gilt wegen seiner Bewertung als Kandidat für den MDAX -0,37%, dürfte aber bei der nächsten Index-Entscheidung im Dezember wegen des zu geringen Börsenumsatzes noch nicht in den Nebenwerte-Index einziehen. Stattdessen dürfte die Aktie zunächst in den SDAX -0,37% aufgenommen werden. (Mit Material von dpa-AFX)

Chart von TeamViewer seit Börsengang (in Euro)
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